Provinzialordnung für die Provinzen
- Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen
- Hannover
- Westfalen
-Rheinprovinz
-Schleswig-Holstein
- Hessen-Nassau

aus dem Jahren 1875/81 bis 1888

Hinweis:
Sämtliche Provinzialordnungen der preußischen Provinzen aus den Jahren 1875/81 bis 1888 gründen auf der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 (östliche Provinzialordnung), die 1881 nach wesentlichen Änderungen neu bekannt gemacht wurde; die nachfolgenden Provinzialordnungen sind vom Innenminister Preußens gemäß Ermächtigung zwar gesondert neu bekanntgemacht worden, die hier erfolgten Unterschiede sind jedoch in den Gesetzen zur Einführung der Provinzialordnungen ersichtlich; kleinere Änderungen in der Schreibweise und Plural/Singular wurden in der nachfolgenden Tabelle nicht berücksichtigt.

 


Provinzialordnung
für die Provinzen
Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen

 

Provinzialordnung
für die
Provinz Hannover

 

Provinzialordnung
für die
Provinz Westfalen

 

Provinzialordnung
für die
Rheinprovinz

 

Provinzialordnung
für die Provinz
Schleswig-Holstein

 

Provinzialordnung
für die
Provinz Hessen-Nassau

 

vom 29. Juni 1875

in der Fassung der Bekanntmachung des Ministers des Innern

vom 22. März 1881

 

vom 7. Mai 1884

 

vom 1. August 1886

 

vom 1. Juni 1887

 

vom 27. Mai 1888

 

vom 8. Juni 1885

Die hier angeführte Provinzialordnung für die Provinz Hessen-Nassau ist auf der Grundlage des § 86 dieser Provinzialordnung zusammengestellt worden und steht wegen der erheblichen Abweichungen entgegen der zeitlichen Abfolge ganz rechts.

Solange im ursprünglichen Text nur der §  für den Provinzialverband geändert ist, wurde der Text mit den anderen Provinzialordnungen verbunden.

Bei den Änderungen, die auch für die Provinzialordnung für die Provinz Hessen-Nassau Geltung erlangt haben, wurde weder die geänderte Paragrafenfolge noch evtl. andere Bezugnahmen berücksichtigt.

zur gesetzlich festgestellten Provinzialordnung siehe bei der Provinz Hessen-Nassau
 

geändert und ergänzt durch

Gesetz, bereffend die Dotation der Provinzial- und Kreisverbände
vom 30. April 1873 (GS. S. 187)

 

Gesetz, bereffend die Dotation der Provinzial- und Kreisverbände
vom 30. April 1873 (GS. S. 187)

 

Gesetz über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (GS. S. 195, LVerwG 1883)
Gesetz über die Zuständigkeit der Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbehörden vom 1. August 1883 (GS. S. 237, ZustG 1883)
Gesetz, betreffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommen gelegten direkten Kommunalabgaben vom 27. Juli 1885 (GS S. 327)

Gesetz, betreffend die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen in der Verwaltung der Kommunalverbände mit Militäranwärtern vom 21. Juli 1892 (GS S. 214)
Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 (GS S. 152)
Ergänzungssteuergesetz vom 14. Juli 1893 (GS S. ?)
Gesetz, betreffend die Anstellung und Versorgung der Kommunalbeamten (Kommunalbeamtengesetz) vom 30. Juli 1899 (GS S. 141)

Gesetz, betr. die Aufhebung des kommunalständischen Verbandes der Kurmark
vom 22. Mai 1902 (GS S. 149)

         

Gesetz, betreffend die Überweisung weiterer Dotationsrenten an die Provinzialverbände vom 2. Juni 1902 (GS S. 167)
Kreis- und Provinzialabgabengesetz vom 23. April 1906 (GS. S. 159)

   

Gesetz, betr. Abänderung des Gesetzes über die Einführung der Provinzial-ordnung ... der Provinz Westfalen
vom 6. Oktober 1911 (GS S. 209) 

   

Gesetz, betr. Abänderung des Gesetzes, betr. die Landeskreditkasse zu Cassel, vom 16. April 1902
vom 26. April 1918 (GS S. 47) 
Gesetz, betr. Abänderung des Gesetzes, betreffend die Landesbank in Wiesbaden vom 16. April 1902
vom 26. April 1918 (GS S. 48)

)

Staatsumwälzung / Revolution vom 9. November 1918
Verordnung vom 14. November 1918 (GS. S. 189)
Gesetz zur vorläufigen Ordnung der Staatsgewalt in Preußen vom 20. März 1919 (GS S. 53)
Gesetz betreffend die Neuwahl der Provinziallandtage vom 16. Juli 1919 (GS S. 129)
Verfassung des Freistaats Preußen vom 30. November 1920 (GS S. 543)
Gesetz vom 26. August 1921
Gesetz betreffend die Wahlen zu den Provinziallandtagen und zu den Kreistage vom 3. Dezember 1920 (GS 1921 S. 1)
Reichsverordnung vom 26. Juli 1922 (RGBl. I. S. 651)
Preußisches Ausführungsgesetz zum Finanzausgleichsgesetze vom 30. Oktober 1923 (GS. S. )
Reichsverordnung vom 13. Februar 1924 (Reichsfürsorgegesetz)
Wahlgesetz für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 (GS S. 123)
Gesetz vom 29. Oktober 1928 (GS S. 198)
Beamtendienststrafordnung vom 27. Januar 1932 (GS. S. 59)

Nationalsozialistische Revolution / Machtergreifung vom 30. Januar 1933 bzw. 24. März 1933
Gesetz vom 24. Mai 1933 (GS. S. 189)
Gesetz über die Übertragung von Zuständigkeiten der Provinzial- (Kommunal-) Landtage, ... auf die Provinzial- (Landes-) Ausschüsse, .. vom 17. Juli 1933 (GS. S. 257)

faktisch vollständig ausgehöhlt durch
Gesetz über die Erweiterung der Befugnisse des Oberpräsidenten (Oberpräsidentengesetz) vom 15. Dezember 1933 (GS, S. 477, Art. II)
;
mit diesem Gesetz wurden sämtliche Aufgaben der Organe der Provinzialverbände auf den Oberpräsidenten im Sinne des Führerprinzips übertragen, die Provinzialordnung also nur noch hinsichtlich der Befugnisse des Provinzialverbandes als gültig betrachtet während die Organbestimmungen sämtlich fortfielen.

 

           
           

geändert durch
Erlaß über die Aufgliederung der Provinz Sachsen
vom 1. April 1944
(RGBl. I. S. 110)
 

 

       

geändert durch
Erlaß über die Bildung der Provinzen Kurhessen und Nassau
vom 1. April 1944 (RGBl. I. S. 109)

 

faktisch aufgehoben durch

Gründung des Landes Brandenburg
am 25. Februar 1947;
vorher ab  4. Juli 1945
Provinz Mark Brandenburg

Gründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern
am 4. Juli 1945

Gründung des Landes Sachsen-Anhalt
am 25. Februar 1947;
vorher ab 4. Juli 1945
Provinz Sachsen-Anhalt.

Übertragung der Verwaltung des Gebietes östlich von Oder und Görlitzer Neiße auf Polen und Rußland

aufgehoben durch
(faktisch) Verordnung der britischen Militärregierung
vom 23. August 1946
(betr. die Errichtung des Landes Hannover aus der preußischen Provinz Hannover)
(faktisch) Verordnung der britischen Militärregierung
vom 1. November 1947
(betr. die Vereinigung der Länder Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schleswig-Holstein zum Land Niedersachsen)

 

aufgehoben durch
Landschaftsverbandsordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
vom 12. Mai 1953 (GVBl. S. 271)

 

aufgehoben
in Nordrhein-Westfalen durch:
Landschaftsverbandsordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
vom 12. Mai 1953 (GVBl. S. 271)
in Rheinland-Pfalz durch:
(faktisch)
Verfügung Nr. 5
vom 8. September 1945
über die Organisation  der  Verwaltung des Rheinlandes
(faktisch)
Verordnung
Nr. 57
vom 30. August 1946
bezüglich der Schaffung eines rhein-pfälzischen Landes
(faktisch) Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz
vom 18. Mai 1847
(GVBl. S.209),
Art. 137

 

aufgehoben durch
(faktisch) Verordnung der britischen Militärregierung
vom 23. August 1946
(betr. die Errichtung des Landes Schleswig-Holstein aus der preußischen Provinz Schleswig-Holstein)
 

aufgehoben
in Hessen durch:
(faktisch) Staatsgrundgesetz
des Staates Groß-Hessen
vom 22. November 1945 (GVBl. S. 23)
in Rheinland-Pfalz durch:
(faktisch)
Verfügung Nr. 5
vom 8. September 1945
über die Organisation  der  Verwaltung des Rheinlandes
(faktisch)
Verordnung
Nr. 57
vom 30. August 1946
bezüglich der Schaffung eines rhein-pfälzischen Landes
(faktisch) Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz
vom 18. Mai 1847
(GVBl. S.209),
Art. 137
in Thüringen durch:
 

 

soweit nicht in einzelnen Ländern als fortgeltend betrachtet, aufgehoben durch
Gesetz betreffend die Auflösung Preußens vom 25. Februar 1947

 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages, für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen, was folgt:
 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages, für die Provinz Hannover, was folgt: 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages der Monarchie, für die Provinz Westfalen, was folgt:

 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages der Monarchie, für die Rheinprovinz, was folgt: 

 

Wir Friedrich, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages der Monarchie, für die Provinz Schleswig-Holstein, was folgt: 

 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ec.

verordnen, mit Zustimmung beider Häuser des Landtages, für die Provinz Hessen-Nassau, was folgt: 

Erster Titel.
Von den Grundlagen der Provinzialverfassung.

 

Erster Abschnitt.
Von dem Umfange und der Begrenzung der Provinzialverbände.

 

Erster Abschnitt.
Von dem Umfange und der Begrenzung des Provinzialverbandes und der Bezirksverbände.
 
 

§ 1. Jede Provinz bildet einen mit den Rechten einer Korporation ausgestatteten Kommunalverband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten.

Zum Kommunalverbande der Provinz (Provinzialverband) gehören alle innerhalb der Grenzen derselben belegenen Kreise und alle zu diesen Kreisen gehörenden Ortschaften.

Diejenigen Kreise und einzelnen Ortschaften, welche bisher zu einem anderen provinzialständischen Verbande gehört haben, treten aus diesem Verbande aus und in den Kommunalverband derjenigen Provinz ein, innerhalb deren Grenzen sie belegen sind.

 

§ 1. Die Provinz Westfalen bildet einen mit den Rechten einer Korporation ausgestatteten Kommunalverband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten.

Zum Kommunalverbande der Provinz (Provinzialverband) gehören alle innerhalb der Grenzen derselben belegenen Kreise und alle zu diesen Kreisen gehörenden Ortschaften.

Diejenigen Kreise und einzelnen Ortschaften, welche bisher zu einem anderen provinzialständischen Verbande gehört haben, treten aus diesem Verbande aus und in den Kommunalverband derjenigen Provinz ein, innerhalb deren Grenzen sie belegen sind.

 

§ 1. Die Rheinprovinz bildet einen mit den Rechten einer Korporation ausgestatteten Kommunalverband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten.

Zum Kommunalverbande der Provinz (Provinzialverband) gehören alle innerhalb der Grenzen derselben belegenen Kreise und alle zu diesen Kreisen gehörenden Ortschaften.

Diejenigen Kreise und einzelnen Ortschaften, welche bisher zu einem anderen provinzialständischen Verbande gehört haben, treten aus diesem Verbande aus und in den Kommunalverband derjenigen Provinz ein, innerhalb deren Grenzen sie belegen sind. 

 

§ 1. Die Provinz Schleswig-Holstein bildet einen mit den Rechten einer Korporation ausgestatteten Kommunalverband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten.

Zum Kommunalverbande der Provinz (Provinzialverband) gehören alle innerhalb der Grenzen derselben belegenen Kreise und alle zu diesen Kreisen gehörenden Ortschaften.

Diejenigen Kreise und einzelnen Ortschaften, welche bisher zu einem anderen provinzialständischen Verbande gehört haben, treten aus diesem Verbande aus und in den Kommunalverband derjenigen Provinz ein, innerhalb deren Grenzen sie belegen sind. 

§ 1. Die Provinz Hessen-Nassau bildet einen mit den Rechten einer Korporation ausgestatteten Kommunalverband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten. Innerhalb derselben bleiben die kommunalständischen Verbände in den Regierungsbezirken Cassel und Wiesbaden, unter Einverleibung des bisherigen Stadtkreises Frankfurt a. M. in den kommunalständischen Verband des Regierungsbezirks Wiesbaden, als besondere Kommunalverbände zur Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten in derjenigen Begrenzung bestehen, welche sich aus der gleichzeitig mit diesem Gesetze in Kraft tretenden Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau bezüglich der beiden Regierungsbezirke ergiebt. 

       

§ 1a. Der Kreis Herzogthum Lauenburg gehört nicht zu dem Kommunalverbande der Provinz (Provinzialverband § 1). Seine Angehörigen zählen nicht zu den Provinzialangehörigen im Sinne der §§ 5 bis 7.

Der Kreis nimmt aber an den Rechten und Pflichten des Provinzialverbandes, soweit sich dieselben auf Zwecke der allgemeinen Landesverwaltung beziehen, nach Maßgabe folgender Vorschriften Theil:
1) Dem Provinziallandtage treten für die von demselben zu vollziehenden Wahlen zu den für Zwecke der allgemeinen Landesverwaltung angeordneten Behörden und Kommissionen, sowie für sonstige dem Provinziallandtage zu Zwecken der allgemeinen Landesverwaltung übertragene Geschäfte drei von dem Kreistage des Kreises Herzogthum Lauenburg zu wählende Abgeordnete hinzu. Für die Wahl gelten die Bestimmungen der §§ 16 bis 24.
2) Dem Provinzialausschusse tritt für die von demselben zu vollziehenden Wahlen zum Provinzialrathe und Bezirksausschusse, sowie für sonstige dem Provinzialausschusse zu Zwecken der allgemeinen Landesverwaltung überwiesene Geschäfte ein Vertreter des Kreises Herzogthum Lauenburg hinzu. Derselbe, sowie ein Stellvertreter für denselben, wird von dem Kreistage des genannten Kreises gewählt. Im Übrigen gelten für die Wahl die Bestimmungen der §§ 47 Absatz 4 und 5, 48 und 50 Satz 1 und 3.
3) Die zu 1 und 2 bezeichneten Vertreter des Kreises Herzogthum Lauenburg erhalten von dem Kreise eine ihren baaren Auslagen entsprechende Entschädigung. Über die Höhe derselben beschließt der Kreistag.
4) Die den gewählten Mitgliedern des Provinzialrathes gemäß § 100 der Provinzialordnung zu gewährende Entschädigung wird von dem Provinzialverbande und dem Kreise Herzogthum Lauenburg gemeinschaftlich getragen. Die Vertheilung des Betrages erfolgt, im Mangel einer anderweitigen Festsetzung, im Wege der Vereinbarung nach dem Maßstabe der direkten Staatssteuern, mit Ausschluß der Gewerbesteuer vom Hausirgewerbe, durch den Provinzialausschuß unter Zuziehung des Vertreters des Kreises Herzogthums Lauenburg (Nr. 2). Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses steht dem Kreise innerhalb zwei  Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu.
5) Die Angehörigen des Kreises Herzogthum Lauenburg sind zum Provinzialrathe und Bezirksausschusse wählbar, sofern sie den Erfordernissen der §§ 17 und 18 entsprechen.

 

 

§ 2. Die Haupt- und Residenzstadt Berlin scheidet aus dem Kommunalverbande der Provinz Brandenburg aus.

 

§ 2. für die Provinz Hannover gegenstandslos

 

§ 2. (Fällt für die Provinz Westfalen fort.) 

§ 2. (Fällt für die Rheinprovinz fort.) 

§ 2. (Fällt für die Provinz Schleswig-Holstein fort.) 

 

§ 3. Die in Folge der Ausführung der Vorschrift des § 1 erforderliche Regelung der Verhältnisse ist, unbeschadet aller Privatrechte Dritter, durch den Minister des Innern zu bewirken.

Streitigkeiten, welche hierbei entstehen, unterliegen der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts.

 

 

§ 4. Veränderung der Provinzialgrenzen. Die Veränderung bestehender Provinzialgrenzen erfolgt durch Gesetz.

Die in Folge einer derartigen Veränderung erforderliche Regelung der Verhältnisse ist auf dem im § 3 bezeichneten Wege zu bewirken.

Veränderungen solcher Gemeinde- oder Gutsbezirksgrenzen, welche zugleich Provinzialgrenzen sind, ziehen die Veränderung der letzteren ohne Weiteres nach sich.

Eine jede Veränderung der Provinzialgrenzen, welche nicht durch Gesetz erfolgt, ist durch die Amtsblätter der betheiligten Provinzen bekannt zu machen.

 

§ 2. Die Veränderung der Grenzen der Provinz, sowie der beiden Regierungsbezirke erfolgt durch Gesetz.

Die in Folge einer derartigen Veränderung erforderliche Regelung der Verhältnisse ist, unbeschadet aller Privatrechte Dritter, durch den Minister des Innern zu bewirken.

Streitigkeiten, welche hierbei entstehen, unterliegen der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts.

Veränderungen solcher Gemeinde- oder Gutsbezirksgrenzen, welche zugleich Bezirksgrenzen beziehungsweise der Bezirks- und Provinzialgrenzen sind, ziehen die Veränderung der letzteren ohne Weiteres nach sich.

Eine jede Veränderung der Bezirksgrenzen beziehungsweise der Bezirks- und Provinzialgrenzen, welche nicht durch Gesetz erfolgt, ist durch die Amtsblätter der betheiligten Bezirhe beziehungsweise Provinzen bekannt zu machen.

 

Zweiter Abschnitt.
Von den Provinzialangehörigen, ihren Rechten und Pflichten.

 

Zweiter Abschnitt.
Von den Bezirks- und Provinzialangehörigen, ihren Rechten und Pflichten.
 

§ 5. Provinzialangehörige sind alle Angehörigen der zu der Provinz gehörigen Kreise.

 

§ 3. Bezirksangehörige sind alle Angehörigen der zu dem betreffenden Regierungsbezirke gehörigen Kreise, Provinzialangehörige alle Angehörigen der zu der Provinz gehörigen Kreise.

 

§ 6. Rechte der Provinzialangehörigen. Die Provinzialangehörigen sind berechtigt:
1) zur Theilnahme an der Verwaltung und Vertretung des Provinzialverbandes nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes;
2) zur Mitbenutzung der öffentlichen Einrichtungen und Anstalten des Provinzialverbandes nach Maßgabe der für dieselben bestehenden Bestimmungen.

 

§ 4. Rechte der Bezirks- und Provinzialangehörigen. Die Bezirks- beziehungsweise Provinzialangehörigen sind berechtigt:
1) zur Theilnahme an der Verwaltung und Vertretung des Bezirks- beziehungsweise Provinzialverbandes nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes;
2) zur Mitbenutzung der öffentlichen Einrichtungen und Anstalten des Bezirks- beziehungsweise Provinzialverbandes nach Maßgabe der für dieselben bestehenden Bestimmungen.

 

§ 7. Beitragspflicht zu den Provinzialabgaben. Die Provinzialangehörigen sind verpflichtet, nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes zu den Provinziallasten beizutragen.

 

§ 5. Beitragspflicht zu den Bezirks- und Provinzialabgaben. Die Bezirks- beziehungsweise Provinzialangehörigen sind verpflichtet, nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes zu den Bezirks- beziehungsweise Provinziallasten beizutragen.

 

Durch Gesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 7 bzw. § 5 faktisch nach den Worten "dieses Gesetzes" die Worte "und des Kommunalabgabengesetzes" eingefügt.

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurden im § 7 bzw. § 5 faktisch die Worte "und des Kommunalabgabengesetzes" ersetzt durch "und des Kreis- und Provinzialabgabengesetzes".

 

Dritter Abschnitt.
Von den Provinzialstatuten und Reglements.

 

Dritter Abschnitt.
Von den Bezirks- beziehungsweise Provinzialstatuten und Reglements.
 

§ 8. Der Provinzialverband ist befugt:
1) zum Erlasse besonderer statutarischer Anordnungen über solche seine Verfassung betreffenden Angelegenheiten, hinsichtlich denen das Gesetz auf statutarische Regelung verweist oder keine ausdrücklichen Vorschriften enthält. Das Statut darf den bestehenden Gesetzen nicht widersprechen;
2) zum Erlasse von Reglements über besondere Einrichtungen des Provinzialverbandes.

Die Provinzialstatuten und Reglements sind auf Kosten des Provinzialverbandes durch die Amtsblätter der Provinz bekannt zu machen.

 

§ 6. Die Bezirksverbände sowie der Provinzialverband sind befugt:
1) zum Erlasse besonderer statutarischer Anordnungen über solche seine Verfassung betreffenden Angelegenheiten, hinsichtlich denen das Gesetz auf statutarische Regelung verweist oder keine ausdrücklichen Vorschriften enthält. Das Statut darf den bestehenden Gesetzen nicht widersprechen;
2) zum Erlasse von Reglements über besondere Einrichtungen der Bezirksverbände beziehungsweise des Provinzialverbandes.

Die Bezirks- beziehungsweise Provinzialstatuten und Reglements sind auf Kosten der Bezirksverbände beziehungsweise des Provinzialverbandes durch die betreffenden Amtsblätter bekannt zu machen. 

Zweiter Titel.
Von der Vertretung und Verwaltung der Provinzialverbände.

 

Zweiter Titel.
Von der Vertretung und Verwaltung der Bezirksverbände, sowie des Provinzialverbandes.
 

 

B. Provinzialverband

 

A. Bezirksverbände
 

Erster Abschnitt.
Von der Zusammensetzung der Provinziallandtage.

 

Erster Abschnitt.
Von der Zusammensetzung der Kommunallandtage.
 

§ 9. Die Provinzialversammlung (der Provinziallandtag) besteht aus Abgeordneten der Land- und Stadtkreise der Provinz.

 

§ 86-7. Die Provinzialversammlung (Provinziallandtag) besteht aus den Mitgliedern der Kommunallandtage.

formuliert aus § 86 Nr. 2 der Provinzialordnung.
 

§ 7. Die Bezirksversammlungen (die Kommunallandtage) besteht aus Abgeordneten der Land- und Stadtkreise der Regierungsbezirke.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde zum § 9 bestimmt:
"§ 1. Die Provinziallandtage werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. ...";
dadurch
wurde erhielt der § 9 faktisch folgende Fassung:
"§ 9. Der Provinziallandtag besteht aus Abgeordneten, die nach Maßgabe des Gesetzes, betreffend die Wahlen zu den Provinziallandtagen und zu den Kreistage vom 3. Dezember 1920 (GS 1921 S. 1) gewählt werden."

siehe hierzu auch die Wahlordnung für die Provinziallandtags- und Kreistagswahlen vom 31. Dezember 1920 (GS 1921 S. 8), die durch Verordnung vom 18. Januar 1921 (GS S. 111) und 25. Juli 1929 (MinBliB. S. 667) geändert wurde..

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde zum § 9 bestimmt:
"§ 6. Die Provinziallandtagsabgeordneten werden von den wahlberechtigten Einwohnern der Provinz auf vier Jahre gewählt.";;
dadurch
wurde erhielt der § 9 faktisch folgende Fassung:
"§ 9. Der Provinziallandtag besteht aus Abgeordneten, die nach Maßgabe des Wahlgesetz für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 (GS S. 123) gewählt werden."

siehe hierzu die Verordnung zur Durchführung der Provinziallandtagswahlen vom 20. September 1925 (GS S. 115).

Durch Gesetz vom 17. Juli 1933 wurde bestimmt:
"§ 1. (1) Die Zuständigkeiten der Provinzial- (Kommunal-)landtage gehen auf die Provinzial- (Landes-)ausschüsse, ... über. Der Minister des Innern kann, soweit erforderlich, im Einvernehmen mit dem zuständigen Fachminister, einzelne dieser Zuständigkeiten auf besondere Ausschüsse übertragen, über deren Bildung und Zusammensetzung er die näheren Vorschriften im Verordnungswege trifft.
...
§ 3. Soweit Beschlüsse der Provinzial- (Kommunal-)landtage, ... nach den bisherigen Vorschriften einer Genehmigung bedürfen, gilt dies auch für die von den Provinzial- (Landes-)ausschüssen, ... gemäß § 1 Abs. 1 gefaßten Beschlüsse gleicher Art.";
dadurch wurden faktisch alle Bestimmungen hinsichtlich des Provinziallandtages als Beschlussorgans des Provinzialverbandes gestrichen, formalrechtlich jedoch nicht aufgehoben.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 (Gesetz über die Erweiterung der Befugnisse der Oberpräsidenten) wurde bestimmt:
"Artikel II. ...
3. Die Provinziallandtage, Provinzialausschüsse und Provinzialkommissionen werden aufgelöst. Eine Neubildung findet nicht statt.";
dadurch waren die §§ 9 bis 33 sowie die hierzu ergangenen Änderungen faktisch aufgehoben; die Aufgaben des Provinziallandtages wurden dem Oberpräsidenten übertragen.

 

§ 10. Zahl der Mitglieder der Provinziallandtage. In den Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern und Sachsen werden für jeden Kreis zwei Abgeordnete, in der Provinz Schlesien für jeden Kreis mit weniger als 40,000 Einwohnern ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 40,000 oder mehr Einwohnern zwei Abgeordnete gewählt. Erreicht die Einwohnerzahl eines Kreises
1) in der Provinz Schlesien 80,000,
2) in den Provinzen Ost- und Westpreußen 60,000,
3) in den Provinzen Brandenburg und Sachsen 50,000,
4) in der Provinz Pommern 40,000 Einwohner,
so werden drei Abgeordnete gewählt.

Für jede fernere Vollzahl von 50,000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu.

 

§ 10. Zahl der Mitglieder der Provinziallandtage. Zum Provinziallandtage werden für jeden Kreis mit weniger als 30 000 Einwohnern ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 30 000 bis zu 80 000 Einwohnern zwei Abgeordnete und für jeden Kreis, welcher die Einwohnerzahl von 80 000 erreicht, drei Abgeordnete gewählt. Für jede fernere Vollzahl von 50 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu. Dem Provinziallandtage  bleibt es überlassen, durch statutarische Anordnung zwei angrenzende Landkreise, welche nur durch je zwei Abgeordnete zu wählen haben, oder deren einer nur einen und der andere nur zwei Abgeordnete zu wählen hat, sowie zwei oder drei derjenigen Landkreise, welche nur je einen Abgeordneten zu wählen haben, zu Wahlbezirken zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen. Die Wahlbezirke wählen diejenige Zahl der Abgeordneten, welche gemäß Absatz 1 auf die zusammengelegten Kreise trifft.

 

§ 10. Zahl der Mitglieder der Provinziallandtage. Für jeden Kreis mit weniger als 35 000 Einwohnern wird ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 35 000 Einwohnern oder mehr werden zwei Abgeordnete gewählt. Erreicht die Einwohnerzahl eines Kreises 70 000, so werden drei Abgeordnete gewählt. Für jede fernere Vollzahl von 50 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu.

Durch vom 6. Oktober 1911 erhielt der § 10 folgende Fassung:
"§ 10. Für jeden Kreis mit weniger als 60 000 Einwohnern wird ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 60 000 Einwohnern oder mehr Einwohnern werden zwei Abgeordnete gewählt. Erreicht die Einwohnerzahl eines Kreises 120 000, so werden drei Abgeordnete gewählt. Für jede fernere Vollzahl von 100 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu.
Die Zahl der Abgeordneten, welche die einzelnen Kreise nach den bisherigen Bestimmungen im Jahre 1910 zu wählen hatten, bleiben unberührt.
Treten Veränderungen im Bestand eines Kreises gemäß § 3 Abs. 3 oder § 4 der Kreisordnung ein, so wird die Zahl seiner Abgeordneten auf die beteiligten Kreise unter Zugrundelegung der Einwohnerzahl verteilt, welche diesen Kreisen verbleibt oder zugewiesen wird."

 

§ 10. Zahl der Mitglieder der Provinziallandtage. Für jeden Kreis mit weniger als 40 000 Einwohnern wird ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 40 000 Einwohnern oder mehr werden zwei Abgeordnete gewählt. Erreicht die Einwohnerzahl eines Kreises 80 000, so werden drei Abgeordnete gewählt. Für jede fernere Vollzahl von 50 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu.

 

§ 10. Zahl der Mitglieder des Provinziallandtages. Es werden für jeden Kreis mit weniger als 40 000 Einwohnern zwei Abgeordnete, für jeden Kreis mit 40 000 bis zu 90 000 Einwohnern drei Abgeordnete und für jeden Kreis, welcher die Einwohnerzahl von 90 000 erreicht, vier Abgeordnete gewählt. Für jede fernere Vollzahl von 50 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu.

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 8. Zahl der Mitglieder der Kommunallandtage. Zu den Bezirksversammlungen (Kommunallandtagen) werden für jeden Kreis mit weniger als 20 000 Einwohnern ein Abgeordneter, für jeden Kreis mit 20 000 bis zu 40 000 Einwohnern zwei Abgeordnete, für jeden Kreis mit 40 000 bis 60 000 Einwohnern drei Abgeordnete gewählt. Für jede weitere Zahlenreihe von 1 bis 20 000 Einwohnern tritt ein Abgeordneter hinzu. Der Stadtkreis Frankfurt a. M. erhält diejenige Anzahl von Abgeordneten, welche sich nach dem Verhältniß seiner Bevölkerungsziffer zu der Gesammtziffer der Bevölkerung der übrigen Kreise des Regierungsbezirks Wiesbaden ergiebt. Bleiben hierbei Bruchtheile, welche die Hälfte übersteigen, so werden sie als voll berechnet; andernfalls bleiben sie unberücksichtigt. Dem Provinziallandtage bleibt es überlassen, durch statutarische Bestimmungen zwei angrenzende Landkreise, welche nur je einen oder zwei Abgeordnete zu wählen haben, zu Wahlbezirken zu vereinigen und die Wahlorte zu bestimmen. Die Wahlbezirke wählen diejenige Zahl der Abgeordneten, welche auf die zusammengelegten Kreise trifft.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 2. Die Feststellung der Zahl der von den einzelnen Kreisen beziehungsweise Wahlbezirken  zu wählenden Abgeordneten ist die Einwohnerzahl nach der Volkszählung von 1910 unter Einschluß der Militärpersonen zugrunde zu legen.
Die Frist zur Einreichung von Anträgen auf Berichtigung der Feststellung beträgt zwei Wochen.";
durch diese Bestimmung wurde der § 10 ergänzt.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) Die Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten ist auf Grund der Einwohnerzahl nach folgenden Grundsätzen festzusetzen:
In jeder Provinz entfällt
    innerhalb der ersten und zweiten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 25 000 Einwohnern,
    innerhalb der dritten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 35 000 Einwohnern,
    innerhalb der vierten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 50 000 Einwohnern,
    innerhalb der fünften Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 75 000 Einwohnern,
    innerhalb der sechsten Million und der folgenden Millionen Einwohnern ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 100 000 Einwohnern.
(2) Die sich hiernach ergebende Gesamtzahl von Provinziallandtagsabgeordneten wird durch den Provinzialausschuß auf Grund der jeweils letzten Volkszählung festgesetzt.
(3) Die Zahl der zu wählenden Provinziallandtagsabgeordneten ist durch den Provinzialausschuß auf die Regierungsbezirke der Provinz nach Maßgabe der Einwohnerzahl gleichmäßig zu verteilen.";
dadurch wurde der § 10 faktisch aufgehoben.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 3. (1) Die Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten ist auf Grund der Einwohnerzahl nach folgenden Grundsätzen festzusetzen:
In jeder Provinz entfällt
    innerhalb der ersten und zweiten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 25 000 Einwohnern,
    innerhalb der dritten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 35 000 Einwohnern,
    innerhalb der vierten Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 50 000 Einwohnern,
    innerhalb der fünften Million Einwohner ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 75 000 Einwohnern,
    innerhalb der sechsten Million und der folgenden Millionen Einwohnern ein Abgeordneter auf eine Vollzahl von je 100 000 Einwohnern.
(2) Die Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten beträgt jedoch mindestens 30.
(3) ...
(4) ...
(5) Die Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten wird vor jeder Neuwahl durch den Provinzialausschuß auf Grund der jeweils letzten amtlichen Volkszählung festgesetzt. Der Minister des Innern bestimmt, daß, solange das endgültige Ergebnis der amtlichen Volkszählung nicht feststeht, eine vorläufige Feststellung zugrunde gelegt wird.
(6) Eine Veränderung der Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten tritt erst bei der nächsten Neuwahl des Provinziallandtags in Wirkung.";
dadurch wurde der § 10 faktisch aufgehoben.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 10 faktisch aufgehoben.

 

§ 11. Den Provinziallandtagen bleibt es überlassen, durch statutarische Anordnung in geeigneten Fällen zwei derjenigen angrenzenden Landkreise, welche nur je zwei Abgeordnete zu wählen haben, unter Zustimmung der betreffenden Kreistage zu Wahlkreisen zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen.

In der Provinz Schlesien können außerdem in gleicher Weise zwei Landkreise, deren einer nur einen und der andere nur zwei Abgeordnete zu wählen hat, sowie zwei oder drei derjenigen Landkreise, welche nur je einen Abgeordneten zu wählen haben, zu Wahlbezirken verbunden werden.

Die Wahlbezirke wählen diejenige Zahl der Abgeordneten, welche gemäß § 10 auf die zusammengelegten Kreise trifft.

 

§ 11. Fällt aus (siehe aber § 10 Satz 2 und 3)

 

§ 11. Dem Provinziallandtage bleibt überlassen, durch statutarische Anordnung zwei angrenzende Landkreise, welche nur einen oder zwei Abgeordnete zu wählen haben, zu Wahlbezirken zu vereinigen und die Wahlorte zu bestimmen.

 

§ 11. Dem Provinziallandtage bleibt es überlassen, durch statutarische Anordnung in geeigneten Fällen zwei derjenigen angrenzenden Landkreise, welche nur je zwei Abgeordnete zu wählen haben, unter Zustimmung der betreffenden Kreistage zu Wahlkreisen zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen.

Die Wahlbezirke wählen diejenige Zahl der Abgeordneten, welche gemäß § 10 auf die zusammengelegten Kreise trifft.

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

(siehe aber § 8 Satz 4 und 5)

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 7. Wahlkreise sind die Land- und Stadtkreise. Land- oder Stadtkreise, deren Einwohnerzahl geringer ist als diejenige Zahl, auf welche bei gleichmäßiger Verteilung der Abgeordnetensitze wenigstens ein Sitz entfallen würde, sind durch Provinzialgesetz mit einem benachbarten Land- oder Stadtkreise zu einem Wahlkreise zu vereinigen.";
dadurch wurde der § 11 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 10. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts.";
dadurch wurde der § 11 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 11 faktisch aufgehoben.

 

§ 12. Die Feststellung der Zahl der von den einzelnen Kreisen beziehungsweise Wahlbezirken zu wählenden Abgeordneten erfolgt vor jeder neuen Wahl (§§ 20 und 122) durch den Provinzialausschuß und wird durch die Amtsblätter der Provinz zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Der Feststellung ist die durch die jeweilige letzte Volkszählung ermittelte Einwohnerzahl der Kreise beziehungsweise Wahlbezirke, mit Ausschluß der aktiven Militärpersonen, zu Grunde zu legen.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 9. Die Feststellung der Zahl der von den einzelnen Kreisen beziehungsweise Wahlbezirken zu wählenden Abgeordneten erfolgt vor jeder neuen Wahl (§§ 17 und 95) durch den Landesausschuß und wird durch das Amtsblatt des Regierungsbezirks zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Der Feststellung ist die durch die jeweilige letzte Volkszählung ermittelte Einwohnerzahl der Kreise beziehungsweise Wahlbezirke, mit Ausschluß der aktiven Militärpersonen, zu Grunde zu legen.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 2. Die Feststellung der Zahl der von den einzelnen Kreisen beziehungsweise Wahlbezirken  zu wählenden Abgeordneten ist die Einwohnerzahl nach der Volkszählung von 1910 unter Einschluß der Militärpersonen zugrunde zu legen.
Die Frist zur Einreichung von Anträgen auf Berichtigung der Feststellung beträgt zwei Wochen.";
dadurch
wurde der § 12 Abs. 1 abgeändert und der Abs. 2 wurde aufgehoben.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) ...
(2) Die sich hiernach ergebende Gesamtzahl von Provinziallandtagsabgeordneten wird durch den Provinzialausschuß auf Grund der jeweils letzten Volkszählung festgesetzt.
(3) Die Zahl der zu wählenden Provinziallandtagsabgeordneten ist durch den Provinzialausschuß auf die Regierungsbezirke der Provinz nach Maßgabe der Einwohnerzahl gleichmäßig zu verteilen.";
dadurch wurde der § 12 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 10. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts.";
dadurch wurde der § 12 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 12 faktisch aufgehoben.

 

§ 13. Anträge auf Berechtigung der Feststellung sind innerhalb vier Wochen nach Ausgabe des Amtsblatts, durch welches die Feststellung veröffentlicht worden ist, bei dem Provinzialausschusse anzubringen, welcher darüber endgültig beschließt.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 10. Anträge auf Berechtigung der Feststellung sind innerhalb vier Wochen nach Ausgabe des Amtsblatts, durch welches die Feststellung veröffentlicht worden ist, bei dem Landesausschusse anzubringen, welcher darüber endgültig beschließt.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 2. Die Feststellung der Zahl der von den einzelnen Kreisen beziehungsweise Wahlbezirken  zu wählenden Abgeordneten ist die Einwohnerzahl nach der Volkszählung von 1910 unter Einschluß der Militärpersonen zugrunde zu legen.
Die Frist zur Einreichung von Anträgen auf Berichtigung der Feststellung beträgt zwei Wochen.";
dadurch wurde der § 13 abgeändert.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) ...
(2) ...
(3) Die Zahl der zu wählenden Provinziallandtagsabgeordneten ist durch den Provinzialausschuß auf die Regierungsbezirke der Provinz nach Maßgabe der Einwohnerzahl gleichmäßig zu verteilen.";
dadurch wurde der § 13 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 10. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts.";
dadurch wurde der § 13 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 13 faktisch aufgehoben.

 

§ 14. Vollziehung der Wahlen. Die Abgeordneten der Landkreise werden von den Kreistagen gewählt.

Erfolgt die Bildung von Wahlbezirken, so treten die Kreistage der zu dem Wahlbezirke gehörigen Landkreise unter dem Vorsitze des von dem Oberpräsidenten zu ernennenden Wahlkommissars zu einer Wahlversammlung zusammen.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 11. Vollziehung der Wahlen. Die Abgeordneten der Landkreise werden von den Kreistagen gewählt.

Erfolgt die Bildung von Wahlbezirken, so treten die Kreistage der zu dem Wahlbezirke gehörigen Landkreise unter dem Vorsitze des von dem Oberpräsidenten zu ernennenden Wahlkommissars zu einer Wahlversammlung zusammen.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde zum § 14 bestimmt:
"§ 1. Die Provinziallandtage werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Er wird durch die Staatsregierung bestimmt. In allen Provinzen soll in der Regel derselbe Wahltag festgesetzt werden.";
dadurch wurde der § 14 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde zum § 14 bestimmt:
"§ 6. (1) Die Provinziallandtagsabgeordneten werden von den wahlberechtigten Einwohner der Provinz auf vier Jahre gewählt.
(2) Der Wahltag muß ein Sonntag oder ein öffentlicher Ruhetag sein. Er wird vom Staatsministerium bestimmt. Die regelmäßigen Neuwahlen finden vor Ablauf der Wahlzeit statt.
(3) ...";
dadurch wurde der § 14 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 14 faktisch aufgehoben.

 

§ 15. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden von dem Magistrate und der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise dem bürgerschaftlichen Repräsentatenkollegium in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitze des Bürgermeisters, die Abgeordneten des Stadtkreises Magdeburg werden von dem Kreistage gewählt.

 

§ 15. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden von dem Magistrate und der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise dem bürgerschaftlichen Repräsentatenkollegium in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitze des Bürgermeisters ... (Worte für die Provinz Hannover gegenstandslos) gewählt.

 

§ 15. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden von dem Magistrate und der Stadtverordnetenversammlung in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitze des Bürgermeisters gewählt.

 

§ 15. Die Wahl der Abgeordneten der Stadtkreise erfolgt durch die Stadtverordnetenversammlung, sowie in denjenigen Städten, in welchen die Verwaltung nach Titel VIII der Städteordnung vom 15. Mai 1856 geführt wird, durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung, welche zu diesem Behufe unter dem Vorsitze des Bürgermeisters zu einer Wahlversammlung vereinigt werden.

 

§ 15. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden von dem Magistrate und der Stadtverordnetenversammlung in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitze des Bürgermeisters gewählt. Die Abgeordneten des Stadtkreises Altona werden vom Kreistage gewählt. Von denselben muß Einer dem Magistrat der Stadt Ottensen angehören. 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 12. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden von dem Gemeindevorstande (Magistrate, Stadtrath, Gemeinderath) und der Gemeindevertretung (Stadtverordnetenversammlung, große Ausschußversammlung, Bürgerausschuß) in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitze des Bürgermeisters gewählt.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 4. Die Abgeordneten der Stadtkreise werden durch die Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise das bürgerliche Repräsentantenkollegium gewählt";
dadurch
wurde der § 15 abgeändert.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 1. Die Provinziallandtage werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Er wird durch die Staatsregierung bestimmt. In allen Provinzen soll in der Regel derselbe Wahltag festgesetzt werden.";
dadurch wurde der § 15 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) Die Provinziallandtagsabgeordneten werden von den wahlberechtigten Einwohner der Provinz auf vier Jahre gewählt.
(2) Der Wahltag muß ein Sonntag oder ein öffentlicher Ruhetag sein. Er wird vom Staatsministerium bestimmt. Die regelmäßigen Neuwahlen finden vor Ablauf der Wahlzeit statt.
(3) ...";
dadurch wurde der § 15 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 15 faktisch aufgehoben.

 

§ 16. Die Vollziehung der Wahlen der Provinziallandtags-Abgeordneten erfolgt nach näherer Vorschrift des diesem Gesetze beigefügten Wahlreglements.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 13. Die Vollziehung der Wahlen der Kommunallandtagsabgeordneten erfolgt nach näherer Vorschrift des diesem Gesetze beigefügten Wahlreglements.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 5. Die Wahl erfolgt, sofern mindestens zwei Abgeordnete von einem Stadt- oder Landkreise oder einem aus zwei verbundenen Kreise gebildeten Wahlbezirke zu wählen sind, nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Ersatzwahlen finden in diesem Falle nicht statt. Die Wahlvorschläge dürfen um die Hälfte mehr Namen enthalten, als Abgeordnete zu wählen sind. Ein entstehender Bruchteil wird nach unten abgerundet. Zur Einreichung eines Wahlvorschlags sind drei Unterschriften erforderlich.
Die näheren Bestimmungen über die Durchführung der Verhältniswahl erläßt der Provinzialrat.
§ 6. Sofern von einem Stadt- oder Landkreise nur ein Abgeordneter zu wählen ist, verbleibt es bei den bisherigen Vorschriften.";
durch diese Bestimmungen wurde der § 16 ergänzt.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 erhielt der § 16 faktisch folgende Fassung:
"§ 16. Die Vollziehung der Wahlen der Provinziallandtagsabgeordneten erfolgt nach näherer Vorschrift des Gesetzes, betreffend die Wahlen zu den Provinziallandtagen und zu den Kreistage vom 3. Dezember 1920 (GS 1921 S. 1).".

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 erhielt der § 16 faktisch folgende Fassung:
"§ 16. Die Vollziehung der Wahlen der Provinziallandtagsabgeordneten erfolgt nach näherer Vorschrift des Wahlgesetz für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 (GS S. 123).".

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 16 faktisch aufgehoben.

 

§ 17. Wählbarkeit zum Abgeordneten. Wählbar zum Mitgliede des Provinziallandtages ist jeder selbständige Angehörige des Deutschen Reichs, welcher das dreißigste Lebensjahr vollendet hat, sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet und seit mindestens einem Jahre der Provinz durch Grundbesitz oder Wohnsitz angehört.

Als selbstständig gilt derjenige, welchem das Recht, über sein Vermögen zu verfügen und dasselbe zu verwalten, nicht durch gerichtliche Anordnung entzogen ist.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 14. Wählbarkeit zum Abgeordneten. Wählbar zum Mitgliede des Kommunallandtages ist jeder selbständige Angehörige des Deutschen Reichs, welcher das dreißigste Lebensjahr vollendet hat, sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet und seit mindestens einem Jahre dem Regierungsbezirke durch Grundbesitz oder Wohnsitz angehört.

Als selbstständig gilt derjenige, welchem das Recht, über sein Vermögen zu verfügen und dasselbe zu verwalten, nicht durch gerichtliche Anordnung entzogen ist.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 3. Wählbar zu Mitgliedern des Provinzial- (Kommunal-) Landtags und des Provinzial- (Landes-) Ausschusses sind alle im Besitze der deutschen Reichsangehörigkeit und der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen, weder entmündigten noch unter vorläufiger Vormundschaft stehenden Männer und Frauen, welche am Tage der Wahl das 20. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens 6 Monaten ihren Wohnsitz in der Provinz (dem Bezirksverband) haben.
Vorschriften der Provinzialordnungen, nach denen die Wählbarkeit in gewissen Fällen ruht, werden aufgehoben.";
durch diese Bestimmungen wurde der § 17 ergänzt.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 5. Wählbar ist jeder Wahlberechtigte, der das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet hat.";
dadurch wurde der § 17 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 7. (1) Alle über 20 Jahre alten reichsdeutschen Männer und Frauen, die ihren Wohnsitz im Gebiete der Provinz haben, sind wahlberechtigt und nach Vollendung des 25. Lebensjahres wählbar. Für die Voraussetzung der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit ist der Wahltag maßgebend.
(2) Wahlberechtigt und wählbar ist nicht:
1. wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft oder wegen geistiger Gebrechen unter Pflegschaft steht;
2. wer die bürgerlichen Ehrenrechte nicht besitzt.
(3) Die Ausübung der Wahlberechtigung ruht für Soldaten während der Dauer der Zugehörigkeit zur Wehrmacht.
(4) Behindert in der Ausübung ihres Wahlrechts sind Personen, die wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche in einer Heil- oder Pflegeanstalt untergebracht sind, ferner Straf- und Untersuchungsgefangene sowie Personen, die infolge gerichtlicher oder polizeiliche rAnordnungen in Verwahrung gehalten werden. Ausgenommen sind Personen, die sich aus politischen Gründen in Schutzhaft befinden.
(5) ...";
dadurch wurde der § 17 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 17 faktisch aufgehoben.

 

§ 18. Verlust der Wählbarkeit. Die Wählbarkeit geht verloren, sobald eines der im § 17 gedachten Erfordernisse bei dem bis dahin Wählbaren nicht mehr zutrifft. Sie ruht während der Dauer eines Konkurses, ferner während der Dauer einer gerichtlichen Untersuchung, wenn dieselbe wegen Verbrechen oder wegen solcher Vergehen, welche den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte nach sich ziehen müssen oder können, eingeleitet, oder wenn die gerichtliche Haft verfügt ist.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 15. Verlust der Wählbarkeit. Die Wählbarkeit geht verloren, sobald eines der im § 14 gedachten Erfordernisse bei dem bis dahin Wählbaren nicht mehr zutrifft. Sie ruht während der Dauer eines Konkurses, ferner während der Dauer einer gerichtlichen Untersuchung, wenn dieselbe wegen Verbrechen oder wegen solcher Vergehen, welche den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte nach sich ziehen müssen oder können, eingeleitet, oder wenn die gerichtliche Haft verfügt ist.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 3. ...
Vorschriften der Provinzialordnungen, nach denen die Wählbarkeit in gewissen Fällen ruht, werden aufgehoben.";
dadurch
wurde der § 18 Satz 2 gestrichen.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 11. (1) ...
(2) Fällt eine Voraussetzung der Wählbarkeit weg, so scheidet der Provinziallandtagsabgeordnete aus dem Provinziallandtag aus. Darüber, ob dieser Fall vorliegt, beschließt im Streitfalle der Provinziallandtag. Gegen den Beschluß steht dem Abgeordneten binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu. Die Klage hat aufschiebende Wirkung.";
dadurch wurde der § 18 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 7. (1) ...
(5) Wahlberechtigung und Wählbarkeit gehen verloren, wenn einer ihrer Voraussetzungen wegfällt";
dadurch wurde der § 18 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 18 faktisch aufgehoben.

 

§ 19. Dauer der Wahlperiode der Abgeordneten. Die Abgeordneten zum Provinziallandtage werden auf sechs Jahre gewählt.

Jede Wahl verliert dauernd oder vorübergehend ihre Wirkung mit dem gänzlichen oder zeitweisen Aufhören einer der für die Wählbarkeit vorgeschriebenen Bedingungen. Der Provinziallandtag hat darüber zu beschließen, ob einer dieser Fälle eingetreten ist.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 16. Dauer der Wahlperiode der Abgeordneten. Die Abgeordneten zum Kommunallandtage werden auf sechs Jahre gewählt.

Jede Wahl verliert dauernd oder vorübergehend ihre Wirkung mit dem gänzlichen oder zeitweisen Aufhören einer der für die Wählbarkeit vorgeschriebenen Bedingungen. Der Kommunallandtag hat darüber zu beschließen, ob einer dieser Fälle eingetreten ist.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 11. (1) Die Provinziallandtagsabgeordneten werden auf vier Jahre gewählt.
(2) Fällt eine Voraussetzung der Wählbarkeit weg, so scheidet der Provinziallandtagsabgeordnete aus dem Provinziallandtag aus. Darüber, ob dieser Fall vorliegt, beschließt im Streitfalle der Provinziallandtag. Gegen den Beschluß steht dem Abgeordneten binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu. Die Klage hat aufschiebende Wirkung.";
dadurch wurde der § 19 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) Die Provinziallandtagsabgeordneten werden von den wahlberechtigten Einwohner der Provinz auf vier Jahre gewählt.
(2) Der Wahltag muß ein Sonntag oder ein öffentlicher Ruhetag sein. Er wird vom Staatsministerium bestimmt. Die regelmäßigen Neuwahlen finden vor Ablauf der Wahlzeit statt.
(3) Die ausscheidenden Provinziallandtagsabgeordneten bleiben bis zur amtlichen Bekanntmachung des Wahlergebnisses in Tätigkeit.
...
§ 21.
Fällt eine Voraussetzung der Wählbarkeit während der Wahlzeit fort, so scheidet der Provinziallandtagsabgeordnete aus dem Provinziallandtage aus. Darüber, ob dieser Fall vorliegt, beschließt der Provinzialausschuß. Gegen den beschluß steht dem Abgeordneten binnen zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung. Während der Dauer des Verfahrend tritt der Ersatzmann gemäß § 22 vorläufig ein.";
dadurch wurde der § 19 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 19 faktisch aufgehoben.

 

§ 20. Anordnung der Wahlen. Die Vornahme der Wahlen zum Provinziallandtage wird durch den Oberpräsidenten angeordnet.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 17. Anordnung der Wahlen. Die Vornahme der Wahlen zum Kommunallandtage wird durch den Oberpräsidenten angeordnet.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 1. ... Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Er wird durch die Staatsregierung bestimmt. In allen Provinzen soll in der Regel derselbe Wahltag festgesetzt werden.";
dadurch wurde der § 20 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 6. (1) ...
(2) Der Wahltag muß ein Sonntag oder ein öffentlicher Ruhetag sein. Er wird vom Staatsministerium bestimmt. Die regelmäßigen Neuwahlen finden vor Ablauf der Wahlzeit statt.
(3) ...";
dadurch wurde der § 20 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 20 faktisch aufgehoben.

 

§ 21. Die Namen der neugewählten Abgeordneten sind von dem Oberpräsidenten durch die Amtsblätter der Provinz bekannt zu machen.

Die Einführung derselben erfolgt durch den Vorsitzenden des Provinziallandtages.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 18. Die Namen der neugewählten Abgeordneten sind von dem Oberpräsidenten durch das Amtsblatt des Regierungsbezirks bekannt zu machen.

Die Einführung derselben erfolgt durch den Vorsitzenden des Kommunallandtages.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 10. (1) Das Ergebnis der Wahl ist öffentlich bekannt zu machen.
(2) ...";
dadurch wurde der § 21 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 20. (1) Das Wahlergebnis ist von dem Provinzialausschusses festzustellen und öffentlich bekanntzumachen.
(2) ...";
dadurch wurde der § 21 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 21 faktisch aufgehoben.

 

§ 22. Ersatzwahlen. Die Ersatzwahlen für die im Laufe der Wahlperiode Ausgeschiedenen werden von denjenigen Land- und Stadtkreisen beziehungsweise Wahlbezirken vorgenommen, von denen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

Die Vollziehung der Ersatzwahlen muß innerhalb längstens sechs Monaten und womöglich vor dem Zusammentritte des nächsten Provinziallandtages erfolgen. Die Ersatzmänner bleiben nur bis zum Ende desjenigen Zeitraums in Thätigkeit, für welchen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 19. Ersatzwahlen. Die Ersatzwahlen für die im Laufe der Wahlperiode Ausgeschiedenen werden von denjenigen Land- und Stadtkreisen beziehungsweise Wahlbezirken vorgenommen, von denen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

Die Vollziehung der Ersatzwahlen muß innerhalb längstens sechs Monaten und womöglich vor dem Zusammentritte des nächsten Kommunallandtages erfolgen. Die Ersatzmänner bleiben nur bis zum Ende desjenigen Zeitraums in Thätigkeit, für welchen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 12. (1) Wenn ein Provinziallandtagsabgeordneter die Wahl ablehnt oder während der Dauer seiner Wahlzeit ausscheidet, tritt an seine Stelle der Bewerber, der demselben Wahlvorschlag angehört und nach den Grundsätzen der Verhältniswahl hinter dem gewählten an erster Stelle berufen ist. Ist ein solcher Bewerber nicht vorhanden, so bleibt die Stelle unbesetzt.
(2) Die erforderlichen Feststellungen erfolgen durch den Provinzialausschuß.";
dadurch wurde der § 22 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 22. Wenn ein Provinziallandtagsabgeordneter die Wahl ablehnt oder vor Ablauf der Wahlzeit ausscheidet oder wenn die Wahl eines einzelnen Provinziallandtagsabgeordneten für ungültig erklärt wird, so tritt an seine Stelle der Bewerber, der in demselben Vorschlage hinter dem Gewählten an erster Stelle berufen ist. Die Reihenfolge, in der die Bewerber zu berufen sind, kann durch die Mehrheit der noch wahlberechtigten Unterzeichnet des Wahlvorschlags geändert werden. Die Änderung muß dem Provinzialausschusse bis zum Ablauf von zwei Wochen mitgeteilt werden, nachdem die Erledigung der Stelle in den amtlichen Blättern des Wahlbezirkes bekanntgemacht worden ist. Die Feststellung des Ersatzmannes erfolgt durch den Provinzialausschuß. Auf die Bekanntmachung und Nachprüfung der Feststellung finden die Vorschriften des § 20 entsprechende Anwendung. Ist ein weiterer Bewerber in demselben Wahlvorschlage nicht vorhanden, so bleibt der Abgeordnetensitz unbesetzt.";
dadurch wurde der § 22 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 22 faktisch aufgehoben.

 

§ 23. Einspruch gegen das stattgehabte Wahlverfahren und Entscheidung über die Gültigkeit der Wahlen. Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann jedes Mitglied der Wahlversammlung innerhalb zwei Wochen Einspruch bei dem Vorsitzenden des Wahlvorstandes erheben. Die Beschlußfassung über den Einspruch, über welchen die Betheiligten vorab zu hören sind, steht dem Provinziallandtage zu. Im Übrigen prüft der Provinziallandtag die Legitimation seiner Mitglieder von Amtswegen und beschließt darüber.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 20. Einspruch gegen das stattgehabte Wahlverfahren und Entscheidung über die Gültigkeit der Wahlen. Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann jedes Mitglied der Wahlversammlung innerhalb zwei Wochen Einspruch bei dem Vorsitzenden des Wahlvorstandes erheben. Die Beschlußfassung über den Einspruch, über welchen die Betheiligten vorab zu hören sind, steht dem Kommunallandtage zu. Im Übrigen prüft der Kommunallandtag die Legitimation seiner Mitglieder von Amtswegen und beschließt darüber.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 10. (1) ...
(2) Gegen die Gültigkeit der Wahl kann jeder Wahlberechtigte binnen vier Wochen nach der Bekanntmachung Einspruch bei dem Provinzialausschuß erheben. Über den Einspruch beschließt der Provinziallandtag. Auch im übrigen prüft der Provinziallandtag die Gültigkeit der Wahlen von Amts wegen. Gegen den Beschluß des Provinziallandtags steht dem, der den Einspruch erhoben hat, und dem, dessen Wahl für ungültig erklärt ist, binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu.
(3) Die Klage hat im Falle der Ungültigkeitserklärung einer Wahl aufschiebende Wirkung. Wird ein Beschluß des Provinziallandtags, durch den die Wahl eines Wahlkreises oder die ganze Wahl für ungültig erklärt worden ist, im Verwaltungsstreitverfahren bestätigt, so findet auf Grund derselben Wählerliste binnen längstens sechs Wochen nach Rechtskraft des Urteils eine Nachwahl mit neuer Verteilung der Sitze gemäß § 8 statt.";
dadurch wurde der § 23 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 20. (1) ...
(2) Gegen die Gültigkeit der Wahl kann jeder Wahlberechtigte binnen zwei Wochen nach der Bekanntmachung Einspruch bei dem Provinzialausschuß erheben.
(3) Der neue Provinziallandtag hat über die Einsprüche sowie über die Gültigkeit der Wahl vom Amts wegen in folgender Weise zu beschließen:
1. Wird die Wahl eines oder mehrere Gewählten wegen Mangels der Wählbarkeit für ungültig erachtet, so ist nur die Wahl dieser Personen für ungültig zu erklären.
2. Wir für festgestellt erachtet, daß bei der Vorbereitung der Wahl oder bei der Wahlhandlung Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, die auf das Wahlergebnis von Einfluß gewesen sein können, so ist die Wahl in den betroffenen Wahlbezirken für ungültig zu erklären. Durch die Ungültigkeiterklärung von Wahlen in einzelnen Wahlbezirken bleibt das für die übrigen Wahlbezirke festgestellte Wahlergenis unberührt.
3. Wir für festgestellt erachtet, daß die Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Gruppen von Wahlvorschlägen mit gemeinsamem Kennworte gemäß § 13 Abs. 2 oder die Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Regierungsbezirke auf die einzelnen Bezirkswahlvorschläge unrichtig vorgenommen ist, so ist die Verteilung aufzuheben und eine neue Verteilung anzuordnen.
4. Wir die Feststellung des Wahlergebnisses in einzelnen Wahlbezirken für unrichtig erachtet, so ist die Feststellung aufzuheben und eine neue Feststellung des Wahlergebnisses anzuordnen.
(4) ...
(5) Ist die Wahl in den einzelnen Wahlbezirken endgültig für ungültig erklärt (Abs. 3 Nr. 2), so hat in diesen Wahlbezirken binnen längstens drei Monaten eine Neuwahl stattzufinden; § 6 Abs. 2 und 3 findet Anwendung. Auf Grund des Ergebnisses der Nachwahl hat der Provinzialausschuß sowohl das Wahlergebnis in den betroffenen Wahlbezirken neu festzustellen als auch erforderlichenfalls die Verteilung der Sitze auf die Gruppen von Wahlvorschlägen mit gemeinsamem Kennworte gemäß § 13 Abs. 2 und die Verteilung innerhalb des betroffenen Regierungsbezirkes auf die einzelnen Bezirkswahlvorschläge derselben Gruppe neu vorzunehmen. Sind hiervon einzelnen Bezirkswahlvorschlägen weniger Sitze als bisher zuzuteilen, so stellt der Provinzialausschuß fest, welche Provinziallandtagsabgeordneten ausgeschieden sind. Er ist hierbei an die Grundsätze der endgültigen Entscheidung gebunden.
(6) Auf die Bekanntmachung und die Nachprüfung des berichtigten Wahlergebnisses finden die Vorschriften der Abs. 1 bis 5 Anwendung.
(7) Ist endgültig die Verteilung gemäß § 13 Abs. 2, die Verteilung auf die Regierungsbezirke oder die Verteilung innerhalb der Regierungsbezirke auf die einzelnen Bezirkswahlvorschläge aufgehoben oder eine Neuverteilung angeordnet, so hat der Provinzialausschuß sie alsbald vorzunehmen. Abs. 6 findet entsprechende Anwendung.";
dadurch wurde der § 23 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 23 faktisch aufgehoben.

 

§ 24. Gegen die nach Maßgabe der §§ 19 und 23 gefaßten Beschlüsse des Provinziallandtages findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte statt. Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung, jedoch dürfen bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Ersatzwahlen nicht stattfinden.

 

gemäß § 86 Nr. 2 faktisch gegenstandslos.

 

§ 21. Gegen die nach Maßgabe der §§ 16 und 20 gefaßten Beschlüsse des Kommunallandtages findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte statt. Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung, jedoch dürfen bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Ersatzwahlen nicht stattfinden.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 10. (1) ...
(2) Gegen die Gültigkeit der Wahl kann jeder Wahlberechtigte binnen vier Wochen nach der Bekanntmachung Einspruch bei dem Provinzialausschuß erheben. Über den Einspruch beschließt der Provinziallandtag. Auch im übrigen prüft der Provinziallandtag die Gültigkeit der Wahlen von Amts wegen. Gegen den Beschluß des Provinziallandtags steht dem, der den Einspruch erhoben hat, und dem, dessen Wahl für ungültig erklärt ist, binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu.
(3) Die Klage hat im Falle der Ungültigkeitserklärung einer Wahl aufschiebende Wirkung. Wird ein Beschluß des Provinziallandtags, durch den die Wahl eines Wahlkreises oder die ganze Wahl für ungültig erklärt worden ist, im Verwaltungsstreitverfahren bestätigt, so findet auf Grund derselben Wählerliste binnen längstens sechs Wochen nach Rechtskraft des Urteils eine Nachwahl mit neuer Verteilung der Sitze gemäß § 8 statt.";
dadurch wurde der § 24 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 20. (1) ...
(4) gegen den Beschluß des Provinziallandtags steht dem Provinzialausschusse, dem, der den Einspruch erhoben hat, und dem, dessen Wahl für ungültig erklärt ist, binnen zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Eine Klage, die infolge Zurückweisung des Einspruchs erhoben wird, darf mit dem Klageantrage nicht über den Einspruchsantrag hinausgehen. Die Klage hat aufschiebende Wirkung außer in den Fällen, in denen die Wahl für gültig oder nur gemäß Abs. 3 Nr. 1 für ungültig oder erklärt worden ist. Im letzten Falle tritt der Ersatzmann gemäß § 22 nicht eher ein, als der Beschluß unanfechtbar geworden oder im Verwaltungsstreitverfahren rechtskräftig bestätigt ist.
(5) ...";
dadurch wurde der § 24 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 24 faktisch aufgehoben.

 

Zweiter Abschnitt.
Von den Versammlungen der Provinziallandtage.

 

Zweiter Abschnitt.
Von den Versammlungen der Kommunallandtage.
 

§ 25. Einberufung des Provinziallandtages. Der Provinziallandtag wird von dem Könige alle zwei Jahre wenigstens ein Mal berufen, außerdem aber so oft es die Geschäfte erfordern.

 

§ 86-22. Einberufung des Provinziallandtages. Der Provinziallandtag wird von dem Könige berufen, so oft es die Geschäfte erfordern.

formuliert aus § 86 Nr. 3 der Provinzialordnung.
 

§ 22. Einberufung des Kommunallandtages. Der Kommunallandtag wird von dem Könige alle drei Jahre wenigstens ein Mal berufen, außerdem aber so oft es die Geschäfte erfordern.

 

Durch Gesetz vom 20. März 1919 wurde bestimmt:
"§ 5. Die Befugnisse, die nach den Gesetzen und Verordnungen dem König zustanden, übt bis auf weiteres die Staatsregierung aus ....";
dadurch wurden im § 25 die Worte "von dem Könige" ersetzt durch: "von der Staatsregierung".

Durch die Verfassung vom 30. November 1920 wurde bestimmt:
"Art. 82. Die Befugnisse, die nach den früheren Gesetzen, Verordnungen und Verträgen dem Könige zustanden, gehen auf das Staatsministerium über.";
dadurch wurden im § 25 die Worte "von dem Könige" ersetzt durch: "vom Staatsministerium".

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde im § 24 bestimmt:
"§ 24. (1) Die neugewählten Provinzial- (Kommunal-) Landtage und Kreistage sind binnen dreißig Tagen nach der Wahl zusammenberufen.
(2) ...";
dadurch wurde der § 25 ergänzt.

Durch Gesetz vom 17. Juli 1933 wurde bestimmt:
"§ 2. (1) ...
(2) Im § 25 ... werden die Worte "alle zwei Jahre wenigstens ein Mal" und die Worte "außerdem aber" gestrichen.;
dadurch wurde der § 25 geändert.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 25 faktisch aufgehoben.

 

§ 26. Die Ladung der Mitglieder, die Eröffnung und Schließung des Provinziallandtages erfolgt durch den Oberpräsidenten der Provinz als Königlichen Kommissarius oder den für ihn in dieser Eigenschaft ernannten Stellvertreter.

 

§ 23. Die Ladung der Mitglieder, die Eröffnung und Schließung des Kommunallandtages erfolgt durch den Oberpräsidenten der Provinz als Königlichen Kommissarius oder den für ihn in dieser Eigenschaft ernannten Stellvertreter.

 

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ...";
dadurch wurden im § 26 die Worte "Königlichen Kommissarius" ersetzt durch: "Staatskommissar"

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 26 faktisch aufgehoben.

 

§ 27. Königlicher Kommissarius bei dem Provinziallandtage. Der Königliche Kommissarius ist die Mittelsperson bei allen Verhandlungen der Staatsbehörden mit dem Provinziallandtage.

Der Kommissarius theilt dem Provinziallandtage der Vorlagen der Staatsregierung mit und empfängt die von ihm abzugebenden Erklärungen und Gutachten.

Der Königliche Kommissarius, sowie die zu seiner Vertretung oder Unterstützung abgeordneten Staatsbeamten sind befugt, den Sitzungen des Provinziallandtages und der von ihm zur Vorbereitung seiner Beschlüsse gewählten Kommissionen beizuwohnen; dieselben müssen auf Verlangen zu jeder Zeit gehört werden.

 

§ 24. Königlicher Kommissarius bei dem Kommunallandtage. Der Königliche Kommissarius ist die Mittelsperson bei allen Verhandlungen der Staatsbehörden mit dem Kommunallandtage.

Der Kommissarius theilt dem Kommunallandtage der Vorlagen der Staatsregierung mit und empfängt die von ihm abzugebenden Erklärungen und Gutachten.

Der Königliche Kommissarius, sowie die zu seiner Vertretung oder Unterstützung abgeordneten Staatsbeamten sind befugt, den Sitzungen des Kommunallandtages und der von ihm zur Vorbereitung seiner Beschlüsse gewählten Kommissionen beizuwohnen; dieselben müssen auf Verlangen zu jeder Zeit gehört werden. 

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ...";
dadurch wurden im § 27 (einschließlich der Überschrift) die Worte "Königlicher Kommissarius" bzw. "Königliche Kommissarius" ersetzt durch: "Staatskommissar"

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 27 faktisch aufgehoben.

 

§ 28. Öffentlichkeit der Sitzungen des Provinziallandtages. Die Sitzungen des Provinziallandtages sind öffentlich. Für einzelne Gegenstände kann durch besonderen, in geheimer Sitzung gefaßten Beschluß die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden.

 

§ 25. Öffentlichkeit der Sitzungen des Kommunallandtages. Die Sitzungen des Kommunallandtages sind öffentlich. Für einzelne Gegenstände kann durch besonderen, in geheimer Sitzung gefaßten Beschluß die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 28 faktisch aufgehoben.

 

§ 29. Beschlußfähigkeit des Provinzlandtages. Der Provinziallandtag kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte der im § 10 vorgeschriebenen Mitgliederzahl anwesend ist.

Als anwesend gelten auch diejenigen Mitglieder, welche sich der Abstimmung enthalten.

 

§ 86-26. Beschlußfähigkeit des Provinzlandtages. Der Provinziallandtag kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte der im § 8 vorgeschriebenen Mitgliederzahl anwesend ist.

Als anwesend gelten auch diejenigen Mitglieder, welche sich der Abstimmung enthalten.

formuliert aus § 86 Nr. 1 der Provinzialordnung.
 

§ 26. Beschlußfähigkeit des Kommunallandtages. Der Kommunallandtag kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte der im § 8 vorgeschriebenen Mitgliederzahl anwesend ist.

Als anwesend gelten auch diejenigen Mitglieder, welche sich der Abstimmung enthalten. 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde im § 29 der Bezug auf "§ 10" ergänzt durch: "und § 2 des Gesetz betreffend die Neuwahl der Provinziallandtage vom 16. Juli 1919 (GS S. 129)".

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurden im § 29 der Bezug auf "§ 10" ersetzt durch: "§ 6 des Gesetzes, betreffend die Wahlen zu den Provinziallandtagen und zu den Kreistage vom 3. Dezember 1920 (GS 1921 S. 1)".

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurden im § 29 der Bezug auf "§ 10" ersetzt durch: "§ 3 des Wahlgesetzes für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 (GS S. 123).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 29 faktisch aufgehoben.

 

§ 30. Fassung der Beschlüsse nach absoluter Stimmenmehrheit. Der Provinziallandtag faßt seine Beschlüsse nach Stimmenmehrheit. Die Stimmenmehrheit  wird ohne Mitzählung derjenigen festgestellt, die sich der Abstimmung enthalten haben. Bei Stimmengleichheit gilt der gestellte Antrag als abgelehnt.

 

§ 27. Fassung der Beschlüsse nach absoluter Stimmenmehrheit. Der Kommunallandtag faßt seine Beschlüsse nach Stimmenmehrheit. Die Stimmenmehrheit  wird ohne Mitzählung derjenigen festgestellt, die sich der Abstimmung enthalten haben. Bei Stimmengleichheit gilt der gestellte Antrag als abgelehnt. 

 

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde in Ergänzung zum § 30 bestimmt:
"§ 4. Die Provinziallandtagsabgeordneten stimmen nach ihrer freien, nur durch die Rücksicht auf das gemeine Wohl bestimmten Überzeugung. Sie sind nicht gebunden an Verpflichtungen, durch welche die Freiheit der Abstimmung beschränkt wird.
§ 5. Durch Beschluß des Provinziallandtags kann bestimmt werden, daß den Provinziallandtagsabgeordneten die notwendigen Barauslagen und der nachweislich entgangene Arbeitsverdienst bis zu bestimmter Höher ersetzt werden. An Stelle des Ersatzes kann ein angemessener Pauschsatz gewährt werden."

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 30 faktisch aufgehoben.

 

§ 31. Theilnahme der Mitglieder des Provinzialausschusses, des Landesdirektors und der oberen Beamten an den Sitzungen des Provinziallandtages. Die Mitglieder des Provinzialausschusses, sowie der Landesdirektor (Landeshauptmann) und die ihm zugeordneten oberen Beamten (§ 87 und 93) können, sofern sie nicht selbst Mitglieder des Provinziallandtages sind, den Sitzungen desselben mit berathender Stimme beiwohnen.

Der Provinziallandtag kann jedoch beschließen, einzelne, die Mitglieder des Provinzialausschusses, den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit und in geheimer Sitzung zu verhandeln, sofern dieselben nicht Mitglieder des Provinziallandtages sind.

 

§ 31. Theilnahme der Mitglieder des Provinzialausschusses, des Landesdirektoriums und der oberen Beamten an den Sitzungen des Provinziallandtages. Die Mitglieder des Provinzialausschusses, sowie die Mitglieder des Landesdirektoriums und die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten können, sofern sie nicht selbst Mitglieder des Provinziallandtages sind, den Sitzungen desselben mit berathender Stimme beiwohnen.

Der Provinziallandtag kann jedoch beschließen, einzelne, die Mitglieder des Provinzialausschusses, die Mitglieder des Landesdirektoriums oder die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit und in geheimer Sitzung zu verhandeln, sofern dieselben nicht Mitglieder des Provinziallandtages sind.

 

§ 31. Theilnahme der Mitglieder des Provinzialausschusses, des Landesdirektors und der oberen Beamten an den Sitzungen des Provinziallandtages. Die Mitglieder des Provinzialausschusses, sowie der Landesdirektor (Landeshauptmann) und die ihm zugeordneten oberen Beamten (§ 87 und 93) können, sofern sie nicht selbst Mitglieder des Provinziallandtages sind, den Sitzungen desselben mit berathender Stimme beiwohnen.

Der Provinziallandtag kann jedoch beschließen, einzelne, die Mitglieder des Provinzialausschusses, den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit und in geheimer Sitzung zu verhandeln, sofern dieselben nicht Mitglieder des Provinziallandtages sind.

 

§ 86-28. Theilnahme der Mitglieder des Provinzialausschusses, des Landesdirektors und der oberen Beamten an den Sitzungen des Provinziallandtages. Die Mitglieder des Provinzialausschusses, sowie der Landesdirektor (Landeshauptmann) und die ihm zugeordneten oberen Beamten (§§ 86-60 und 86-66) können, sofern sie nicht selbst Mitglieder des Provinziallandtages sind, den Sitzungen desselben mit berathender Stimme beiwohnen.

Der Provinziallandtag kann jedoch beschließen, einzelne, die Mitglieder des Provinzialausschusses, den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit und in geheimer Sitzung zu verhandeln, sofern dieselben nicht Mitglieder des Provinziallandtages sind.

formuliert aus § 86 Nr. 1 der Provinzialordnung.
 

§ 28. Theilnahme der Mitglieder des Landesausschusses, des Landesdirektors und der oberen Beamten an den Sitzungen des Kommunallandtages. Die Mitglieder des Landesausschusses, sowie der Landesdirektor und die ihm zugeordneten oberen Beamten (§§ 60 und 66) können, sofern sie nicht selbst Mitglieder des Kommunallandtages sind, den Sitzungen desselben mit berathender Stimme beiwohnen.

Der Kommunallandtag kann jedoch beschließen, einzelne, die Mitglieder des Landesausschusses, den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit und in geheimer Sitzung zu verhandeln, sofern dieselben nicht Mitglieder des Kommunallandtages sind.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 31 faktisch aufgehoben.

 

§ 32. Wahl des Vorsitzenden des Provinziallandtages und seines Stellvertreters. Unter dem Vorsitze des an Jahren ältesten Mitgliedes, welchem die beiden jüngsten Mitglieder als Schriftführer und Stimmzähler zur Seite stehen, wählt der Provinziallandtag nach näherer Vorschrift des diesem Gesetze beigefügten Wahlreglements einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter.

Dieselben fungiren während der Sitzungsperiode und in der darauf folgenden Zwischenzeit bis zum Zusammentritte des nächsten Provinziallandtages.

 

§ 29. Wahl des Vorsitzenden des Kommunallandtages und seines Stellvertreters. Unter dem Vorsitze des an Jahren ältesten Mitgliedes, welchem die beiden jüngsten Mitglieder als Schriftführer und Stimmzähler zur Seite stehen, wählt der Kommunallandtag nach näherer Vorschrift des diesem Gesetze beigefügten Wahlreglements einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter.

Dieselben fungiren während der Sitzungsperiode und in der darauf folgenden Zwischenzeit bis zum Zusammentritte des nächsten Kommunallandtages.

 

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurden im § 32 faktisch die Worte "nach näherer Vorschrift des diesem Gesetze beigefügten Wahlreglements" ersetzt durch: nach näherer Vorschrift der §§ 23 bis 32 des Wahlgesetzes für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 (GS S. 123)".

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 32 faktisch aufgehoben.

 

§ 33. Geschäftsordnung des Provinziallandtages. Der Vorsitzende leitet die Verhandlungen. Er eröffnet und schließt die Sitzungen und handhabt die Ordnung in denselben Er kann jeder Zuhörer entfernen lassen, welcher Zeichen des Beifalls oder des Mißfallens giebt oder sonst eine Störung verursacht.

Im Übrigen regelt der Provinziallandtag seinen Geschäftsgang durch eine Geschäftsordnung.

 

§ 30. Geschäftsordnung des Kommunallandtages. Der Vorsitzende leitet die Verhandlungen. Er eröffnet und schließt die Sitzungen und handhabt die Ordnung in denselben. Er kann jeden Zuhörer entfernen lassen, welcher Zeichen des Beifalls oder des Mißfallens giebt oder sonst eine Störung verursacht.

Im Übrigen regelt der Kommunallandtag seinen Geschäftsgang durch eine Geschäftsordnung. 

 

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde im § 32 bestimmt:
"§ 32. (1) Die Geschäftsführung wird durch eine vom Provinziallandtage zu erlassende Geschäftsordnung geregelt.
(2) In der Geschäftsordnung kann bestimmt werden, daß ein Provinziallandtagsabgeordneter bei grober Ungebühr oder wiederholten Verstößen gegen die Ordnung mit Ausschluß aus der Versammlung für einzelne oder mehrere Sitzungstage oder für die Dauer der jeweiligen Tagung durch Beschluß des Provinziallandtags bestraft wird, sowie daß der Ausschuß die völlige oder teilweise Entziehung der Ersatzgelder (§ 5) und sonstigen Vergünstigungen zur Folge haben kann.
(3) Hält der Vorsitzende einen unmittelbaren Ausschluß des Provinziallandtagsabgeordneten für erforderlich, so kann er dessen Ausschluß vorläufig verhängen und zur Durchführung bringen. Die Maßnahme bedarf nach ihrer Durchführung der Bestätigung durch den Provinziallandtag und ist auf sein Verlangen von dem Vorsitzenden aufzuheben.";
dadurch wurde der § 33 Abs. 2 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde im § 33 faktisch aufgehoben.

 

Dritter Abschnitt.
Von den Geschäften des Provinziallandtages.

 

Dritter Abschnitt.
Von den Geschäften des Kommunallandtages.
 

§ 34. a. Im Allgemeinen. Der Provinziallandtag ist berufen:
I. über diejenigen die Provinz betreffenden Gesetzentwürfe sowie sonstigen Gegenstände sein Gutachten abzugeben, welche ihm zu dem Ende von der Staatsregierung überwiesen werden;
II. den Provinzialverband zu vertreten, und nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes über die Angelegenheiten desselben, sowie über diejenigen Gegenstände zu berathen und zu beschließen, welche ihm durch Gesetze oder Königliche Verordnungen überwiesen sind oder in Zukunft durch Gesetz überwiesen werden.

 

§ 86-31. Der Provinziallandtag ist berufen,
I. über diejenigen die Provinz betreffenden Gesetzentwürfe sowie sonstigen Gegenstände sein Gutachten abzugeben, welche ihm zu dem Ende von der Staatsregierung überwiesen werden;

formuliert aus § 86 Nr. 4 der Provinzialordnung.
 

§ 31. a. Im Allgemeinen. Der Kommunallandtag ist berufen, den Bezirksverband zu vertreten, und nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes über die Angelegenheiten desselben, sowie über diejenigen Gegenstände zu berathen und zu beschließen, welche ihm durch Gesetze oder Königliche Verordnungen überwiesen sind oder in Zukunft durch Gesetz überwiesen werden. 

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ..."
dadurch wurden im § 34 das Wort "Königliche" gestrichen.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde bestimmt:
"Artikel II. ...
3. Die Provinziallandtage, Provinzialaussschüsse und Provinzialkommissionen werden aufgelöst. Eine Neubildung findet nicht statt.";
dadurch waren die §§ 34 bis 44 sowie die hierzu ergangenen Änderungen faktisch dahingehend geändert, dass die Aufgaben des Provinzialausschusses dem Oberpräsidenten übertragen waren.

 

§ 35. b. Im Besonderen. Zu den Befugnissen und Obliegenheiten des Provinziallandtages gehören insbesondere folgende:
I. Der Provinziallandtag beschließt über den Erlaß von Statuten und Reglements gemäß § 8.

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos; gemäß § 6 waren aber auch Provinzialstatute und -reglements zulässig.

 

 

§ 32. b. Im Besonderen. Zu den Befugnissen und Obliegenheiten des Kommunallandtages gehören insbesondere folgende:
I. Der Kommunallandtag beschließt über den Erlaß von Statuten und Reglements gemäß § 6.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 35 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 36. II. Der Provinziallandtag beschließt, in welcher Weise Staatsprästationen (=Staatsabgaben), welche von dem Provinzialverbande aufzubringen sind, und deren Aufbringungsweise nicht schon durch das Gesetz vorgeschrieben ist, vertheilt werden sollen.

 

 

II. darüber zu beschließen,
in welcher Weise Staatsprästationen (=Staatsabgaben), welche von dem Provinzialverbande aufzubringen sind, und deren Aufbringungsweise nicht schon durch das Gesetz vorgeschrieben ist, vertheilt werden sollen;

formuliert aus § 86 Nr. 4 der Provinzialordnung.
 

§ 33. II. Der Kommunallandtag beschließt, in welcher Weise Staatsprästationen (=Staatsabgaben), welche von dem Bezirksverbande aufzubringen sind, und deren Aufbringungsweise nicht schon durch das Gesetz vorgeschrieben ist, vertheilt werden sollen.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 36 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 37. III. Der Provinziallandtag beschließt über die zur Erfüllung von Verpflichtungen oder im Interesse der Provinz erforderlichen Ausgaben.

Er beschließt zu dem Ende:
1) über die Verwendung der dem Provinzialverbande aus der Staatskasse überwiesenen Jahresrenten und Fonds nach näherer Vorschrift des Gesetzes, betreffend die Ausführung der §§ 5 und 6 des Gesetzes vom 30. April 1873 wegen der Dotation der Provinzial- und Kreisverbände,
2) über die Verwendung der Einnahmen aus sonstigem Kapital- und Grundvermögen des Provinzialverbandes, sowie über die Verwendung des Kapitalvermögens selbst,
3) über die Aufnahme von Anleihen und die Übernahme von Bürgschaften,
4) über die Ausschreibung von Provinzialabgaben.

 

§ 37. III. Der Provinziallandtag beschließt über die zur Erfüllung von Verpflichtungen oder im Interesse der Provinz erforderlichen Ausgaben.

Er beschließt zu dem Ende:
1) über die Verwendung der dem Provinzialverbande aus der Staatskasse überwiesenen Jahresrenten und Fonds nach näherer Vorschrift des Gesetzes, betreffend die Ausführung der §§ 5 und 6 des Gesetzes vom 30. April 1873 wegen der Dotation der Provinzial- und Kreisverbände, und nach den Vorschriften des siebenten Titels der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Schleswig-Holstein,
2) über die Verwendung der Einnahmen aus sonstigem Kapital- und Grundvermögen des Provinzialverbandes, sowie über die Verwendung des Kapitalvermögens selbst,
3) über die Aufnahme von Anleihen und die Übernahme von Bürgschaften,
4) über die Ausschreibung von Provinzialabgaben.

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos.

 

 

§ 34. III. Der Kommunallandtag beschließt über die zur Erfüllung von Verpflichtungen oder im Interesse des Bezirks erforderlichen Ausgaben.

Er beschließt zu dem Ende:
1) über die Verwendung der dem Bezirksverbande aus der Staatskasse überwiesenen Jahresrenten und Fonds nach näherer Vorschrift des Gesetzes, betreffend die Ausführung der §§ 5 und 6 des Gesetzes vom 30. April 1873 wegen der Dotation der Provinzial- und Kreisverbände, vom 8. Juni 1875 (Gesetz-Samml. S. 497) und nach den Vorschriften des sechsen Titels der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau,
2) über die Verwendung der Einnahmen aus sonstigem Kapital- und Grundvermögen des Bezirksverbandes, sowie über die Verwendung des Kapitalvermögens selbst,
3) über die Aufnahme von Anleihen und die Übernahme von Bürgschaften,
4) über die Ausschreibung von Bezirksabgaben. 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 37 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 38. IV. Der Provinziallandtag beschließt über die Veräußerung von Grundstücken und Immobiliarrechten. Durch Provinzialstatut kann dem Provinzialausschusse für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten die Befugniß zur Veräußerung von Grundstücken minderen Werthes beigelegt werden.

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos.

 

§ 35. IV. Der Kommunallandtag beschließt über die Veräußerung von Grundstücken und Immobiliarrechten. Durch Bezirksstatut kann dem Landesausschusse für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten die Befugniß zur Veräußerung von Grundstücken minderen Werthes beigelegt werden.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 38 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 39. V. Der Provinziallandtag beschließt über die Einrichtung des Rechnungs- und Kassenwesens, über die Feststellung des Haushaltsetats, sowie über die Dechargirung der Jahresrechnungen (§§ 101 und 104).

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos.

 

§ 36. V. Der Kommunallandtag beschließt über die Einrichtung des Rechnungs- und Kassenwesens, über die Feststellung des Haushalts-Etats, sowie über die Dechargirung der Jahresrechnungen (§§ 74 und 77).

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 39 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 40. VI. Der Provinziallandtag stellt die Grundsätze fest, nach denen die Verwaltung die Angelegenheiten des Provinzialverbandes zu erfolgen hat.

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos.

 

§ 37. VI. Der Kommunallandtag stellt die Grundsätze fest, nach denen die Verwaltung die Angelegenheiten des Bezirksverbandes zu erfolgen hat.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 40 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 41. VII. Der Provinziallandtag beschließt über die Einrichtung von Provinzialämtern, er bestimmt die Zahl, die Besoldung, sowie die Art der Anstellung der Beamten und wählt den Landesdirektor (Landeshauptmann), die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten, sowie die sonstigen im Provinzialstatute zu bezeichnenden leitenden Beamten einzelner Verwaltungszweige.

 

§ 41. VII. Der Provinziallandtag beschließt über die Einrichtung von Provinzialämtern, er bestimmt die Zahl, die Besoldung, sowie die Art der Anstellung der Beamten und wählt die Mitglieder des Landesdirektoriums, die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten, sowie die sonstigen im Provinzialstatute zu bezeichnenden leitenden Beamten einzelner Verwaltungszweige.

 

§ 41. VII. Der Provinziallandtag beschließt über die Einrichtung von Provinzialämtern, er bestimmt die Zahl, die Besoldung, sowie die Art der Anstellung der Beamten und wählt den Landesdirektor (Landeshauptmann), die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten, sowie die sonstigen im Provinzialstatute zu bezeichnenden leitenden Beamten einzelner Verwaltungszweige.

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos; siehe aber § 58 in Verbindung mit § 86 Nr. 1 der Provinzialordnung, welche die Ernennung von Provinzialbeamten ermöglicht.

 

§ 38. VII. Der Kommunallandtag beschließt über die Einrichtung von Bezirksämtern, er bestimmt die Zahl, die Besoldung, sowie die Art der Anstellung der Beamten und wählt den Landesdirektor, die demselben nach § 66 zugeordneten oberen Beamten, sowie die sonstigen im Bezirksstatute zu bezeichnenden leitenden Beamten einzelner Verwaltungszweige.

 

siehe hinsichtlich den Provinzialbeamten auch das Kommunalbeamtengesetz vom 30. Juli 1899 (GS. S. 141).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 41 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 42. VIII. Der Provinziallandtag vollzieht die Wahlen zum Provinzialausschusse, sowie nach Maßgabe der besonderen Gesetze die Wahlen zu den für Zwecke der allgemeinen Landesverwaltung angeordneten Behörden und Kommissionen; er bestellt besondere Kommissionen oder Kommissare für Zwecke der kommunalen Provinzialverwaltung (§ 99).

Für die Vollziehung dieser Wahlen gelten die Vorschriften des diesem Gesetze beigefügten Reglements. Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann jedes Mitglied des Provinziallandtages innerhalb vier und zwanzig Stunden Einspruch bei dem Vorsitzenden erheben. Die endgültige Beschlußfassung über den Einspruch steht dem Provinziallandtage zu.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde der § 42 Abs. 2 faktisch aufgehoben und ersetzt (siehe nach dem Wahlreglement).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 42 abgeändert (siehe bei § 34).

 

III. nach Maßgabe der besonderen Gesetze die Wahlen zu den für Zwecke der allgemeinen Landesverwaltung angeordneten Behörden und Kommissionen zu vollziehen;

formuliert aus § 86 Nr. 4 der Provinzialordnung.
 

§ 39. VIII. Der Kommunallandtag vollzieht die Wahlen zum Landesausschusse; er bestellt besondere Kommissionen oder Kommissare für Zwecke der kommunalen Bezirksverwaltung (§ 72.

Für die Vollziehung dieser Wahlen gelten die Vorschriften des diesem Gesetze beigefügten Reglements. Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann jedes Mitglied des Kommunallandtages innerhalb vier und zwanzig Stunden Einspruch bei dem Vorsitzenden erheben. Die endgültige Beschlußfassung über den Einspruch steht dem Kommunallandtage zu.

 

§ 43. IX. Der Provinziallandtag ist befugt, Anträge und Beschwerden, welche die Provinz oder einzelne Theile derselben betreffen, an die Staatsregierung zu richten.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 43 abgeändert (siehe bei § 34).

 

gemäß § 86 Nr. 4 faktisch gegenstandslos.

 

§ 40. IX. Der Kommunallandtag ist befugt, Anträge und Beschwerden, welche den Bezirk oder einzelne Theile derselben betreffen, an die Staatsregierung zu richten.

 

§ 44. X. Der Provinziallandtag nimmt die ihm durch Gesetz übertragenen sonstigen Geschäfte wahr.

siehe hierzu u. a.
- das Gesetz über die Wahlen zum Staatsrat vom 16. Dezember 1920 (GS. 1921 S. 90, aufgehoben GS. 1933 S. 241),
- das Reichsgesetz vom 24. März 1921 (RGBl. S. 440).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 44 aufgehoben. (siehe bei § 34).

 

IV. den Provinzialverband in denjenigen Angelegenheiten zu vertreten, beziehungsweise über diejenigen Gegenstände zu berathen und zu beschließen, welche ihm durch Gesetze oder Königliche Verordnungen, oder durch übereinstimmenden Beschluß der beiden Bezirksverbände überwiesen werden.

formuliert aus § 86 Nr. 4 der Provinzialordnung.
 

§ 41. X. Der Kommunallandtag nimmt die ihm durch Gesetz übertragenen sonstigen Geschäfte wahr.

Durch Gesetze vom 26. April 1918 wurde zum § 41 bestimmt:
"Die Kommunallandtage sind befugt, die Einrichtung und den Betrieb der Landeskreditkasse zu Cassel bzw. der Nassauischen Landesbank und der Nassauischen Sparkasse durch Erlaß einer Satzung zu regeln. Der Beschluß bedarf der landesherrlichen Genehmigung.
Auf Abänderungen der Satzung findet des vorstehenden Absatzes sinngemäße Anwendung)."

 

         

§ 42. Unter Genehmigung des Ministers des Innern können einzelne Angelegenheiten der Bezirksverbände durch übereinstimmenden Beschluß beider Kommunallandtage dem Provinzialverbande überwiesen werden.

 

Durch Gesetz vom 24. Mai 1933 wurde als Ergänzung zum Dritten Abschnitt bestimmt:
"§ 1. (1) Der Provinziallandtag (Kommunallandtag) kann seine Zuständigkeiten auf den Provinzialauschuß (Landesausschuß) durch Beschluß übertragen. Die Übertragung des Rechtes zur Vornahme der Wahlen von Mitgliedern des Staatsrats und des Provinzialausschusses sowie deren Stellvertretern, des Landesdirektors (Landeshauptmanns) sowie der Mitglieder des Landesdirektoriums auf den Provinzialausschuß (Landesausschuß) ist nicht zulässig.
(2) Beschlüsse, die der Provinzialausschuß (Landesausschuß) an Stelle des Provinziallandtags (Kommunallandtags) faßt, müssen einen ausdrücklichen Hinweis auf dieses Gesetz und den beschluß enthalten, durch den die Übertragung erfolgt ist; enthält ein Beschluß des Provinzialausschusses (Landesausschusses) diesen Hinweis, so gilt Dritten gegenüber die Zuständigkeit des Provinzialausschusses (Landesausschusses) als gegeben.
§ 2. (1) Soweit der Provinziallandtag (Kommunallandtag) bereits vor Inkrafttreten dieses Gesetzes die Übertragung von Zuständigkeiten des Provinzial- (Kommunal-) Landtags auf den Provinzialausschuß (Landesausschuß) beschlossen hat, ist der Provinzialausschuß (Landesausschuß) mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes zur Erledigung der ihm nach dem Beschlusse des Provinziallandtags (Kommunallandtags) übertragenen Angelegenheiten zuständig, soweit der Beschluß der Vorschrift des § 1 Abs. 1 Satz 2 nicht widerspricht.
(2) Ohne Rücksicht auf eine Beschlußfassung des Provinziallandtags (Kommunallandtags) kann der Provinzialausschuß (Landesausschuß) bis zum nächsten Zusammentritte des Provinziallandtags (Kommunallandtags) die Zuständigkeit zur Feststellung des Haushaltsplans für das Rechnungsjahr 1933, zur Fassung der Beschlüsse über die Provinzial- (Bezirks-) Abgaben und zur feststellung der Jahresrechnungen für das Rechnungsjahr 1931 und 1932 durch Beschluß übernehmen, wenn die Führer von Fraktionen, die allein oder zusammen mehr als die Hälfte der Sitze im Provinziallandtag (Kommunallandtag) innehaben, dem Vorsitzenden des Provinzialausschusses schriftlich mitteilen, daß diese Fraktionen mit der Übernahme einverstanden sind.
(3) In den Fällen der Abs. 1 und 2 finden die Vorschriften des § 1 Abs. 2 entsprechende Anwendung."

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde das Gesetz vom 24. Mai 1933 faktisch aufgehoben.

 

Vierter Abschnitt.
Von dem Provinzialausschusse, seiner Zusammensetzung und seinen Geschäften.

 

Vierter Abschnitt.
Von dem Landesausschusse, seiner Zusammensetzung und seinen Geschäften.
 

§ 45. Stellung des Provinzialausschusses im Allgemeinen. Zum Zwecke der Verwaltung der Angelegenheiten des Provinzialverbandes wird für jede Provinz ein Provinzialausschuß bestellt.

 

§ 86-43. Stellung des Provinzialausschusses im Allgemeinen. Zum Zwecke der Verwaltung der Angelegenheiten des Provinzialverbandes wird für jede Provinz ein Provinzialausschuß bestellt.

gemäß § 97 der Provinzialordnung trat der Provinzialausschuß erst mit dem 21. Dezember 1887 in Wirksamkeit (auf Grund der Verordnung wegen Einführung des vierten und fünften Abschnitts des zweiten Titels der Provinzialordnung vom 8. Juni 1885 (GS S. 247)).

 

§ 43. Stellung des Landesausschusses im Allgemeinen. Zum Zwecke der Verwaltung der Angelegenheiten des Bezirksverbandes wird für jeden Bezirk ein Landesausschuß bestellt. 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde bestimmt:
"Artikel II. ...
3. Die Provinziallandtage, Provinzialaussschüsse und Provinzialkommissionen werden aufgelöst. Eine Neubildung findet nicht statt.";
dadurch waren die §§ 45 bis 57 sowie die hierzu ergangenen Änderungen faktisch aufgehoben; die Aufgaben des Provinzialausschusses wurden dem Oberpräsidenten übertragen.

 

§ 46. Zusammensetzung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß besteht aus einem Vorsitzenden und einer durch das Provinzialstatut festzusetzenden Zahl von mindestens sieben bis höchstens dreizehn Mitgliedern.

Außerdem ist der Landesdirektor von Amtswegen Mitglied des Provinzialausschusses.

 

§ 46. Zusammensetzung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß besteht aus einem Vorsitzenden und einer durch das Provinzialstatut festzusetzenden Zahl von mindestens sieben bis höchstens dreizehn Mitgliedern. 

§ 46. Zusammensetzung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß besteht aus einem Vorsitzenden und einer durch das Provinzialstatut festzusetzenden Zahl von mindestens sieben bis höchstens dreizehn Mitgliedern.

Außerdem ist der Landesdirektor von Amtswegen Mitglied des Provinzialausschusses.

 

§ 44. Zusammensetzung des Landesausschusses. Der Landesausschuß besteht aus einem Vorsitzenden und einer durch das Bezirksstatut festzusetzenden Zahl von mindestens sieben bis höchstens dreizehn Mitgliedern.

Außerdem ist der Landesdirektor von Amtswegen Mitglied des Provinzialausschusses.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 46 aufgehoben.

 

§ 47. Wahl des Vorsitzenden und der Mitglieder des Provinzialausschusses. Der Vorsitzende, die Mitglieder des Provinzialausschusses und, aus der Zahl der letzteren, der Stellvertreter des Vorsitzenden werden von dem Provinziallandtage gewählt.

Für die Mitglieder ist in gleicher Weise eine mindestens der Hälfte derselben gleichkommende Zahl von Stellvertretern zu wählen.

Die Zahl der Stellvertreter, sowie die Reihenfolge, in welcher dieselben einberufen sind, wird durch das Provinzialstatut bestimmt.

Wählbar ist jeder zum Provinziallandtage wählbare Angehörige des Deutschen Reichs (§ 17).

Von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind der Oberpräsident, die Regierungspräsidenten und Vizepräsidenten, sowie sämmtliche Provinzialbeamte.

Der Landesdirektor kann zum Vorsitzenden oder stellvertretenden Vorsitzenden des Provinzialausschusses nicht gewählt werden.

 

§ 86-45. Wahl des Vorsitzenden und der Mitglieder des Provinzialausschusses. Der Vorsitzende, die Mitglieder des Provinzialausschusses und, aus der Zahl der letzteren, der Stellvertreter des Vorsitzenden werden von dem Provinziallandtage gewählt.

Für die Mitglieder ist in gleicher Weise eine mindestens der Hälfte derselben gleichkommende Zahl von Stellvertretern zu wählen.

Die Zahl der Stellvertreter, sowie die Reihenfolge, in welcher dieselben einberufen sind, wird durch das Provinzialstatut bestimmt.

Wählbar ist jeder zum Provinziallandtage wählbare Angehörige des Deutschen Reichs (§ 17).

Von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind der Oberpräsident, die Regierungspräsidenten und Vizepräsidenten, sowie sämmtliche Provinzialbeamte.

Der Landesdirektor kann zum Vorsitzenden oder stellvertretenden Vorsitzenden des Provinzialausschusses nicht gewählt werden.

 

§ 45. Wahl des Vorsitzenden und der Mitglieder des Landesausschusses. Der Vorsitzende, die Mitglieder des Landesausschusses und, aus der Zahl der letzteren, der Stellvertreter des Vorsitzenden werden von dem Kommunallandtage gewählt.

Für die Mitglieder ist in gleicher Weise eine mindestens der Hälfte derselben gleichkommende Zahl von Stellvertretern zu wählen.

Die Zahl der Stellvertreter, sowie die Reihenfolge, in welcher dieselben einberufen sind, wird durch das Bezirksstatut bestimmt.

Von den Mitgliedern und beziehungsweise Stellvertretern des Landesausschusses des Regierungsbezirks Wiesbaden muß wenigstens je eins dem Stadtkreise Frankfurt a. M. angehören.

Wählbar ist jeder zum Kommunallandtage wählbare Angehörige des Deutschen Reichs (§ 14).

Von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind der Oberpräsident, der Regierungspräsident, sowie sämmtliche Beamte des Bezirksverbandes.

Der Landesdirektor kann zum Vorsitzenden oder stellvertretenden Vorsitzenden des Landesausschusses nicht gewählt werden.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 7. Die Neuwahlen zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß und zu den Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen sind bei der ersten Tagung des Provinzial- (Kommunal-) Landtages vorzunehmen. Sie erfolgen nach dem Verhältniswahlsystem.
Die Wahl der Mitglieder und der Stellvertreter hat auf Grund getrennter Wahlvorschläge zu erfolgen. Zur Einreichung eines Wahlvorschlags sind sieben Unterschriften erforderlich. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses und dessen Stellvertreter werden aus den Mitgliedern des Provinzialausschusses vom Provinziallandtag in getrennten Wahlhandlungen durch Stimmenmehrheit gewählt.
Im übrigen werden die näheren Bestimmungen über das Verhältniswahlsystem durch Beschluß des neuen Provinzial- (Kommunal-) Landtages festgesetzt.
§ 8. Die Bestimmungen, denen zufolge Beamte von der Wahl zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß ausgeschlossen sind, werden aufgehoben.";
dadurch
wurde der § 47 Abs. 1 ergänzt und der Abs. 5 wurde gestrichen.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 31. Die vom Provinziallandtage vorzunehmenden Wahlen erfolgen, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist oder es sich um einmalige Aufträge handelt, auf die Dauer der Wahlzeit des wählenden Provinziallandtags. Neuwahlen sind alsbald nach Zusammentritt des neugewählten Provinziallandtags vorzunehmen. Bis zum Eintritte der Nachfolger üben die bisher gewählten Personen ihre Tätigkeit weiter aus.";
dadurch (sowie durch die §§ 23 und 30 des Gesetzes vom 7. Oktober 1925
(siehe nach dem Wahlreglement ganz unten) wurde der § 47 Abs. 1 ergänzt und die Abs. 2 bis 5 wurden gestrichen.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 47 faktisch aufgehoben.

 

§ 48. Die Wahl des Vorsitzenden, der Mitglieder des Provinzialausschusses und deren Stellvertreter erfolgt auf sechs Jahre.

Jede Wahl verliert dauernd oder vorübergehend ihre Wirkung mit dem gänzlichen oder zeitweisen Aufhören einer der für die Wählbarkeit vorgeschriebenen Bedingungen.

Der Provinzialausschuß hat darüber zu beschließen, ob einer dieser Fälle eingetreten ist. Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet nach Maßgabe des § 24 die Klage bei dem Oberverwaltungsgericht statt.

 

§ 86-46. Die Wahl des Vorsitzenden, der Mitglieder des Provinzialausschusses und deren Stellvertreter erfolgt auf sechs Jahre.

Jede Wahl verliert dauernd oder vorübergehend ihre Wirkung mit dem gänzlichen oder zeitweisen Aufhören einer der für die Wählbarkeit vorgeschriebenen Bedingungen.

Der Provinzialausschuß hat darüber zu beschließen, ob einer dieser Fälle eingetreten ist. Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet nach Maßgabe des § 21 die Klage bei dem Oberverwaltungsgericht statt.

 

§ 46. Die Wahl des Vorsitzenden, der Mitglieder des Landesausschusses und deren Stellvertreter erfolgt auf sechs Jahre.

Jede Wahl verliert dauernd oder vorübergehend ihre Wirkung mit dem gänzlichen oder zeitweisen Aufhören einer der für die Wählbarkeit vorgeschriebenen Bedingungen.

Der Landesausschuß hat darüber zu beschließen, ob einer dieser Fälle eingetreten ist. Gegen den Beschluß des Landesausschusses findet nach Maßgabe des § 21 die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte statt. 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde in den §§ 3 und 7 bestimmt:
"§ 3. ...
Vorschriften der Provinzialordnungen, nach denen die Wählbarkeit in gewissen Fällen ruht, werden aufgehoben.
...
§ 7. Die Neuwahlen zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß und zu den Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen sind bei der ersten Tagung des Provinzial- (Kommunal-) Landtages vorzunehmen. ...
...";
dadurch
wurde der § 48 Abs. 1 ergänzt und im Abs. 2 wurden die Worte "dauernd oder vorübergehend" und "gänzlichen oder zeitweisen" gestrichen.

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 24. (1) ...
(2) Bei der ersten Tagung der Provinzial- (Kommunal-) Landtage ... sind Neuwahlen zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß und zu den Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen ... vorzunehmen. Sie erfolgen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses und sein Stellvertreter werden aus den Mitgliedern des Provinzialausschusses vom Provinziallandtag in getrennten Wahlhandlungen durch Stimmenmehrheit gewählt. Im übrigen werden die näheren Bestimmungen über die Wahlart durch Beschluß des neuen Provinzial- (Kommunal-) Landtags ... festgesetzt.
(3) Wählbar zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß und zu den Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen ist jeder, der zum Provinzial- (Kommunal-) Landtage wählbar ... ist.
(4) Bis zu der Neuwahl (Abs. 2) bleiben die Mitglieder des Provinzial- (Landes-) Ausschusses, der Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen, ... behufs Erledigung der laufenden Geschäfte in ihren Ämtern.";
dadurch wurde der § 48 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 31. Die vom Provinziallandtage vorzunehmenden Wahlen erfolgen, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist oder es sich um einmalige Aufträge handelt, auf die Dauer der Wahlzeit des wählenden Provinziallandtags. Neuwahlen sind alsbald nach Zusammentritt des neugewählten Provinziallandtags vorzunehmen. Bis zum Eintritte der Nachfolger üben die bisher gewählten Personen ihre Tätigkeit weiter aus.";
dadurch wurde der § 48 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 48 faktisch aufgehoben.

 

§ 49. Alle drei Jahre scheidet die Hälfte der gewählten Mitglieder und Stellvertreter aus und wird durch neue Wahlen ersetzt. Die Ausscheidenden bleiben jedoch in allen Fällen bis zur Einführung der neu Gewählten in Thätigkeit.

Ist die Zahl der gewählten Mitglieder beziehungsweise Stellvertreter nicht durch zwei theilbar, so scheidet das erste Mal die nächst größere Zahl aus.

Die das erste Mal Ausscheidenden werden durch das Loos bestimmt. Die Ausscheidenden sind wieder wählbar.

 

§ 47. Alle drei Jahre scheidet die Hälfte der gewählten Mitglieder und Stellvertreter aus und wird durch neue Wahlen ersetzt. Die Ausscheidenden bleiben jedoch in allen Fällen bis zur Einführung der neu Gewählten in Thätigkeit.

Ist die Zahl der gewählten Mitglieder beziehungsweise Stellvertreter nicht durch zwei theilbar, so scheidet das erste Mal die nächst größere Zahl aus.

Die das erste Mal Ausscheidenden werden durch das Loos bestimmt. Die Ausscheidenden sind wieder wählbar.

 

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde im § 7 bestimmt:
"§ 7. Die Neuwahlen zum Provinzial- (Landes-) Ausschuß und zu den Provinzial- (Bezirks-) Kommissionen sind bei der ersten Tagung des Provinzial- (Kommunal-) Landtages vorzunehmen. ...
...";
dadurch
wurde der § 49 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 31. Die vom Provinziallandtage vorzunehmenden Wahlen erfolgen, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist oder es sich um einmalige Aufträge handelt, auf die Dauer der Wahlzeit des wählenden Provinziallandtags. Neuwahlen sind alsbald nach Zusammentritt des neugewählten Provinziallandtags vorzunehmen. Bis zum Eintritte der Nachfolger üben die bisher gewählten Personen ihre Tätigkeit weiter aus.";
dadurch
wurde der § 49 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 49 faktisch aufgehoben.

 

§ 50. Für die im Laufe der Wahlperiode ausscheidenden Mitglieder und Stellvertreter haben Ersatzwahlen stattzufinden. Die Vollziehung der Ersatzwahlen muß durch den Provinziallandtag bei dessen nächstem Zusammentritt erfolgen. Die Ersatzmänner bleiben nur bis zum Ende desjenigen Zeitraums in Thätigkeit, für welchen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

 

§ 48. Für die im Laufe der Wahlperiode ausscheidenden Mitglieder und Stellvertreter haben Ersatzwahlen stattzufinden. Die Vollziehung der Ersatzwahlen muß durch den Kommunallandtag bei dessen nächstem Zusammentritt erfolgen. Die Ersatzmänner bleiben nur bis zum Ende desjenigen Zeitraums in Thätigkeit, für welchen die Ausgeschiedenen gewählt waren.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 12. (1) Wenn ein Provinziallandtagsabgeordneter die Wahl ablehnt oder während der Dauer seiner Wahlzeit ausscheidet, tritt an seine Stelle der Bewerber, der demselben Wahlvorschlag angehört und nach den Grundsätzen der Verhältniswahl hinter dem gewählten an erster Stelle berufen ist. Ist ein solcher Bewerber nicht vorhanden, so bleibt die Stelle unbesetzt.
(2) Die erforderlichen Feststellungen erfolgen durch den Provinzialausschuß.";
dadurch wurde der § 50 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 24. ...
(3) Scheidet der Gewählte vor Ablauf der Wahlzeit aus oder lehnt er die Wahl ab, so tritt, soweit nicht gesetzlich anderes bestimmt ist, an seine Stelle ein Stellvertreter und an dessen Stelle- oder wenn kein Stellvertreter gewählt ist, an die Stelle des Ausscheidenden - ein Ersatzmann, welcher durch die Mehrheit der Unterzeichner des Wahlvorschlags oder, soweit sie nicht mehr Mitglieder des Provinziallandtags sind, ihrer Ersatzmänner bestimmt wird. Ist die Wahl durch Zuruf vollzogen (§ 23 Abs. 1), so ist der Ersatzmann gemäß § 23 Abs. 2 zu wählen.";
dadurch wurde der § 50 aufgehoben und ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 50 faktisch aufgehoben.

 

§ 51. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses wird vom Oberpräsidenten, die Mitglieder des Provinzialausschusses werden von dem Vorsitzenden vereidigt und in ihre Stellen eingeführt. Sie können aus Gründen, welche die Entfernung eines Beamten aus seinem Amte rechtfertigen (§ 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1852, Gesetz-Samml. S. 465), im Wege des Disziplinarverfahrens ihrer Stellen enthoben werden.

Für das Disziplinarverfahren gelten die Vorschriften, welche nach Maßgabe des § 98 Nr. 5 gegen den Landesdirektor zur Anwendung kommen.

 

§ 51. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses wird vom Oberpräsidenten, die Mitglieder des Provinzialausschusses werden von dem Vorsitzenden vereidigt und in ihre Stellen eingeführt.

Sie können aus Gründen, welche die Entfernung eines Beamten aus seinem Amte rechtfertigen (§ 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1852, Gesetz-Samml. S. 465), im Wege des Disziplinarverfahrens ihrer Stellen enthoben werden.

Für das Disziplinarverfahren gelten die Vorschriften, welche nach Maßgabe des § 98 Nr. 5 gegen die Mitglieder des Landesdirektoriums zur Anwendung kommen.

 

§ 51. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses wird vom Oberpräsidenten, die Mitglieder des Provinzialausschusses werden von dem Vorsitzenden vereidigt und in ihre Stellen eingeführt. Sie können aus Gründen, welche die Entfernung eines Beamten aus seinem Amte rechtfertigen (§ 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1852, Gesetz-Samml. S. 465), im Wege des Disziplinarverfahrens ihrer Stellen enthoben werden.

Für das Disziplinarverfahren gelten die Vorschriften, welche nach Maßgabe des § 98 Nr. 5 gegen den Landesdirektor zur Anwendung kommen.

 

 

§ 86-49. Der Vorsitzende des Provinzialausschusses wird vom Oberpräsidenten, die Mitglieder des Provinzialausschusses werden von dem Vorsitzenden vereidigt und in ihre Stellen eingeführt.

Sie können aus Gründen, welche die Entfernung eines Beamten aus seinem Amte rechtfertigen (§ 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1852, Gesetz-Samml. S. 465), im Wege des Disziplinarverfahrens ihrer Stellen enthoben werden.

Für das Disziplinarverfahren gelten die Vorschriften, welche nach Maßgabe des § 71 Nr. 5 gegen den Landesdirektor zur Anwendung kommen.

 

§ 49. Der Vorsitzende des Landesausschusses wird vom Oberpräsidenten, die Mitglieder des Landesausschusses werden von dem Vorsitzenden vereidigt und in ihre Stellen eingeführt.

Sie können aus Gründen, welche die Entfernung eines Beamten aus seinem Amte rechtfertigen (§ 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1852, Gesetz-Samml. S. 465), im Wege des Disziplinarverfahrens ihrer Stellen enthoben werden.

Für das Disziplinarverfahren gelten die Vorschriften, welche nach Maßgabe des § 71 Nr. 5 gegen den Landesdirektor zur Anwendung kommen. 

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 51 aufgehoben.

 

§ 52. Berufung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß versammelt sich, so oft es die Geschäfte erfordern. Die Berufung zu den Versammlungen erfolgt durch den Vorsitzenden; sie muß erfolgen auf schriftlichen Antrag des Landesdirektors oder der Hälfte der Mitglieder des Provinzialausschusses.

Durch Beschluß des Provinzialausschusses können regelmäßige Sitzungstage festgesetzt werden.

 

§ 52. Berufung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß versammelt sich, so oft es die Geschäfte erfordern. Die Berufung zu den Versammlungen erfolgt durch den Vorsitzenden; sie muß erfolgen auf schriftlichen Antrag des Landesdirektoriums oder der Hälfte der Mitglieder des Provinzialausschusses.

Durch Beschluß des Provinzialausschusses können regelmäßige Sitzungstage festgesetzt werden.

 

§ 52. Berufung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß versammelt sich, so oft es die Geschäfte erfordern. Die Berufung zu den Versammlungen erfolgt durch den Vorsitzenden; sie muß erfolgen auf schriftlichen Antrag des Landesdirektors oder der Hälfte der Mitglieder des Provinzialausschusses.

Durch Beschluß des Provinzialausschusses können regelmäßige Sitzungstage festgesetzt werden.

 

§ 50. Berufung des Landesausschusses. Der Landesausschuß versammelt sich, so oft es die Geschäfte erfordern. Die Berufung zu den Versammlungen erfolgt durch den Vorsitzenden; sie muß erfolgen auf schriftlichen Antrag des Landesdirektors oder der Hälfte der Mitglieder des Landesausschusses.

Durch Beschluß des Landesausschusses können regelmäßige Sitzungstage festgesetzt werden. 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 52 aufgehoben.

 

§ 53. Geschäftsordnung des Provinzialausschusses. Der Provinzialausschuß kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder, mit Einschluß des Vorsitzenden, anwesend ist.

Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit giebt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.

 

§ 51. Geschäftsordnung des Landesausschusses. Der Landesausschuß kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder, mit Einschluß des Vorsitzenden, anwesend ist.

Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit giebt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 53 aufgehoben.

 

§ 54. Betrifft der Gegenstand der Verhandlung einzelne Mitglieder oder deren Verwandte und Verschwägerte in auf- und absteigender Linie oder bis zu dem dritten Grade der Seitenlinie, so dürfen dieselben an der Berathung und Abstimmung nicht Theil nehmen.

Ebensowenig darf ein Mitglied bei der Berathung und Beschlußfassung über solche Angelegenheiten mitwirken, in welchen es in anderer als öffentlicher Eigenschaft ein Gutachten abgegeben hat oder als Geschäftsführer, Beauftragter oder in anderer als öffentlicher Stellung thätig gewesen ist.

 

§ 52. Betrifft der Gegenstand der Verhandlung einzelne Mitglieder oder deren Verwandte und Verschwägerte in auf- und absteigender Linie oder bis zu dem dritten Grade der Seitenlinie, so dürfen dieselben an der Berathung und Abstimmung nicht Theil nehmen.

Ebensowenig darf ein Mitglied bei der Berathung und Beschlußfassung über solche Angelegenheiten mitwirken, in welchen es in anderer als öffentlicher Eigenschaft ein Gutachten abgegeben hat oder als Geschäftsführer, Beauftragter oder in anderer als öffentlicher Stellung thätig gewesen ist.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 54 aufgehoben.

 

§ 55. Wird in Folge des gleichzeitigen Ausscheidens von mehr als der Hälfte der Mitglieder gemäß § 54 ein Provinzialausschuß beschlußunfähig und kann die Beschlußfähigkeit auch nicht durch Einberufung unbetheiligter Stellvertreter hergestellt werden, so erfolgt die Beschlußnahme durch den Provinziallandtag.

Kann die Beschlußnahme nicht bis zum Zusammentritte des Provinziallandtages ausgesetzt bleiben, so ist durch den Oberpräsidenten aus den unbetheiligten Mitglieder des Provinzialausschusses beziehungsweise deren Stellvertretern, sowie aus Mitgliedern des Provinziallandtages eine besondere Kommission zu bestellen; dieselbe hat aus einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, wie der Provinzialausschuß zu bestehen.

 

§ 86-53. Wird in Folge des gleichzeitigen Ausscheidens von mehr als der Hälfte der Mitglieder gemäß § 52 ein Provinzialausschuß beschlußunfähig und kann die Beschlußfähigkeit auch nicht durch Einberufung unbetheiligter Stellvertreter hergestellt werden, so erfolgt die Beschlußnahme durch den Provinziallandtag.

Kann die Beschlußnahme nicht bis zum Zusammentritte des Provinziallandtages ausgesetzt bleiben, so ist durch den Oberpräsidenten aus den unbetheiligten Mitglieder des Provinzialausschusses beziehungsweise deren Stellvertretern, sowie aus Mitgliedern des Provinziallandtages eine besondere Kommission zu bestellen; dieselbe hat aus einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, wie der Provinzialausschuß zu bestehen.

 

§ 53. Wird in Folge des gleichzeitigen Ausscheidens von mehr als der Hälfte der Mitglieder gemäß § 52 ein Landesausschuß beschlußunfähig und kann die Beschlußfähigkeit auch nicht durch Einberufung unbetheiligter Stellvertreter hergestellt werden, so erfolgt die Beschlußnahme durch den Kommunallandtag.

Kann die Beschlußnahme nicht bis zum Zusammentritte des Kommunallandtages ausgesetzt bleiben, so ist durch den Oberpräsidenten aus den unbetheiligten Mitglieder des Landesausschusses beziehungsweise deren Stellvertretern, sowie aus Mitgliedern des Kommunallandtages eine besondere Kommission zu bestellen; dieselbe hat aus einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, wie der Landesausschuß zu bestehen.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 55 aufgehoben.

 

§ 56. Der Vorsitzende des Provinziallandtages und die dem Landesdirektor zugeordneten oberen Beamten (§§ 87 und 93) können den Sitzungen des Provinzialausschusses mit berathender Stimme beiwohnen. Der Provinzialausschuß kann jedoch beschließen, einzelne den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit zu verhandeln.

 

§ 56. Der Vorsitzende des Provinziallandtages, die Mitglieder des Landesdirektoriums und die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten können den Sitzungen des Provinzialausschusses mit berathender Stimme beiwohnen. Der Provinzialausschuß kann jedoch beschließen, einzelne Mitglieder des Landesdirektoriums oder die demselben nach § 93 zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit zu verhandeln.

 

§ 56. Der Vorsitzende des Provinziallandtages und die dem Landesdirektor zugeordneten oberen Beamten (§§ 87 und 93) können den Sitzungen des Provinzialausschusses mit berathender Stimme beiwohnen. Der Provinzialausschuß kann jedoch beschließen, einzelne den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit zu verhandeln.

 

§ 86-54. Der Vorsitzende des Provinziallandtages und die dem Landesdirektor zugeordneten oberen Beamten (§§ 60 und 66) können den Sitzungen des Provinzialausschusses mit berathender Stimme beiwohnen. Der Provinzialausschuß kann jedoch beschließen, einzelne den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit zu verhandeln.

 

§ 54. Der Vorsitzende des Kommunallandtages, die dem Landesdirektor zugeordneten oberen Beamten (§§ 60 und 66) können den Sitzungen des Landesausschusses mit berathender Stimme beiwohnen. Der Landesausschuß kann jedoch beschließen, einzelne den Landesdirektor oder die ihm zugeordneten oberen Beamten persönlich berührende Gegenstände in deren Abwesenheit zu verhandeln.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 56 aufgehoben.

 

§ 57. Der Provinzialausschuß regelt seinen Geschäftsgang durch eine Geschäftsordnung. Diese bedarf der Genehmigung des Provinziallandtages.

 

§ 55. Der Landesausschuß regelt seinen Geschäftsgang durch eine Geschäftsordnung. Diese bedarf der Genehmigung des Kommunallandtages.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 57 aufgehoben.

 

§ 58. Geschäfte des Provinzialausschusses. Dem Provinzialausschusse liegt die Erledigung folgender Geschäfte ob:
I. Der Provinzialausschuß hat die Beschlüsse des Provinziallandtages vorzubereiten und auszuführen, soweit damit nicht besondere Kommissionen, Kommissarien oder Beamte durch Gesetz oder Beschluß des Provinziallandtages beauftragt sind.

 

§ 56. Geschäfte des Landesausschusses. Dem Landesausschusse liegt die Erledigung folgender Geschäfte ob:
I. Der Landesausschuß hat die Beschlüsse des Kommunallandtages vorzubereiten und auszuführen, soweit damit nicht besondere Kommissionen, Kommissarien oder Beamte durch Gesetz oder Beschluß des Kommunallandtages beauftragt sind.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde bestimmt:
"Artikel II. ...
3. Die Provinziallandtage, Provinzialaussschüsse und Provinzialkommissionen werden aufgelöst. Eine Neubildung findet nicht statt.";
dadurch waren die §§ 58 bis 61 sowie die hierzu ergangenen Änderungen und Ergänzungen faktisch dahingehend geändert, dass die Aufgaben des Provinzialausschusses dem Oberpräsidenten übertragen waren.

 

§ 59. II. Der Provinzialausschuß hat die Angelegenheiten des Provinzialverbandes, insbesondere das Vermögen und die Anstalten desselben nach Maßgabe der Gesetze, der auf Grund von Gesetzen erlassenen Königlichen Verordnungen und der von dem Provinziallandtage beschlossenen Reglements (§ 8 Nr. 2), sowie des von diesem festgestellten Haushaltsetats zu verwalten.

 

§ 86-57. II. Der Provinzialausschuß hat die Angelegenheiten des Provinzialverbandes, insbesondere das Vermögen und die Anstalten desselben nach Maßgabe der Gesetze, der auf Grund von Gesetzen erlassenen Königlichen Verordnungen und der von dem Provinziallandtage beschlossenen Reglements (§ 6 Nr. 2), sowie des von diesem festgestellten Haushaltsetats zu verwalten.

 

§ 57. II. Der Landesausschuß hat die Angelegenheiten des Bezirksverbandes, insbesondere das Vermögen und die Anstalten desselben nach Maßgabe der Gesetze, der auf Grund von Gesetzen erlassenen Königlichen Verordnungen und der von dem Kommunallandtage beschlossenen Reglements (§ 6 Nr. 2), sowie des von diesem festgestellten Haushalts-Etats zu verwalten.

 

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ..."
dadurch wurden im § 59 das Wort "Königlichen" gestrichen.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 59 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 60. III. Der Provinzialausschuß hat die Provinzialbeamten zu ernennen, soweit die Ernennung derselben nicht dem Provinziallandtage vorbehalten ist (§ 41) und deren Geschäftsführung zu leiten und zu beaufsichtigen.

 

§ 86-58. III. Der Provinzialausschuß hat die Provinzialbeamten zu ernennen, soweit die Ernennung derselben nicht dem Provinziallandtage vorbehalten ist (§ 38) und deren Geschäftsführung zu leiten und zu beaufsichtigen.

§ 58. III. Der Landesausschuß hat die Bezirksbeamten zu ernennen, soweit die Ernennung derselben nicht dem Kommunallandtage vorbehalten ist (§ 38) und deren Geschäftsführung zu leiten und zu beaufsichtigen.

 

siehe hinsichtlich den Provinzialbeamten auch das Kommunalbeamtengesetz vom 30. Juli 1899 (GS. S. 141).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 60 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 61. IV. Der Provinzialausschuß hat sein Gutachten über alle Angelegenheiten abzugeben, welche ihm von den Ministern oder dem Oberpräsidenten überwiesen werden.

 

§ 59. IV. Der Landesausschuß hat sein Gutachten über alle Angelegenheiten abzugeben, welche ihm von den Ministern oder dem Oberpräsidenten überwiesen werden.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 61 abgeändert (siehe bei § 58).

 

Fünfter Abschnitt.
Von den Provinzial- und Bezirksräthen (Behörden des Staates), ihrer Zusammensetzung und ihren Geschäften.

 

 
§§ 62. bis 86. Fortgefallen.
 
 

Sechster Abschnitt.
Von den Provinzialbeamten.

 

Fünfter Abschnitt.
Von den Beamten des Bezirksverbandes.
 

§ 87. Landesdirektor (Landeshauptmann). Zur Wahrnehmung der laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung wird ein Landesdirektor (Landeshauptmann) bestellt, welcher von dem Provinziallandtage auf mindestens sechs bis höchstens zwölf Jahre zu wählen ist.

Der Landesdirektor (Landeshauptmann) bedarf der Bestätigung des Königs. Wird die Bestätigung versagt, so schreitet der Provinziallandtag zu einer neuen Wahl. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, so kann der Minister des Innern die kommissarische Verwaltung der Stelle auf Kosten des Provinzialverbandes anordnen. Dasselbe findet statt, wenn der Provinziallandtag die Wahl verweigert oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählt. Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die Wahl des Provinziallandtages, deren wiederholte Vornahme ihm jederzeit zusteht, die Bestätigung erlangt hat.

Der Provinziallausschuß ist berechtigt, zur Übernahme der kommissarischen Verwaltung geeignete Personen in Vorschlag zu bringen.

Allein in der Provinz Brandenburg hat sich die Amtsbezeichnung "Landesdirektor" durchgesetzt, in den anderen Provinzen wurde an der älteren Amtsbezeichnung "Landeshauptmann" für den obersten Verwaltungsbeamten des Kommunalverbandes festgehalten.

 

§ 87. Landesdirektorium. Zur Wahrnehmung der laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung wird ein aus drei Oberbeamten (Landesdirektor, erster und zweiter Schatzrath) bestehendes Landesdirektorium bestellt, dessen Mitglieder von dem Provinziallandtage auf mindestens 6 und höchstens 12 Jahre zu wählen sind.

Der Landesdirektor bedarf der Bestätigung des Königs. Wird die Bestätigung versagt, so schreitet der Provinziallandtag zu einer neuen Wahl. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, so kann der Minister des Innern die kommissarische Verwaltung der Stelle auf Kosten des Provinzialverbandes anordnen. Dasselbe findet statt, wenn der Provinziallandtag die Wahl verweigert oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählt. Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die Wahl des Provinziallandtages, deren wiederholte Vornahme ihm jederzeit zusteht, die Bestätigung erlangt hat.

Der Provinzialausschuß ist berechtigt, zur Übernahme der kommissarischen Verwaltung geeignete Personen in Vorschlag zu bringen.

 

§ 87. Landesdirektor (Landeshauptmann). Zur Wahrnehmung der laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung wird ein Landesdirektor (Landeshauptmann) bestellt, welcher von dem Provinziallandtage auf mindestens sechs bis höchstens zwölf Jahre zu wählen ist.

Der Landesdirektor (Landeshauptmann) bedarf der Bestätigung des Königs. Wird die Bestätigung versagt, so schreitet der Provinziallandtag zu einer neuen Wahl. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, so kann der Minister des Innern die kommissarische Verwaltung der Stelle auf Kosten des Provinzialverbandes anordnen. Dasselbe findet statt, wenn der Provinziallandtag die Wahl verweigert oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählt. Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die Wahl des Provinziallandtages, deren wiederholte Vornahme ihm jederzeit zusteht, die Bestätigung erlangt hat.

Der Provinziallausschuß ist berechtigt, zur Übernahme der kommissarischen Verwaltung geeignete Personen in Vorschlag zu bringen.

In der Provinz Westfalen, der Rheinprovinz und der Provinz Schleswig-Holstein hat sich die Amtsbezeichnung "Landesdirektor" nicht durchgesetzt; der alte Amtstitel "Landeshauptmann" blieb bestehen und in Gebrauch.

 

§ 86-60. Landesdirektor. Zur Wahrnehmung der laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung wird ein Landesdirektor (Landeshauptmann) bestellt, welcher von dem Provinziallandtage auf mindestens sechs bis höchstens zwölf Jahre zu wählen ist.

Der Landesdirektor bedarf der Bestätigung des Königs. Wird die Bestätigung versagt, so schreitet der Provinziallandtag zu einer neuen Wahl. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, so kann der Minister des Innern die kommissarische Verwaltung der Stelle auf Kosten des Provinzialverbandes anordnen. Dasselbe findet statt, wenn der Provinziallandtag die Wahl verweigert oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählt. Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die Wahl des Provinziallandtages, deren wiederholte Vornahme ihm jederzeit zusteht, die Bestätigung erlangt hat.

Der Provinziallausschuß ist berechtigt, zur Übernahme der kommissarischen Verwaltung geeignete Personen in Vorschlag zu bringen.

Ob es für den Provinzialverband Hessen-Nassau einen eigenen Landesdirektor gab, konnte nicht gesichert festgestellt werden; es war für den Verband aber möglich, durch Provinzialstatut einen solchen einzusetzen.  Ob allerdings der Provinzialausschuß ohne Landesdirektor als ausführendem Beamten funktioniert, ist fraglich.
 

§ 60. Landesdirektor. Zur Wahrnehmung der laufenden Geschäfte der kommunalen Bezirksverwaltung wird ein Landesdirektor bestellt, dessen Mitglieder von dem Kommunallandtage auf mindestens sechs und höchstens zwölf Jahre zu wählen ist.

Der Landesdirektor bedarf der Bestätigung des Königs. Wird die Bestätigung versagt, so schreitet der Kommunallandtag zu einer neuen Wahl. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, so kann der Minister des Innern die kommissarische Verwaltung der Stelle auf Kosten des Bezirksverbandes anordnen. Dasselbe findet statt, wenn der Kommunallandtag die Wahl verweigert oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählt. Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die Wahl des Kommunallandtages, deren wiederholte Vornahme ihm jederzeit zusteht, die Bestätigung erlangt hat.

Der Landesausschuß ist berechtigt, zur Übernahme der kommissarischen Verwaltung geeignete Personen in Vorschlag zu bringen.

In den Bezirksverbänden Wiesbaden und Kassel wurde der Landesdirektor, obwohl nicht gesetzlich vorgesehen, ebenfalls als Landeshauptmann bezeichnet.
 
Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ...";
dadurch wurden im § 87 das Wort "König" ersetzt durch "Staatsleitung".

Durch Gesetz vom 20. März 1919 wurde bestimmt:
"§ 5. Die Befugnisse, die nach den Gesetzen und Verordnungen dem König zustanden, übt bis auf weiteres die Staatsregierung aus ....";
dadurch wurden im § 87 das Wort "König" ersetzt durch "Staatsregierung".

Durch die Verfassung vom 30. November 1920 wurde bestimmt:
"Art. 82. Die Befugnisse, die nach den früheren Gesetzen, Verordnungen und Verträgen dem Könige zustanden, gehen auf das Staatsministerium über.";
dadurch wurden im § 87 das Wort "König" ersetzt durch "Staatsministerium".

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 87 abgeändert (siehe bei §§ 34 und 58).

 

§ 88. Für den Fall einer Behinderung des Landesdirektors, sowie im Falle der Erledigung der Stelle desselben bestellt der Provinzialausschuß einen Stellvertreter bis zur Aufnahme der Geschäfte durch den Landesdirektor, beziehungsweise bis zum Eintritte einer kommissarischen Verwaltung nach Maßgabe des § 87.

Weder der kommissarische Vertreter, noch der Stellvertreter des Landesdirektors sind als solche stimmberechtigte Mitglieder des Ausschusses.

 

§ 88. Im Falle einer Behinderung des Landesdirektors, sowie im Falle der Erledigung der Stelle desselben vertritt der erste Schatzrath den Landesdirektor bis zur Aufnahme der Geschäfte durch diesen beziehungsweise bis zum Eintritte einer kommissarischen Verwaltung nach Maßgabe des § 87.

 

§ 88. Für den Fall einer Behinderung des Landesdirektors, sowie im Falle der Erledigung der Stelle desselben bestellt der Provinzialausschuß einen Stellvertreter bis zur Aufnahme der Geschäfte durch den Landesdirektor, beziehungsweise bis zum Eintritte einer kommissarischen Verwaltung nach Maßgabe des § 87.

Weder der kommissarische Vertreter, noch der Stellvertreter des Landesdirektors sind als solche stimmberechtigte Mitglieder des Ausschusses.

 

§ 86-61. Für den Fall einer Behinderung des Landesdirektors, sowie im Falle der Erledigung der Stelle desselben bestellt der Provinzialausschuß einen Stellvertreter bis zur Aufnahme der Geschäfte durch den Landesdirektor, beziehungsweise bis zum Eintritte einer kommissarischen Verwaltung nach Maßgabe des § 60.

Weder der kommissarische Vertreter, noch der Stellvertreter des Landesdirektors sind als solche stimmberechtigte Mitglieder des Ausschusses.

 

§ 61. Für den Fall einer Behinderung des Landesdirektors, sowie im Falle der Erledigung der Stelle desselben bestellt der Landesausschuß einen Stellvertreter bis zur Aufnahme der Geschäfte durch den Landesdirektor beziehungsweise bis zum Eintritte einer kommissarischen Verwaltung nach Maßgabe des § 60.

Weder der kommissarische Vertreter, noch der Stellvertreter des Landesdirektors sind als solche stimmberechtigte Mitglieder des Ausschusses.

 
§ 89. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) wird von dem Oberpräsidenten in sein Amt eingeführt und vereidigt.

 

§ 89. Die Mitglieder des Landesdirektoriums werden von dem Oberpräsidenten in ihr Amt eingeführt und vereidigt.

§ 89. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) wird von dem Oberpräsidenten in sein Amt eingeführt und vereidigt.

 
§ 86-62. Der Landesdirektor wird von dem Oberpräsidenten in sein Amt eingeführt und vereidigt.

§ 62. Der Landesdirektor werden von dem Oberpräsidenten in ihr Amt eingeführt und vereidigt.

 
§ 90. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) führt unter der Aufsicht des Provinzialausschusses die laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung. Er bereitet die Beschlüsse des Provinzialausschusses vor und trägt für die Ausführung derselben Sorge.

Er ist der Dienstvorgesetzte sämmtlicher Provinzialbeamten.

Der Landesdirektor vertritt den Provinzialverband nach außen in allen Angelegenheiten, insbesondere auch da, wo die Gesetze eine Spezialvollmacht verlangen. Er verhandelt Namens des Provinzialverbandes mit Behörden und Privatpersonen, führt den Schriftwechsel und zeichnet alle Schriftstücke.

 

§ 90. Das Landesdirektorium führt unter der Aufsicht des Provinzialausschusses die laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung. Es bereitet die Beschlüsse des Provinzialausschusses vor und trägt für die Ausführung derselben Sorge.

Es ist der Dienstvorgesetzte sämmtlicher Provinzialbeamten.

Der Geschäftsgang des Landesdirektoriums ist, vorbehaltlich der in dem § 93 Absatz 1 Satz 2 und dem § 94 vorgesehenen sowie der nachstehenden Befugnisse des Vorsitzenden (Landesdirektors=, ein kollegialischer.

Der Landesdirektor vertheilt die Geschäfte und zeichnet alle Schriftstücke. Er ist dem Provinziallandtage beziehungsweise dem Ausschusse verantwortlich für den ordnungsmäßigen Betrieb der Geschäfte und für tüchtige gesetzmäßige Führung der Verwaltung.

Beschlüsse, welche der Landesdirektor für besonders nachtheilig hält, kann er bis zum Zusammentritte des Provinzialausschusses beanstanden, muß dieselben jedoch diesem zur Entscheidung vorlegen. Kann die Sache bis dahin eine Verzögerung nicht leiden, so ist der Landesdirektor berechtigt, die nothwendigen Maßregeln für die Zwischenzeit selbst anzuordnen.

Der Provinzialausschuß kann in besonderen Fällen die Besorgung einzelner Geschäfte dem Landesdirektor allein übertragen.

 

§ 90. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) führt unter der Aufsicht des Provinzialausschusses die laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung. Er bereitet die Beschlüsse des Provinzialausschusses vor und trägt für die Ausführung derselben Sorge.

Er ist der Dienstvorgesetzte sämmtlicher Provinzialbeamten.

Der Landesdirektor vertritt den Provinzialverband nach außen in allen Angelegenheiten, insbesondere auch da, wo die Gesetze eine Spezialvollmacht verlangen. Er verhandelt Namens des Provinzialverbandes mit Behörden und Privatpersonen, führt den Schriftwechsel und zeichnet alle Schriftstücke.

 

§ 86-63. Der Landesdirektor führt unter der Aufsicht des Provinzialausschusses die laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung. Er bereitet die Beschlüsse des Provinzialausschusses vor und trägt für die Ausführung derselben Sorge.

Er ist der Dienstvorgesetzte sämmtlicher Provinzialbeamten.

Der Landesdirektor vertritt den Provinzialverband nach außen in allen Angelegenheiten, insbesondere auch da, wo die Gesetze eine Spezialvollmacht verlangen. Er verhandelt Namens des Provinzialverbandes mit Behörden und Privatpersonen, führt den Schriftwechsel und zeichnet alle Schriftstücke.

 

§ 63. Der Landesdirektor führt unter der Aufsicht des Landesausschusses die laufenden Geschäfte der kommunalen Bezirksverwaltung. Es bereitet die Beschlüsse des Landesausschusses vor und trägt für die Ausführung derselben Sorge.

Es ist der Dienstvorgesetzte sämmtlicher Beamten des Bezirksverbandes.

Der Landesdirektor vertritt den Bezirksverband nach außen in allen Angelegenheiten, insbesondere auch da, wo die Gesetze eine Spezialvollmacht verlangen. Er verhandelt Namens des Bezirksverbandes mit Behörden und Privatpersonen, führt den Schriftwechsel und zeichnet alle Schriftstücke.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 90 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 91. Urkunden, mittelst deren der Provinzialverband Verpflichtungen übernimmt, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses des Provinziallandtages beziehungsweise des Provinzialausschusses von dem Landesdirektor (Landeshauptmann) und von zwei Mitgliedern des Provinzialausschusses unterschrieben und mit dem Amtssiegel des Landesdirektors versehen sein. In denjenigen Fällen, in denen es der Genehmigung der Staatsaufsichtsbehörde bedarf, ist dieselbe der Ausfertigung in beglaubigter Form beizufügen.

Dem Provinziallandtage bleibt vorbehalten, für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten in Betreff der Vollziehung von Urkunden und Vollmachten zur Vereinfachung der Geschäfte anderweite statutarische Bestimmung zu treffen.

 

§ 91. Urkunden, mittelst deren der Provinzialverband Verpflichtungen übernimmt, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses des Provinziallandtages beziehungsweise des Provinzialausschusses von dem Landesdirektorium und von zwei Mitgliedern des Provinzialausschusses unterschrieben und mit dem Amtssiegel des Landesdirektoriums versehen sein. In denjenigen Fällen, in denen es der Genehmigung der Staatsaufsichtsbehörde bedarf, ist dieselbe der Ausfertigung in beglaubigter Form beizufügen.

Dem Provinziallandtage bleibt vorbehalten, für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten in Betreff der Vollziehung von Urkunden und Vollmachten zur Vereinfachung der Geschäfte anderweite statutarische Bestimmung zu treffen.

§ 91. Urkunden, mittelst deren der Provinzialverband Verpflichtungen übernimmt, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses des Provinziallandtages beziehungsweise des Provinzialausschusses von dem Landesdirektor (Landeshauptmann) und von zwei Mitgliedern des Provinzialausschusses unterschrieben und mit dem Amtssiegel des Landesdirektors versehen sein. In denjenigen Fällen, in denen es der Genehmigung der Staatsaufsichtsbehörde bedarf, ist dieselbe der Ausfertigung in beglaubigter Form beizufügen.

Dem Provinziallandtage bleibt vorbehalten, für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten in Betreff der Vollziehung von Urkunden und Vollmachten zur Vereinfachung der Geschäfte anderweite statutarische Bestimmung zu treffen.

 

§ 86-64. Urkunden, mittelst deren der Provinzialverband Verpflichtungen übernimmt, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses des Provinziallandtages beziehungsweise des Provinzialausschusses von dem Landesdirektor und von zwei Mitgliedern des Provinzial-ausschusses unterschrieben und mit dem Amtssiegel des Landesdirektors versehen sein. In denjenigen Fällen, in denen es der Genehmigung der Staatsaufsichtsbehörde bedarf, ist dieselbe der Ausfertigung in beglaubigter Form beizufügen.

Dem Provinziallandtage bleibt vorbehalten, für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten in Betreff der Vollziehung von Urkunden und Vollmachten zur Vereinfachung der Geschäfte anderweite statutarische Bestimmung zu treffen.

 

§ 64. Urkunden, mittelst deren der Bezirksverband Verpflichtungen übernimmt, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses des Kommunallandtages beziehungsweise des Landesausschusses von dem Landesdirektor und von zwei Mitgliedern des Landesausschusses unterschrieben und mit dem Amtssiegel des Landesdirektors versehen sein. In denjenigen Fällen, in denen es der Genehmigung der Staatsaufsichtsbehörde bedarf, ist dieselbe der Ausfertigung in beglaubigter Form beizufügen.

Dem Kommunallandtage bleibt vorbehalten, für einzelne Verwaltungszweige und Anstalten in Beetreff der Vollziehung von Urkunden und Vollmachten zur Vereinfachung der Geschäfte anderweite statutarische Bestimmung zu treffen.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 91 abgeändert (siehe bei §§ 34 und 58).

 

§ 92. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) ist befugt, für die Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung die vermittelnde und begutachtende Thätigkeit der Kreis-, Amts- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmen.

 

§ 92. Das Landesdirektorium ist befugt, für die Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung die vermittelnde und begutachtende Thätigkeit der Kreis-, Amts- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmen.

 

§ 92. Der Landesdirektor (Landeshauptmann) ist befugt, für die Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung die vermittelnde und begutachtende Thätigkeit der Kreis-, Amts- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmen.

 
§ 86-65. Der Landesdirektor ist befugt, für die Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung die vermittelnde und begutachtende Thätigkeit der Kreis-, Amts- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmen.

 

§ 65. Der Landesdirektor ist befugt, für die Geschäfte der kommunalen Bezirksverwaltung die vermittelnde und begutachtende Thätigkeit der Kreis- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmen.

 
§ 93. Andere obere Beamte. Dem Landesdirektor (Landeshauptmann) können nach näherer Bestimmung des Provinzialstatuts zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesammten oder einzelner Zweige der kommunalen Provinzialverwaltung noch andere vom Provinziallandtage zu wählende obere Beamte mit berathender oder beschließender Stimme zugeordnet werden. Sie werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt.

Werden dem Landesdirektor obere Beamte mit beschließender Stimme zugeordnet, so hat das Provinzialstatut auch darüber Bestimmung zu treffen, welche der durch dieses Gesetz dem Landesdirektor allein überwiesenen Geschäfte von demselben unter Mitwirkung jener Beamten zu erledigen sind.

 

§ 93. Andere obere Beamte. Dem Landesdirektorium können nach näherer Bestimmung des Provinzialstatuts zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesammten oder einzelner Zweige der kommunalen Provinzialverwaltung noch andere vom Provinziallandtage zu wählende obere Beamte mit berathender oder beschließender Stimme zugeordnet werden. Sie werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt.

Werden dem Landesdirektorium obere Beamte mit beschließender Stimme zugeordnet, so hat das Provinzialstatut auch darüber Bestimmung zu treffen, welche der durch dieses Gesetz dem Landesdirektor allein überwiesenen Geschäfte von demselben unter Mitwirkung jener Beamten zu erledigen sind.

 

§ 93. Andere obere Beamte. Dem Landesdirektor (Landeshauptmann) können nach näherer Bestimmung des Provinzialstatuts zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesammten oder einzelner Zweige der kommunalen Provinzialverwaltung noch andere vom Provinziallandtage zu wählende obere Beamte mit berathender oder beschließender Stimme zugeordnet werden. Sie werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt.

Werden dem Landesdirektor obere Beamte mit beschließender Stimme zugeordnet, so hat das Provinzialstatut auch darüber Bestimmung zu treffen, welche der durch dieses Gesetz dem Landesdirektor allein überwiesenen Geschäfte von demselben unter Mitwirkung jener Beamten zu erledigen sind.

 

§ 86-66. Andere obere Beamte. Dem Landesdirektor können nach näherer Bestimmung des Provinzialstatuts zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesammten oder einzelner Zweige der kommunalen Provinzial-verwaltung noch andere vom Provinziallandtage zu wählende obere Beamte mit berathender oder beschließender Stimme zugeordnet werden. Sie werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt.

Werden dem Landesdirektor obere Beamte mit beschließender Stimme zugeordnet, so hat das Provinzialstatut auch darüber Bestimmung zu treffen, welche der durch dieses Gesetz dem Landesdirektor allein überwiesenen Geschäfte von demselben unter Mitwirkung jener Beamten zu erledigen sind.

 

§ 66. Andere obere Beamte. Dem Landesdirektor können nach näherer Bestimmung des Bezirksstatuts zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesammten oder einzelner Zweige der kommunalen Bezirksverwaltung noch andere vom Kommunallandtage zu wählende obere Beamte mit berathender oder beschließender Stimme zugeordnet werden. Sie werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt.

Werden dem Landesdirektor obere Beamte mit beschließender Stimme zugeordnet, so hat das Bezirksstatut auch darüber Bestimmung zu treffen, welche der durch dieses Gesetz dem Landesdirektor allein überwiesenen Geschäfte von demselben unter Mitwirkung jener Beamten zu erledigen sind.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 93 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 94. Büreau-, Kassen- ec. Beamte der kommunalen Provinzialverwaltung. Die Stellen der zur Wahrnehmung der Büreau-, Kassen- und sonstigen Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung erforderlichen Beamten werden von dem Provinziallandtage nach Zahl, Diensteinnahme und Art der Besetzung (auf Lebenszeit, auf Zeit, auf Kündigung) auf Vorschlag des Provinzialausschusses durch den Haushaltsetat bestimmt.

Die Besetzung dieser Stellen erfolgt vorbehaltlich der Bestimmung des § 41 durch den Provinzialausschuß. Die Beamten werden von dem Landesdirektor (Landeshauptmann) in ihre Ämter eingeführt und vereidigt. Sie erhalten ihre Geschäftsinstruktionen von dem Provinzialausschusse.

 

§ 86-67. Bureau-, Kassen- ec. Beamte der kommunalen Provinzialverwaltung. Die Stellen der zur Wahrnehmung der Bureau-, Kassen- und sonstigen Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung erforderlichen Beamten werden von dem Provinziallandtage nach Zahl, Diensteinnahme und Art der Besetzung (auf Lebenszeit, auf Zeit, auf Kündigung) auf Vorschlag des Provinzialausschusses durch den Haushaltsetat bestimmt.

Die Besetzung dieser Stellen erfolgt vorbehaltlich der Bestimmung des § 38 durch den Provinzialausschuß. Die Beamten werden von dem Landesdirektor (Landeshauptmann) in ihre Ämter eingeführt und vereidigt. Sie erhalten ihre Geschäftsinstruktionen von dem Provinzialausschusse.

 

§ 67. Bureau-, Kassen- ec. Beamte der kommunalen Bezirksverwaltung. Die Stellen der zur Wahrnehmung der Bureau-, Kassen- und sonstigen Geschäfte der kommunalen Bezirksverwaltung erforderlichen Beamten werden von dem Kommunallandtage nach Zahl, Diensteinnahme und Art der Besetzung (auf Lebenszeit, auf Zeit, auf Kündigung) auf Vorschlag des Landesausschusses durch den Haushalts-Etat bestimmt.

Die Besetzung dieser Stellen erfolgt vorbehaltlich der Bestimmung des § 38 durch den Landesausschuß. Die Beamten werden von dem Landesdirektor in ihre Ämter eingeführt und vereidigt. Sie erhalten ihre Geschäftsinstruktionen von dem Landesausschusse.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 94 abgeändert (siehe bei §§ 34 und 58).

 

§ 95. Beamte der Provinzialinstitute ec. Über die an den einzelnen Provinzialinstituten und in der Provinzial-Chaussee- und Wegeverwaltung anzustellenden Beamten, sowie über die Art der Anstellung derselben wird durch die für jene Institute und jenen Verwaltungszweig zu erlassenden Reglements beziehungsweise die für dieselben festzustellenden Etats bestimmt.

Bis zum Erlasse neuer Reglements bleiben die bestehenden Reglements in Geltung.

 

§ 68. Beamte der Bezirksinstitute ec. Über die an den einzelnen Bezirksinstituten und in der Bezirks-Chaussee- und Wegeverwaltung anzustellenden Beamten, sowie über die Art der Anstellung derselben wird durch die für jene Institute und jenen Verwaltungszweig zu erlassenden Reglements beziehungsweise die für dieselben festzustellenden Etats bestimmt.

Bis zum Erlasse neuer Reglements bleiben die bestehenden Reglements in Geltung.

 
§ 96. Dienstliche Verhältnisse der Provinzialbeamten. Sämmtliche Provinzialbeamten haben die Rechte und Pflichten mittelbarer Staatsbeamten. Die besonderen dienstlichen Verhältnisse derselben werden durch ein von dem Provinziallandtage zu erlassendes Reglement geordnet.

 

§ 69. Dienstliche Verhältnisse der Beamten des Bezirksverbandes. Sämmtliche Beamte des Bezirksverbandes haben die Rechte und Pflichten mittelbarer Staatsbeamten. Die besonderen dienstlichen Verhältnisse derselben werden durch ein von dem Kommunallandtage zu erlassendes Reglement geordnet.

 

siehe hinsichtlich den Provinzialbeamten auch das Kommunalbeamtengesetz vom 30. Juli 1899 (GS. S. 141).

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 96 abgeändert (siehe bei § 34).

 

§ 97. Hinsichtlich der Besetzung der Stellen von Provinzialbeamten mit Militär-Invaliden gelten die in Ansehung der Städte erlassenen gesetzlichen Vorschriften.

 

§ 70. Hinsichtlich der Besetzung der Stellen von Beamten des Bezirksverbandes mit Militärinvaliden gelten die in Ansehung der Städte erlassenen gesetzlichen Vorschriften.

 

Durch § 16 des Gesetzes, betreffend die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen in der Verwaltung der Kommunalverbände mit Militäranwärtern vom 21. Juli 1892 (GS S. 214) wurde der § 97 faktisch aufgehoben und durch deren Bestimmungen ersetzt.

 

§ 98. In Betreff der Dienstvergehen der Provinzialbeamten finden die Vorschriften des Gesetzes vom 21. Juli 1852 (Gesetz-Samml. S. 465) mit folgenden Maßgaben Anwendung:
1) Gegen den Landesdirektor (Landeshauptmann) und die im § 41 gedachten Provinzialbeamten ist die Festsetzung von Ordnungsstrafen nur in dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren zulässig.
2) Gegen die übrigen Provinzialbeamten steht die den Ministern und den Provinzialbehörden beigelegte Befugniß zur Verhängung von Ordnungsstrafen dem Landesdirektor zu; jedoch dürfen die von ihm festzusetzenden Geldbußen den Betrag von dreißig Mark nicht übersteigen.

Außerdem steht
3) den Vorstehern von Provinzialanstalten die Befugniß zu, gegen die ihnen nachgeordneten Anstaltsbeamten, mit Ausnahme der oberen Anstaltsbeamten, Geldbußen bis zu zehn Mark festzusetzen.
4) Gegen die Disziplinarverfügungen des Landesdirektors und der Vorsteher von Provinzialanstalten findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Verwaltungsgerichte statt.
5) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten der Landesdirektor und, sofern das Verfahren gegen den letzteren selbst oder einen der im § 41 gedachten Provinzialbeamten gerichtet ist, der Minister des Innern, an die Stelle der Bezirksregierung beziehungsweise des Disziplinarhofes das Bezirksverwaltungsgericht und an die Stelle des Staatsministeriums das Oberverwaltungsgericht.
    Die Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Verwaltungsgerichte und dem Oberverwaltungsgerichte werden vom Minister des Innern ernannt. Die Verhandlung vor dem Bezirksverwaltungsgerichte und dem Oberverwaltungsgerichte findet im mündlichen Verfahren statt. Das Gutachten des Disziplinarhofes ist nicht einzuholen.
    Das Verfahren kann mit Rücksicht auf den Ausfall der Voruntersuchung durch Beschluß des Verwaltungsgerichts eingestellt werden.
6) Die Bestimmungen des § 16 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 findet auch auf die Provinzialbeamten, mit Ausnahme der im § 41 gedachten, Anwendung.

Durch Gesetz vom 1. August 1883, § 2, wurde im § 98 Abs. 2
- Nr. 4 das Wort "Verwaltungsgerichte" faktisch ersetzt durch: "Bezirksausschusse"
- Nr. 5 Abs. 1 das Wort "Bezirksverwaltungsgericht" faktisch ersetzt durch: "Bezirksausschuß"
- Nr. 5 Abs. 2 das Wort "Verwaltungsgerichte" faktisch ersetzt durch: "Bezirksausschusse" und das Wort "Bezirksverwaltungsgerichte" ersetzt durch: "Bezirksausschusse".
- Nr. 5 Abs. 3 das Wort "Verwaltungsgerichts" faktisch ersetzt durch: "Bezirksausschusses".

 

§ 98. In Betreff der Dienstvergehen der Provinzialbeamten finden die Vorschriften des Gesetzes vom 21. Juli 1852 (Gesetz-Samml. S. 465) mit folgenden Maßgaben Anwendung:
1) Gegen die Mitglieder des Landesdirektoriums und die im § 41 gedachten Provinzialbeamten ist die Festsetzung von Ordnungsstrafen nur in dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren zulässig.
2) Gegen die übrigen Provinzialbeamten steht die den Ministern und den Provinzialbehörden beigelegte Befugniß zur Verhängung von Ordnungsstrafen dem Landesdirektorium zu; jedoch dürfen die von ihm festzusetzenden Geldbußen den Betrag von dreißig Mark nicht übersteigen.

Außerdem steht
3) den Vorstehern von Provinzialanstalten die Befugniß zu, gegen die ihnen nachgeordneten Anstaltsbeamten, mit Ausnahme der oberen Anstaltsbeamten, Geldbußen bis zu zehn Mark festzusetzen.
4) Gegen die Disziplinarverfügungen des Landesdirektoriums und der Vorsteher von Provinzialanstalten findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.
5) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten das Landesdirektorium und, sofern das Verfahren gegen den letzteren selbst oder einen der im § 41 gedachten Provinzialbeamten gerichtet ist, der Minister des Innern, an die Stelle der Bezirksregierung beziehungsweise des Disziplinarhofes der Bezirksausschuß und an die Stelle des Staatsministeriums das Oberverwaltungsgericht.
    Die Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte werden vom Minister des Innern ernannt. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte findet im mündlichen Verfahren statt. Das Gutachten des Disziplinarhofes ist nicht einzuholen.
    Das Verfahren kann mit Rücksicht auf den Ausfall der Voruntersuchung durch Beschluß des Bezirksausschusses eingestellt werden.
6) Die Bestimmungen des § 16 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 findet auch auf die Provinzialbeamten, mit Ausnahme der im § 41 gedachten, Anwendung.

 

§ 98. In Betreff der Dienstvergehen der Provinzialbeamten finden die Vorschriften des Gesetzes vom 21. Juli 1852 (Gesetz-Samml. S. 465) mit folgenden Maßgaben Anwendung:
1) Gegen den Landesdirektor (Landeshauptmann) und die im § 41 gedachten Provinzialbeamten ist die Festsetzung von Ordnungsstrafen nur in dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren zulässig.
2) Gegen die übrigen Provinzialbeamten steht die den Ministern und den Provinzialbehörden beigelegte Befugniß zur Verhängung von Ordnungsstrafen dem Landesdirektor zu; jedoch dürfen die von ihm festzusetzenden Geldbußen den Betrag von dreißig Mark nicht übersteigen.

Außerdem steht
3) den Vorstehern von Provinzialanstalten die Befugniß zu, gegen die ihnen nachgeordneten Anstaltsbeamten, mit Ausnahme der oberen Anstaltsbeamten, Geldbußen bis zu zehn Mark festzusetzen.
4) Gegen die Disziplinarverfügungen des Landesdirektors und der Vorsteher von Provinzialanstalten findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.
5) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten der Landesdirektor und, sofern das Verfahren gegen den letzteren selbst oder einen der im § 41 gedachten Provinzialbeamten gerichtet ist, der Minister des Innern, an die Stelle der Bezirksregierung beziehungsweise des Disziplinarhofes der Bezirksausschuß und an die Stelle des Staatsministeriums das Oberverwaltungsgericht.
    Die Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte werden vom Minister des Innern ernannt. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte findet im mündlichen Verfahren statt. Das Gutachten des Disziplinarhofes ist nicht einzuholen.
    Das Verfahren kann mit Rücksicht auf den Ausfall der Voruntersuchung durch Beschluß des Bezirksausschusses eingestellt werden.
6) Die Bestimmungen des § 16 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 findet auch auf die Provinzialbeamten, mit Ausnahme der im § 41 gedachten, Anwendung.

 

§ 86-71. In Betreff der Dienstvergehen der Provinzialbeamten finden die Vorschriften des Gesetzes vom 21. Juli 1852 (Gesetz-Samml. S. 465) mit folgenden Maßgaben Anwendung:
1) Gegen den Landesdirektor und die im § 38 gedachten Provinzialbeamten ist die Festsetzung von Ordnungsstrafen nur in dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren zulässig.
2) Gegen die übrigen Provinzialbeamten steht die den Ministern und den Provinzialbehörden beigelegte Befugniß zur Verhängung von Ordnungsstrafen dem Landesdirektor zu; jedoch dürfen die von ihm festzusetzenden Geldbußen den Betrag von dreißig Mark nicht übersteigen.

Außerdem steht
3) den Vorstehern von Provinzialanstalten die Befugniß zu, gegen die ihnen nachgeordneten Anstaltsbeamten, mit Ausnahme der oberen Anstaltsbeamten, Geldbußen bis zu zehn Mark festzusetzen.
4) Gegen die Disziplinarverfügungen des Landesdirektors und der Vorsteher von Provinzialanstalten findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.
5) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten der Landesdirektor und, sofern das Verfahren gegen den letzteren selbst oder einen der im § 38 gedachten Provinzialbeamten gerichtet ist, der Minister des Innern, an die Stelle der Bezirksregierung beziehungsweise des Disziplinarhofes der Bezirksausschuß und an die Stelle des Staatsministeriums das Oberverwaltungsgericht.
    Die Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte werden vom Minister des Innern ernannt. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte findet im mündlichen Verfahren statt. Das Gutachten des Disziplinarhofes ist nicht einzuholen.
    Das Verfahren kann mit Rücksicht auf den Ausfall der Voruntersuchung durch Beschluß des Bezirksausschusses eingestellt werden.
6) Die Bestimmungen des § 16 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 findet auch auf die Provinzialbeamten, mit Ausnahme der im § 38 gedachten, Anwendung.

 

§ 71. In Betreff der Dienstvergehen der Beamten des Bezirksverbandes finden die Vorschriften des Gesetzes vom 21. Juli 1852 (Gesetz-Samml. S. 465) mit folgenden Maßgaben Anwendung:
1) Gegen den Landesdirektor und die im § 38 gedachten Beamten des Bezirksverbandes ist die Festsetzung von Ordnungsstrafen nur in dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren zulässig.
2) Gegen die übrigen Beamten des Bezirksverbandes steht die den Ministern und den Provinzialbehörden beigelegte Befugniß zur Verhängung von Ordnungsstrafen dem Landesdirektor zu; jedoch dürfen die von ihm festzusetzenden Geldbußen den Betrag von dreißig Mark nicht übersteigen.

Außerdem steht
3) den Vorstehern von Bezirksanstalten die Befugniß zu, gegen die ihnen nachgeordneten Anstaltsbeamten, mit Ausnahme der oberen Anstaltsbeamten, Geldbußen bis zu zehn Mark festzusetzen.
4) Gegen die Disziplinarverfügungen des Landesdirektors und der Vorsteher von Bezirksanstalten findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.
5) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten der Landesdirektor und, sofern das Verfahren gegen den letzteren selbst oder einen der im § 38 gedachten Beamten des Bezirksverbandes gerichtet ist, der Minister des Innern, an die Stelle der Bezirksregierung beziehungsweise des Disziplinarhofes der Bezirksausschuß und an die Stelle des Staatsministeriums das Oberverwaltungsgericht.
    Die Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte werden vom Minister des Innern ernannt. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschusse und dem Oberverwaltungsgerichte findet im mündlichen Verfahren statt. Das Gutachten des Disziplinarhofes ist nicht einzuholen.
    Das Verfahren kann mit Rücksicht auf den Ausfall der Voruntersuchung durch Beschluß des Bezirksausschusses eingestellt werden.
6) Die Bestimmungen des § 16 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 findet auch auf die Beamten des Bezirksverbandes, mit Ausnahme der im § 38 gedachten, Anwendung.

 

Durch Gesetz vom 27. Januar 1932 wurde der § 98 aufgehoben und durch die §§ 90 bis 116 des genannten Gesetzes ersetzt.

 

Siebenter Abschnitt.
Von den Provinzialkommissionen.

 

Sechster Abschnitt.
Von den Bezirkskommissionen.
 

§ 99. Für die unmittelbare Verwaltung und Beaufsichtigung einzelner Anstalten sowie für die Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten des Provinzialverbandes können besondere Kommissionen oder Kommissare bestellt werden. Die Einsetzung, die Begrenzung der Zuständigkeit und die Art und Weise der Zusammensetzung derselben hängt von dem Beschlusse des Provinziallandtages ab. Die Wahl der Mitglieder steht dem Provinzialausschusse zu, sofern sich nicht der Provinziallandtag dieselbe für einzelne Kommissionen oder Kommissare selbst vorbehält.

Die Kommissionen oder Kommissare empfangen von dem Provinzialausschusse ihre Geschäftsanweisung und führen ihre Geschäfte unter der Aufsicht desselben.

 

§ 72. Für die unmittelbare Verwaltung und Beaufsichtigung einzelner Anstalten sowie für die Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten des Bezirksverbandes können besondere Kommissionen oder Kommissare bestellt werden. Die Einsetzung, die Begrenzung der Zuständigkeit und die Art und Weise der Zusammensetzung derselben hängt von dem Beschlusse des Kommunallandtages ab. Die Wahl der Mitglieder steht dem Landesausschusse zu, sofern sich nicht der Kommunallandtag dieselbe für einzelne Kommissionen oder Kommissare selbst vorbehält.

Die Kommissionen oder Kommissare empfangen von dem Landesausschusse ihre Geschäftsanweisung und führen ihre Geschäfte unter der Aufsicht desselben.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 99 abgeändert (siehe bei den §§ 34 und 58).

 

§ 100. Schlußbestimmung. Die Mitglieder des Provinziallandtages, des Provinzialausschusses und der Provinzialkommissionen, sowie die gewählten Mitglieder der Provinzial- und Bezirksräthe erhalten eine ihren baaren Auslagen entsprechende Entschädigung.

Über die Höhe derselben beschließt der Provinziallandtag.

Durch Gesetz vom 30. Juli 1883 wurde bestimmt:
"§ 34. Die gewählten Mitglieder
der Provinzialräte und Bezirksräte und deren Stellvertreter erhalten Tagegelder und Reisekosten nach den für Staatsbeamte der vierten Rangklasse bestehenden gesetzlichen Bestimmungen.
...";
dadurch wurde der § 100 hinsichtlich der gewählten Mitglieder der staatlichen Organe "Provinzialrat" und "Bezirksrat" durch diese Bestimmung ersetzt.

 

 

§ 100. Schlußbestimmung. Die Mitglieder des Provinziallandtages, des Provinzialausschusses und der Provinzialkommissionen, sowie die gewählten Mitglieder der Provinzialrathes erhalten eine ihren baaren Auslagen entsprechende Entschädigung.

Über die Höhe derselben beschließt der Provinziallandtag.

 

§ 73. Schlußbestimmung. Die Mitglieder des Kommunallandtages, des Landesausschusses und der Bezirkskommissionen erhalten eine ihren baaren Auslagen entsprechende Entschädigung.

Über die Höhe derselben beschließt der Kommunallandtag.

 

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 5. Durch Beschluß des Provinziallandtags kann bestimmt werden, daß den Provinziallandtagsabgeordneten die notwendigen Barauslagen und der nachweislich entgangene Arbeitsverdienst bis zu bestimmter Höhe ersetzt werden. An Stelle des Ersatzes kann ein angemessener Pauschsatz gewährt werden.";
dadurch wurde der § 100 durch diese Bestimmung ersetzt.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 100 faktisch aufgehoben.

 

Achter Abschnitt.
Von dem Provinzialhaushalte.

 

Siebenter Abschnitt.
Von dem Bezirkshaushalte.
 

§ 101. Aufstellung und Feststellung des Provinzialhaushaltsetats. Über alle Einnahmen und Ausgaben entwirft der Provinzialausschuß einen Haushaltsetat für ein oder mehrere Jahre. Derselbe wird vom Provinziallandtage festgestellt und durch die Amtsblätter der Provinz veröffentlicht.

 

§ 74. Aufstellung und Feststellung des Bezirkshaushalts-Etats. Über alle Einnahmen und Ausgaben entwirft der Landesausschuß einen Haushalts-Etat für ein oder mehrere Jahre. Derselbe wird vom Kommunallandtage festgestellt und durch das Amtsblatt des Regierungsbezirks veröffentlicht.

 
Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde in Ergänzung zum § 101 bestimmt:
"§ 32. Das Rechnungsjahr für den Haushalt des Provinzial- (Bezirks-) Verbandes beginnt mit dem 1. April und endigt mit dem 31. März."

 

§ 102. Bei Vorlegung des Haushaltsetats hat der Provinzialausschuß über die Verwaltung und den Stand der Angelegenheiten des Provinzialverbandes Bericht zu erstatten.

 

§ 75. Bei Vorlegung des Haushalts-Etats hat der Landesausschuß über die Verwaltung und den Stand der Angelegenheiten des Bezirksverbandes Bericht zu erstatten.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 102 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 103. Der Provinzialausschuß beziehungsweise in Ausführung der Beschlüsse desselben der Landesdirektor (Landeshauptmann) haben dafür zu sorgen, daß der Haushalt nach dem Etat geführt werde.

Der Landesdirektor erläßt die Einnahme- und Ausgabeanweisungen an die Provinzial- (Landes-) Hauptkasse.

Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben dürfen nur unter Verantwortung des Provinzialausschusses stattfinden und bedürfen der Genehmigung des Provinziallandtages.

 

§ 103. Der Provinzialausschuß beziehungsweise in Ausführung der Beschlüsse desselben das Landesdirektorium haben dafür zu sorgen, daß der Haushalt nach dem Etat geführt werde.

Das Landesdirektorium erläßt die Einnahme- und Ausgabeanweisungen an die Provinzial- (Landes-) Hauptkasse.

Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben dürfen nur unter Verantwortung des Provinzialausschusses stattfinden und bedürfen der Genehmigung des Provinziallandtages.

 

§ 103. Der Provinzialausschuß beziehungsweise in Ausführung der Beschlüsse desselben der Landesdirektor (Landeshauptmann) haben dafür zu sorgen, daß der Haushalt nach dem Etat geführt werde.

Der Landesdirektor erläßt die Einnahme- und Ausgabeanweisungen an die Provinzial- (Landes-) Hauptkasse.

Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben dürfen nur unter Verantwortung des Provinzialausschusses stattfinden und bedürfen der Genehmigung des Provinziallandtages.

 

§ 103. Der Provinzialausschuß beziehungsweise in Ausführung der Beschlüsse desselben der Landesdirektor haben dafür zu sorgen, daß der Haushalt nach dem Etat geführt werde.

Der Landesdirektor erläßt die Einnahme- und Ausgabeanweisungen an die Provinzial- (Landes-) Hauptkasse.

Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben dürfen nur unter Verantwortung des Provinzialausschusses stattfinden und bedürfen der Genehmigung des Provinziallandtages.

 

§ 76. Der Landesausschuß beziehungsweise in Ausführung der Beschlüsse desselben der Landesdirektor haben dafür zu sorgen, daß der Haushalt nach dem Etat geführt werde.

Der Landesdirektor erläßt die Einnahme- und Ausgabeanweisungen an die Bezirks- (Landes-) Hauptkasse.

Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben dürfen nur unter Verantwortung des Landesausschusses stattfinden und bedürfen der Genehmigung des Kommunallandtages.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 103 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 104. Die Jahresrechnungen der Provinzialhauptkasse sowie der Kassen der einzelnen Provinzialanstalten sind von den Rendanten derselben innerhalb vier Monaten nach Schluß des Rechnungsjahres zu legen und dem Provinzialausschusse einzureichen.

Letzterer hat die Revision der Rechnungen zu veranlassen und dieselben mit seinen Bemerkungen dem Provinziallandtage zur Prüfung, Feststellung und Entlastung vorzulegen. Nach erfolgter Entlastung sind Auszüge aus den Rechnungen durch die Amtsblätter der Provinz zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

 

§ 77. Die Jahresrechnungen der Bezirks-Hauptkasse, sowie der Kassen der einzelnen Bezirksanstalten sind von den Rendanten derselben innerhalb vier Monaten nach Schluß des Rechnungsjahres zu legen und dem Landesausschusse einzureichen.

Letzterer hat die Revision der Rechnungen zu veranlassen und dieselben mit seinen Bemerkungen dem Kommunallandtage zur Prüfung, Feststellung und Entlastung vorzulegen. Nach erfolgter Entlastung sind Auszüge aus den Rechnungen durch das Amtsblatt des Regierungsbezirks zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

 
Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 104 abgeändert (siehe bei § 58).

 

§ 105. Ausschreibung von Provinzialabgaben. Der Provinziallandtag kann die Ausschreibung von Provinzialabgaben beschließen.

Bis zum Erlasse eines besonderen Gesetzes über die Kommunalbesteuerung gelten hierüber folgende Bestimmungen:

 

§ 78. Ausschreibung von Bezirksabgaben. Der Kommunallandtag kann die Ausschreibung von Bezirksabgaben beschließen.

Bis zum Erlasse eines besonderen Gesetzes über die Kommunalbesteuerung gelten hierüber folgende Bestimmungen:

 

Durch Gesetz vom 14. Juli 1893 erhielt der § 105 Abs. 2 faktisch folgende Fassung:
"Für die Ausschreibung von Provinzial- (Bezirks-) abgaben gelten die nachfolgenden Bestimmungen sowie die §§ 91 und 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 (GS S. 152)."

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 21. (1) Die Provinzen (Bezirksverbände) sind berechtigt, zur Deckung ihrer Ausgaben nach den Bestimmungen dieses Gesetzes Gebühren, Beiträge und direkte Steuern zu erheben.
(2) Hinsichtlich der Chauseegelder und anderen Verkehrsabgaben bewendet es bei den bestehenden Bestimmungen.
§ 22. Die Provinzen (Bezirksverbände) dürfen von der Befugnis, Steuern zu erheben, nur insoweit Gebrauch machen, als die sonstigen Einnahmen, insbesondere aus dem Provinzial- (Bezirksverbands-) Vermögen, aus Gebühren, Beiträge und aus den ihnen vom Staate überwiesenen Mitteln zur Deckung ihrer Ausgaben nicht ausreichen.";
dadurch erhielt § 105 Abs. 2 faktisch folgende Fassung:
"Das Nähere bestimmt das Kreis- und Provinzialabgabengesetz vom 23. April 1906 (GS. S. 159)."

 

§ 106. Grundsätze über die Vertheilung und Aufbringung der Provinzialabgaben. Die Vertheilung der Provinzialabgaben erfolgt auf die einzelnen Land- und Stadtkreise nach dem Maßstabe der in ihnen aufkommenden direkten Staatssteuern mit Ausschluß der Gewerbesteuer vom Hausirgewerbe.

 

siehe bei § 86-79 unten.

§ 79. Grundsätze über die Vertheilung und Aufbringung der Bezirksabgaben. Die Vertheilung der Bezirksabgaben erfolgt auf die einzelnen Land- und Stadtkreise nach dem Maßstabe der in ihnen aufkommenden direkten Staatssteuern mit Ausschluß der Gewerbesteuer vom Hausirgewerbe.

 

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 (§§ 24, 26 Abs. 4, 28 und 91 Abs. 2) und das Ergänzungssteuergesetzes vom gleichen Tage (§ 1, 4 und 5) wurden dem § 105 faktisch die Worte "und der Ergänzungssteuer" angefügt.

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 28. (1) Der vom Provinzial- (Kommunal-) Landtage festgestellte Steuerbedarf wird vom Provinzial- (Landes-) Ausschuß auf die Land- und Stadtkreise verteilt. Die Zahlung an die Provinzial- (Bezirks-, Landes-) Hauptkasse hat zu den von dem Provinzial- (Landes-) Ausschusse zu bestimmenden Terminen zu erfolgen.
(2) Die Höhe des Steuerbedarfs, die Verteilung auf die Kreise und die für die Zahlung bestimmten Termine sind durch die Amtsblätter der Provinz (der Regierungsbezirke) öffentlich bekanntzumachen.
....";
dadurch wurde der § 106 aufgehoben und ersetzt.

 

§ 107. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872, beziehungsweise des § 4 Abs. 3 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des Gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, § 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise des § 4 Abs. 3 der Städteordnung vom 30. Mai 1853" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, §§ 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

§ 107. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hannover beziehungsweise den entsprechenden Vorschriften der Hannoverschen Städteordnung vom 24. Juni 1858 (Hannov. Gesetz-Samml. S. 141) besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des Gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, entsprechende Vorschriften der Städteordnung) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise den entsprechenden Vorschriften der Hannoverschen Städteordnung vom 24. Juni 1858 (Hannov. Gesetz-Samml. S. 141)" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, entsprechende Vorschriften der Städteordnung)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

§ 107. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der Kreisordnung vom 31. Juli 1886 beziehungsweise des § 4 Absatz 3 und 4 der Städteordnung vom 19. März 1856 besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des Gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, § 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise des § 4 Absatz 3 und 4 der Städteordnung vom 19. März 1856" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, § 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

§ 107. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der Kreisordnung vom 30. Mai 1887 beziehungsweise des § 4 Absatz 3 und 4 der Städteordnung vom 15. Mai 1856 (Gesetz-Samml. S. 406) besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des Gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, § 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise des § 4 Absatz 3 und 4 der Städteordnung vom 15. Mai 1856 (Gesetz-Samml. S. 406)" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, § 4 Abs. 7 ff. der Städteordnung)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

§ 107. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der Kreisordnung für die Provinz Schleswig-Holstein vom 26. Mai 1888 beziehungsweise des § 23 des Gesetzes vom 14. April 1869, betreffend die Verfassung und Verwaltung der Städte und Flecken in der Provinz Schleswig-Holstein (Gesetz-Samml. S. 589) besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, §§ 24 ff. der Städteordnung) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise der § 23 des Gesetzes vom 14. April 1869, betreffend die Verfassung und Verwaltung der Städte und Flecken in der Provinz Schleswig-Holstein (Gesetz-Samml. S. 589)" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, §§ 24 ff. der Städteordnung)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

 

§ 86-80. Provinzialabgaben, deren Ausschreibung der Provinziallandtag beschließt, sind auf die Bezirksverbände lediglich nach Maßgabe der in ihnen aufkommenden direkten Staatssteuern, ausschließlich der Gewerbesteuer vom Hausirgewerbe, durch den Provinzialausschuß zu vertheilen. Die Aufbringung der auf die Bezirksverbände entfallenden Antheile an den Provinzialabgaben erfolgt gleich den übrigen kommunalen Bedürfnissen dieser Verbände.

formuliert aus § 86 Nr. 5 der Provinzialordnung.
 

 

§ 80. Bei dieser Vertheilung kommen die behufs Aufbringung der Kreis- beziehungsweise der städtischen Kommunalabgaben in den einzelnen Land- und Stadtkreisen nach den Vorschriften der §§ 14 bis 16 der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau beziehungsweise den entsprechenden Vorschriften der in den letzteren geltenden Gemeindeverfassungsgesetze besonders veranlagten Steuerbeträge auf Höhe der Staatssteuern, welche von dem ihnen zu Grunde liegenden Einkommen, Grundsteuerreinertrage, Gebäudesteuernutzungswerthe oder nach dem Umfange des Gewerbe- oder Bergbaubetriebes zu entrichten wären, mit in Anrechnung. Dagegen bleiben die von ihrer Belastung mit Kreis- und Gemeindeabgaben ganz oder theilweise befreiten Steuerbeträge (§ 17 und 18 der Kreisordnung, sowie die entsprechende Vorschriften der Gemeindeverfassungsgesetze) mit Einschluß der Steuerbeträge der Militärpersonen außer Ansatz.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 107
- die Worte "beziehungsweise den entsprechenden Vorschriften der in den letzteren geltenden Gemeindeverfassungsgesetze" faktisch ersetzt durch: "und der §§ 91, 92 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".
- die Klammer "(§ 17 und 18 der Kreisordnung, sowie die entsprechende Vorschriften der Gemeindeverfassungsgesetze)" wurde faktisch ersetzt durch: "(§ 18 der Kreisordnung, §§ 24, 26, 28, 30 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893)".

 

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 28. (1) Der vom Provinzial- (Kommunal-) Landtage festgestellte Steuerbedarf wird vom Provinzial- (Landes-) Ausschuß auf die Land- und Stradtkreise verteilt. Die Zahlung an die Provinzial- (Bezirks-, Landes-) Hauptkasse hat zu den von dem Provinzial- (Landes-) Ausschusse zu bestimmenden Terminen zu erfolgen.
(2) Die Höhe des Steuerbedarfs, die Verteilung auf die Kreise und die für die Zahlung bestimmten Termine sind durch die Amtsblätter der Provinz (der Regierungsbezirke) öffentlich bekanntzumachen.
....";
dadurch wurde der vorstehende Paragraf aufgehoben und ersetzt.

 

§ 108. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Provinzialabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872 beziehungsweise der Städteordnung für die sechs östlichen Provinzen vom 30. Mai 1853.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 108 die Worte "beziehungsweise der Städteordnung für die sechs östlichen Provinzen vom 30. Mai 1853" faktisch ersetzt durch: "beziehungsweise des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

 

§ 108. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Provinzialabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der gleichzeitig mit diesem Gesetz ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hannover beziehungsweise der Hannoverschen Städteordnung vom 24. Juni 1858 (Hannov. Gesetz-Samml. S. 141).

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 108 die Worte "beziehungsweise der Hannoverschen Städteordnung vom 24. Juni 1858 (Hannov. Gesetz-Samml. S. 141)" faktisch ersetzt durch: "beziehungsweise des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

 

§ 108. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Provinzialabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der Kreisordnung beziehungsweise der Städteordnung.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 108 die Worte "beziehungsweise der  Städteordnung" faktisch ersetzt durch: "beziehungsweise des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

§ 108. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Provinzialabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der Kreisordnung beziehungsweise der Städteordnung.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 108 die Worte "beziehungsweise der Städteordnung" faktisch ersetzt durch: "beziehungsweise des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

 

§ 108. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Provinzialabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der Kreisordnung vom 26. Mai 1888 beziehungsweise des Gesetzes vom 14. April 1869, betreffend die Verfassung und Verwaltung der Städte und Flecken in der Provinz Schleswig-Holstein.

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 wurden im § 108 die Worte "beziehungsweise des Gesetzes vom 14. April 1869, betreffend die Verfassung und Verwaltung der Städte und Flecken in der Provinz Schleswig-Holstein" faktisch ersetzt durch: "beziehungsweise des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

 

gemäß § 86 Nr. 5 faktisch gegenstandslos.

 

§ 81. In den einzelnen Land- und Stadtkreisen erfolgt die Aufbringung der auf sie treffenden Antheile an den Bezirksabgaben gleich den übrigen Kreis- und beziehungsweise Gemeindebedürfnissen nach den Vorschriften der gleichzeitig mit diesem Gesetz ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau beziehungsweise der in derselben geltenden Gemeindeverfassungsgesetze.

 
siehe hinsichtlich der Abgaben für Kreis- bzw. Gemeindebedürfnisse das Gesetz, betreffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommen gelegten direkten Kommunalabgaben vom 27. Juli 1885 (GS S. 327).

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 29. Die Land- und Stadtkreise haben den auf sie entfallenden Teil des Provinzial- (Bezirks-) Steuerbedarfs gleich den übrigen Kreis- beziehungsweise Gemeindeausgaben aufzubringen.";
dadurch wurde der § 108 aufgehoben und ersetzt.

 

§ 109. Wo gegenwärtig mit landesherrlicher Genehmigung zu bestimmten Zwecken Provinzialabgaben nach besonderer Vertheilungsart erhoben werden, behält es dabei bis zum 31. Dezember 1879 sein Bewenden; es bleibt jedoch dem Provinziallandtage überlassen, schon in der Zwischenzeit die Vertheilung auch dieser Provinzialabgaben nach Maßgabe der §§ 106 und 107 zu beschließen.

infolge Fristablaufs war der § 109 ab dem 1. Januar 1880 gegenstandslos.

 

§ 109. Wo gegenwärtig mit landesherrlicher Genehmigung zu bestimmten Zwecken Provinzialabgaben nach besonderer Vertheilungsart erhoben werden, behält es dabei bis zum 31. Dezember 1889 sein Bewenden; es bleibt jedoch dem Provinziallandtage überlassen, schon in der Zwischenzeit die Vertheilung auch dieser Provinzialabgaben nach Maßgabe der §§ 106 und 107 zu beschließen.

infolge Fristablaufs war der § 109 ab dem 1. Januar 1890 gegenstandslos. 

§ 109. Wo gegenwärtig mit landesherrlicher Genehmigung zu bestimmten Zwecken Provinzialabgaben nach besonderer Vertheilungsart erhoben werden, behält es dabei bis zum 31. Dezember 1891 sein Bewenden; es bleibt jedoch dem Provinziallandtage überlassen, schon in der Zwischenzeit die Vertheilung auch dieser Provinzialabgaben nach Maßgabe der §§ 106 und 107 zu beschließen.

infolge Fristablaufs war der § 109 ab dem 1. Januar 1892 gegenstandslos. 

§ 109. (Fällt für die Rheinprovinz fort.)

 

§ 109. Wo gegenwärtig mit landesherrlicher Genehmigung zu bestimmten Zwecken Provinzialabgaben nach besonderer Vertheilungsart erhoben werden, behält es dabei bis zum 31. März 1893 sein Bewenden; es bleibt jedoch dem Provinziallandtage überlassen, schon in der Zwischenzeit die Vertheilung auch dieser Provinzialabgaben nach Maßgabe der §§ 106 und 107 zu beschließen.

infolge Fristablaufs war der § 109 ab dem 1. April 1893 gegenstandslos. 

   

§ 110. Mehr- und Minderbelastung einzelner Theile der Provinz. Sofern es sich um Provinzialeinrichtungen handelt, welche in besonders hervorragendem oder in besonders geringem Maße einzelnen Theilen der Provinz zu Gute kommen, kann der Provinziallandtag beschließen, für die betreffenden Kreise eine nach Quoten der direkten Staatssteuern zu bemessende Mehr- oder Minderbelastung eintreten zu lassen.

Die Mehrbelastung kann nach Maßgabe der Beschlüsse des Provinziallandtages durch Naturalleistungen ersetzt werden.

 

gemäß § 86 Abs. 2 für den Provinzialverband ausgeschlossen.
 

§ 82. Mehr- und Minderbelastung einzelner Theile des Bezirks. Sofern es sich um Bezirkseinrichtungen handelt, welche in besonders hervorragendem oder in besonders geringem Maße einzelnen Theilen des Bezirks zu Gute kommen, kann der Kommunallandtag beschließen, für die betreffenden Kreise eine nach Quoten der direkten Staatssteuern zu bemessende Mehr- oder Minderbelastung eintreten zu lassen.

Die Mehrbelastung kann nach Maßgabe der Beschlüsse des Kommunallandtages durch Naturalleistungen ersetzt werden.

 

Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 (§ 91 Nr. 3) wurden im § 110 Abs. 1 die Worte "nach Quoten der direkten Staatssteuern zu bemessende" faktisch gestrichen.

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 5. (1) ...
(2) Durch Beschluß des Kreistages kann den Beitragspflichtigen gestattet werden, die Beiträge ganz oder teilweise durch Naturalleistungen nach bestimmten, vom Kreistage festzustellenden Grundsätzen zu ersetzen.
...
...
§ 27.
Handelt es sich um Veranstaltungen des Provinzial- (Bezirks-) Verbandes, welche ausschließlich oder in besonders hervorragendem oder geringem Maße einzelnen Kreisen zustatten kommen, so kann der Provinzial- (Kommunal-) Landtag eine ausschließliche Belastung oder eine nach Umfang und Maßstab näher zu bestimmende Mehr- oder Minderbelastung dieser Kreise beschließen. Die Bestimmung im § 5 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.";
dadurch wurde der § 110 aufgehoben und ersetzt.

 

§ 111. Die Vertheilung der Provinzialabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Provinzialausschusse ob.

Der Betrag der von dem Provinziallandtage ausgeschriebenen Provinzialabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch die Amtsblätter der Provinz öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872.

 

§ 111. Die Vertheilung der Provinzialabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Provinzialausschusse ob.

Der Betrag der von dem Provinziallandtage ausgeschriebenen Provinzialabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch die Amtsblätter der Provinz öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hannover.

 

§ 111. Die Vertheilung der Provinzialabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Provinzialausschusse ob.

Der Betrag der von dem Provinziallandtage ausgeschriebenen Provinzialabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch die Amtsblätter der Provinz öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der Kreisordnung vom 31. Juli 1886.

 

§ 111. Die Vertheilung der Provinzialabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Provinzialausschusse ob.

Der Betrag der von dem Provinziallandtage ausgeschriebenen Provinzialabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch die Amtsblätter der Provinz öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der Kreisordnung vom 30. Mai 1887.

 

§ 111. Die Vertheilung der Provinzialabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Provinzialausschusse ob.

Der Betrag der von dem Provinziallandtage ausgeschriebenen Provinzialabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch die Amtsblätter der Provinz öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der Kreisordnung vom 26. Mai 1888.

 

gemäß § 86 Abs. 2 für den Provinzialverband ausgeschlossen.
 

§ 83. Die Vertheilung der Bezirksabgaben auf die einzelnen Land- und Stadtkreise liegt dem Landesausschusse ob.

Der Betrag der von dem Kommunallandtage ausgeschriebenen Bezirksabgaben, sowie die Vertheilung desselben auf die Kreise sind durch das Amtsblatt des Regierungsbezirks öffentlich bekannt zu machen. In dem Ausschreiben ist der Bedarf für Verkehrsanlagen besonders anzugeben. In Betreff der Aufbringung dieses Theiles der Provinzialabgaben von Seiten der Landkreise gelten die Vorschriften des § 12 Absatz 1 Satz 2 der gleichzeitig mit diesem Gesetze ergehenden Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau.

 
Durch das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 (§ 92 Nr. 2) wurden dem Abs. 2 folgende Worte faktisch angefügt: "in Verbindung mit § 91 Nr. 2 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893".

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 28. (1) Der vom Provinzial- (Kommunal-) Landtage festgestellte Steuerbedarf wird vom Provinzial- (Landes-) Ausschuß auf die Land- und Stradtkreise verteilt. Die Zahlung an die Provinzial- (Bezirks-, Landes-) Hauptkasse hat zu den von dem Provinzial- (Landes-) Ausschusse zu bestimmenden Terminen zu erfolgen.
(2) Die Höhe des Steuerbedarfs, die Verteilung auf die Kreise und die für die Zahlung bestimmten Termine sind durch die Amtsblätter der Provinz (der Regierungsbezirke) öffentlich bekanntzumachen.
....";
dadurch wurde der § 111 aufgehoben und ersetzt.

 

§ 112. Reklamationen gegen die Veranlagung zu den Provinzialabgaben. Reklamationen der Kreise gegen die Vertheilung der Provinzialabgaben unterliegen der Beschlußfassung des Provinzialausschusses.

Dir Reklamationen sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach erfolgter Bekanntmachung der Abgabenbeträge bei dem Provinzialausschusse anzubringen.

Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksverwaltungsgerichte statt. Hierbei finden die Vorschriften des § 146 des Gesetzes über die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden und der Verwaltungsgerichte Anwendung.

Durch Gesetz vom 1. August 1883, § 2, wurde im § 112 Abs. 3 das Wort "Bezirksverwaltungsgerichte" faktisch ersetzt durch: "Oberverwaltungsgerichte"  und der Satz 2 wurde gestrichen.

 

§ 112. Reklamationen gegen die Veranlagung zu den Provinzialabgaben. Reklamationen der Kreise gegen die Vertheilung der Provinzialabgaben unterliegen der Beschlußfassung des Provinzialausschusses.

Dir Reklamationen sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach erfolgter Bekanntmachung der Abgabenbeträge bei dem Provinzialausschusse anzubringen.

(Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.) fehlt in der Neubekanntmachung, ist aber in Geltung gewesen.

 

§ 112. Reklamationen gegen die Veranlagung zu den Provinzialabgaben. Reklamationen der Kreise gegen die Vertheilung der Provinzialabgaben unterliegen der Beschlußfassung des Provinzialausschusses.

Dir Reklamationen sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach erfolgter Bekanntmachung der Abgabenbeträge bei dem Provinzialausschusse anzubringen.

Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte statt.

 

§ 86-84. Reklamationen gegen die Veranlagung zu den Provinzialabgaben. Reklamationen der Kreise gegen die Vertheilung der Provinzialabgaben unterliegen der Beschlußfassung des Provinzialausschusses.

Die Reklamationen sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach erfolgter Bekanntmachung der Abgabenbeträge bei dem Provinzialausschusse anzubringen.

(Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.) fehlt in der Neubekanntmachung, ist aber in Geltung gewesen.

 

§ 84. Reklamationen gegen die Veranlagung zu den Bezirksabgaben. Reklamationen der Kreise gegen die Vertheilung der Bezirksabgaben unterliegen der Beschlußfassung des Landesausschusses.

Die Reklamationen sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach erfolgter Bekanntmachung der Abgabenbeträge bei dem Landesausschusse anzubringen.

(Gegen den Beschluß des Provinzialausschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Bezirksausschusse statt.) fehlt in der Neubekanntmachung, ist aber in Geltung gewesen.

 
Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 28. (1) ...
(2) ...
(3) Gegen die Verteilung der Provinzial- (Bezirks-) Steuern steht den Land- und Stradtkreisen binnen einer Frist von vier Wochen der Einspruch zu, über welchen der Provinzial- (Landes-) Ausschuß beschließt.
(4) Gegen den Beschluß des Provinzial- (Landes-) Ausschusses findet innerhalb einer Frist von zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte statt.
(5) ...";
dadurch wurde der § 112 aufgehoben und ersetzt.

 

§ 113. Die Zahlung der Provinzialabgabe darf durch die Reklamation beziehungsweise Klage nicht aufgehalten werden, muß vielmehr mit Vorbehalt der späteren Rückerstattung des etwa zuviel Bezahlten zu den bestimmten Terminen erfolgen.

 

§ 85. Die Zahlung der Bezirksabgaben darf durch die Reklamation beziehungsweise Klage nicht aufgehalten werden, muß vielmehr mit Vorbehalt der späteren Rückerstattung des etwa zuviel Bezahlten zu den bestimmten Terminen erfolgen.

 

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde bestimmt:
"§ 28. (1) ...
...
(5) Durch Einspruch und Klage wird die Verpflichtung zur Zahlung der Provinzial- (Bezirks-) Steuern nicht aufgehoben.";
dadurch wurde der § 113 aufgehoben und ersetzt.

 

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde in Ergänzung bzw. als Ersatz zum Achten Abschnitte bestimmt:
"§ 23. (1) Gewerbliche Unternehmungen der Provinzen (Bezirksverbände) sind grundsätzlich so zu verwalten, daß durch die Einnahmen mindestens die gesamten, durch die Unternehmung der Provinz (dem Bezirksverband) erwachsenden Ausgaben, einschließlich der Verzinsung und der Tilgung des Anlagekapitals, aufgebracht werden.
(2) Eine Ausnahme ist zulässig, sofern die Unternehmung zugleich einem öffentlichen Interesse dient, welches andernfalls nicht befriedigt wird.
§ 24. (1) Der Provinziallandtag (Kommunallandtag) kann die Erhebung von Gebühren und Beiträgen beschließen, auch deren Festsetzungen auf den Provinzial- (Landes-) Ausschuß übertragen.
(2) Auf die Gebühren und Beiträge finden die §§ 4 und 5 dieses Gesetzes entsprechende Anwendung.
§ 25. (1) Insoweit, als die Überweisungen aus der Reichs-, Einkommen-, Lohn- und Körperschaftssteuer sowie die sonstigen Einnahmen der Provinz ihren Bedarf nicht decken, ist der Fehlbetrag auf die einzelnen Stadt- und Landkreise als Provinzialabgaben zu verteilen.
Als Maßstab der Verteilung dienen:
1. die Höhe der den einzelnen Stadt- und Landkreisen zusammen mit den zugehörigen Gemeinden und Gutsbezirken im vorvergangenen Jahre zugewiesenen Anteile an den genannten Reichssteuern, für das Rechnungsjahr 1921 das Verhältnis der gewährleisteten Mindestbeträge im Sinne des § 56 des Landessteuergesetzes in Verbindung mit § 3 des preußischen Ausführungsgesetzes,
2. das Soll der vom Staate veranlagten Realsteuern einschließlich der Betriebssteuern, wie es in den Gemeinden nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes nach Gemeindebeschlüssen und Vereinbarungen mit Steuerpflichtigen der Gemeindebesteuerung zugrunde zu legen und in Gutsbezirken gemäß § 13 für die Unterverteilung zu veranlagen ist. Soweit in den Gemeinden eine Steuerart zu den Abgaben nicht herangezogen ist, wird das Steuersoll durch den Kreisausschuß veranlagt.
Maßgebend für die Verteilung nach dem Soll der Realsteuern ist das Steuersoll des dem jedesmaligen Rechnungsjahres vorangegangenen Rechnungsjahres nach dem Stande des 1. Januar, und zwar unter Berücksichtigung der bis zu diesem Zeitpunkte festgesetzten Nachveranlagungen, Berichtigungen und sonstigen Sollveränderungen (Zu- und Abgänge) ohne Unterschied, ob es sich dabei um Steuern für das laufende Jahr oder aus Vorjahren handelt.
Sollveränderungen, die erst nach dem 1. Januar festgesetzt werden, sind bei der Verrechnung des Solls für das nächste Jahr zu berücksichtigen.
...
§ 31. (1) Gegen die Heranziehung (Veranlagung) zu Provinzial- (Bezirks-) Gebühren und Beiträgen steht den Pflichtigen binnen einer Frist von vier Wochen der Einspruch zu, über welchen der Provinzial- (Landes-) Ausschuß beschließt. Im übrigen findet § 28 Abs. 4 und 5 entsprechende Anwendung.
(2) Für die Nachforderung, Verjährung und Beitreibung der Gebühren und Beiträge sind die §§ 87, 88 und 90, für die rückwirkende Kraft neuer Abgabenordnungen § 70a des Kommunalabgabengesetzes maßgebend."

Durch Gesetz vom 26. August 1921 wurde dem Gesetz vom 23. April 1906 folgende Bestimmungen eingefügt, die als Ergänzung zum Achten Abschnitte gehören:
"§ 31a. In Abgabenordnungen der Provinzen können Strafen wegen Zuwiderhandlungen bis zur Höhe von einhundertfünfzig Reichsmark angedroht werden."

Durch Gesetz vom 30. Oktober 1923 wurde der § 25 (des Gesetzes vom 23. April 1906) ersetzt durch folgende Bestimmungen:
"§ 30. (1) Insoweit die Reichssteuerüberweisungen sowie die sonstigen Einnahmen der im § 8 Abs. 3 bezeichneten Provinzen (Bezirksverbände) ihren Bedarf nicht decken, ist die Deckung durch Erhebung einer Provinzial- (Bezirks-) Abgabe in Hundertsätzen der an ihre sämtlichen Stadt- und Landkreise, einschl. der diesen letzteren angehörigen Gemeinden (Gutsbezirke) für das Rechnungsjahr fallenden Überweisungen aus der Reichseinkomen- und Körperschaftssteuer, der in ihren Stadt- und Landkreisen für das Rechnungsjahr aufkommenden Bürgersteuer nach dem Landessatz und der in diesen von dem Staate veranlagten Realsteuern, wie sie in Gemeinden nach den Vorschriften des Kommunalabgabenrechts der Gemeindebesteuerung zugrunde zu legen und in Gutsbezirken gemäß § 13 des Kreis - und Provinzialabgabengesetzes für die Unterverteilung zu veranlagen sind, zu bewirken. Dabei kommt das Aufkommen der Bürgersteuer nur zur Hälfte in Anrechnung. § 21 Abs. 1 letzter Satz gilt mit der Maßgabe entsprechend, daß in Stadtkreisen an Stelle des Betrags von 2 RM. ein solcher von 3 RM. tritt.
(2) Die Stadt- und Landkreise sind verpflichtet, der Provinz (Bezirksverband) auf Ersuchen die erforderlichen Unterlagen mitzuteilen.
§ 31. Die Hundertsätze der Zuschläge zu den Überweisungen einerseits und zu den vom Staate veranlagten Realsteuer andererseits können ungleich bemessen werden."

Durch Gesetz vom 24. März 1931 wurde dem § 31 des Gesetzes vom 30. Oktober 1923 folgender Satz angefügt:
"Die Hundertsätze der Zuschläge zu dem Aufkommen der Bürgersteuer müssen die gleichen sein wie die Hundertsätze der Zuschläge zu den Überweisungen."

 

 

§ 86. Die Vorschriften der §§ 7 bis 85 finden auf den Provinzialverband der Provinz Hessen-Nassau mit folgenden Maßgaben Anwendung:

1) Soweit in diesen Vorschriften die Bezeichnungen "Bezirk, Bezirksverband, Kommunallandtag, Landesausschuß" vorkommen, treten an deren Stelle die Bezeichnungen "Provinz, Provinzialverband, Provinziallandtag, Provinzialausschuß". Desgleichen tritt an die Stelle aller übrigen Ausdrücke, in denen eine Beziehungen zu den Bezirksverbänden enthalten ist, eine dem Verhältniß zum Provinzialverbande entsprechende Bezeichnung.

2) Die Provinzialversammlung (Provinziallandtag) besteht aus den Mitgliedern der Kommunallandtage.

3) Der Provinziallandtag wird vom Könige berufen, so oft es die Geschäfte erfordern.

4) Der Provinziallandtag ist berufen,
I. über diejenigen der Provinz betreffenden Gesetzentwürfe sowie sonstige Gegenstände sein Gutachten abzugeben, welche ihm zu dem Ende von der Staatsregierung überwiesen werden;
II. darüber zu beschließen,
    in welcher Weise Staatsprästationen, welche von den Provinzialverbande aufzubringen sind, und deren Aufbringungsweise nicht schon durch das Gesetz vorgeschrieben ist, vertheilt werden sollen;
III. nach Maßgabe der besonderen Gesetze die Wahlen zu den für Zwecke der allgemeinen Landesverwaltung angeordneten Behörden und Kommissionen zu vollziehen;
IV: den Provinzialverband in denjenigen Angelegenheiten zu vertreten, beziehungsweise über diejenigen Gegenstände zu berathen und zu beschließen, welche ihm durch Gesetze oder Königliche Verordnungen, oder durch übereinstimmenden Beschluß der beiden Bezirksverbände überwiesen werden.

5) Provinzialabgaben, deren Ausschreibung der Provinziallandtag beschließt, sind auf die Bezirksverbände lediglich nach Maßgabe der in ihnen aufkommenden direkten Staatssteuern, ausschließlich der Gewerbesteuer vom Hausirgewerbe, durch den Provinzialausschuß zu vertheilen. Die Aufbringung der auf die Bezirksverbände entfallenden Antheile an den Provinzialabgaben erfolgt gleich den übrigen kommunalen Bedürfnissen dieser Verbände.

Die §§ 82 und 83 gelten für den Provinzialverband nicht.

Auf Reklamationen der Bezirksverbände finden die §§ 84 und 85 sinngemäße Anwendung.

gemäß diesen Bestimmungen wurden die § 86-7 bis 86-85 formuliert.
 

Dritter Titel.
Von der Aufsicht über die Verwaltung der Angelegenheiten der Provinzialverbände.

 
Dritter Titel.
Von der Aufsicht über die Verwaltung der Angelegenheiten der Bezirksverbände und des Provinzialverbandes.
 
§ 114. Die nach Maßgabe dieses Gesetzes zu handhabende Aufsicht über die Verwaltung der Angelegenheiten der Provinzialverbände wird von dem Oberpräsidenten, in höherer Instanz von dem Minister des Innern geübt.

Die Beschwerde an die höhere Instanz ist innerhalb zwei Wochen zulässig.

 

§ 87. Die nach Maßgabe dieses Gesetzes zu handhabende Aufsicht über die Verwaltung der Angelegenheiten der Bezirksverbände und des Provinzialverbandes wird von dem Oberpräsidenten, in höherer Instanz von dem Minister des Innern geübt.

Die Beschwerde an die höhere Instanz ist innerhalb zwei Wochen zulässig.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 114 faktisch dahingehend geändert, dass die Worte "von dem Oberpräsidenten, in höherer Instanz" gestrichen und der Absatz 2 aufgehoben.

 

§ 115. Die Aufsichtsbehörden haben mit den ihnen in diesem Gesetze zugewiesenen Mitteln darüber zu wachen, daß die Verwaltung den Bestimmungen der Gesetze gemäß geführt und in geordnetem Gange erhalten werden.

 

§ 88. Die Aufsichtsbehörden haben mit den ihnen in diesem Gesetze zugewiesenen Mitteln darüber zu wachen, daß die Verwaltung den Bestimmungen der Gesetze gemäß geführt und in geordnetem Gange erhalten werden.

 

§ 116. Die Aufsichtsbehörden sind zu dem Ende befugt, über alle Gegenstände der Verwaltung Auskunft zu erfordern, die Einsicht der Akten, insbesondere auch der Haushaltsetats und Jahresrechnungen zu verlangen und Geschäftsrevisionen, sowie in der Verbindung mit denselben Kassenrevisionen an Ort und Stelle zu veranlassen.

 

§ 89. Die Aufsichtsbehörden sind zu dem Ende befugt, über alle Gegenstände der Verwaltung Auskunft zu erfordern, die Einsicht der Akten, insbesondere auch der Haushalts-Etats und Jahresrechnungen zu verlangen und Geschäftsrevisionen, sowie in der Verbindung mit denselben Kassenrevisionen an Ort und Stelle zu veranlassen.

 

§ 117. Der Oberpräsident ist befugt, an den Berathungen des Provinzialausschusses und der Provinzialkommissionen entweder selbst oder durch einen zu seiner Vertretung abzuordnenden Staatsbeamten theilzunehmen.

 

§ 90. Der Oberpräsident ist befugt, an den Berathungen des Landesausschüsse und des Provinzialausschusses, sowie der Bezirks- und Provinzialkommissionen entweder selbst oder durch einen zu seiner Vertretung abzuordnenden Staatsbeamten Theil zu nehmen.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 117 faktisch aufgehoben.

 

§ 118. Beschlüsse des Provinziallandtages, des Provinzialausschusses oder einer Provinzialkommission, welche deren Befugnisse überschreiten oder die Gesetze verletzen, hat der Oberpräsident, entstehenden Falles auf Anweisung des Ministers des Innern, unter Angabe der Gründe, mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden.

Gegen die Verfügung des Oberpräsidenten steht dem Provinziallandtage, dem Provinzialausschusse, beziehungsweise der Provinzialkommission innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Dieselben können zur Wahrnehmung ihrer Rechte im Verwaltungsstreitverfahren einen besonderen Vertreter bestellen.

 

§ 91. Beschlüsse der Kommunallandtage und des Provinziallandtages, der Landesausschüsse und des Provinzialausschusses, sowie der Bezirks- und Provinzialkommissionen, welche deren Befugnisse überschreiten oder die Gesetze verletzen, hat der Oberpräsident, entstehenden Falles auf Anweisung des Ministers des Innern, unter Angabe der Gründe, mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden.

Gegen die Verfügung des Oberpräsidenten steht der betreffenden Körperschaft innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Dieselben können zur Wahrnehmung ihrer Rechte im Verwaltungsstreitverfahren einen besonderen Vertreter bestellen.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 118 faktisch aufgehoben.

 

§ 119. Beschlüsse des Provinziallandtages, welche folgende Angelegenheiten betreffen:
1) den Erlaß von Statuten gemäß § 8 Nr. 1 und § 35,
2) Mehr- oder Minderbelastungen einzelner Theile der Provinz gemäß § 110,
3) Aufnahme von Anleihen, durch welche der Provinzialverband mit einem Schuldenbestande belastet oder der bereits vorhandene Schuldenbestand vergrößert werden würde, sowie Übernahme von Bürgschaften auf den Provinzialverband,
4) eine Belastung des Provinzialverbandes durch Beiträge über fünfundzwanzig Prozent des Gesammtaufkommens an direkten Staatssteuern,
5) eine neue Belastung des Provinzialverbandes ohne gesetzliche Verpflichtung, insofern die aufzulegenden Leistungen über die nächsten fünf Jahre hinaus fortdauern sollen,
bedürfen in den Fällen zu 1. der landesherrlichen Genehmigung, in den Fällen zu 2 und 3 der Bestätigung des Ministers des Innern, in den Fällen zu 4 und 5 der Bestätigung der Minister des Innern und der Finanzen.

 

§ 92. Beschlüsse der Kommunallandtage und des Provinziallandtages, welche folgende Angelegenheiten betreffen:
1) den Erlaß von Statuten gemäß § 6 Nr. 1 und § 32,
2) Mehr- oder Minderbelastungen einzelner Theile des Bezirks gemäß § 82,
3) Aufnahme von Anleihen, durch welche die Bezirksverbände oder der Provinzialverband mit einem Schuldenbestande belastet oder der bereits vorhandene Schuldenbestand vergrößert werden würde, sowie Übernahme von Bürgschaften auf die Bezirksverbände oder den Provinzialverband,
4) eine Belastung der Bezirksverbände durch Beiträge über fünfundzwanzig Prozent des Gesammtaufkommens an direkten Staatssteuern,
5) eine neue Belastung der Bezirksverbände oder des Provinzialverbandes ohne gesetzliche Verpflichtung, insofern die aufzulegenden Leistungen über die nächsten fünf Jahre hinaus fortdauern sollen,
bedürfen in den Fällen zu 1. der landesherrlichen Genehmigung, in den Fällen zu 2 und 3 der Bestätigung des Ministers des Innern, in den Fällen zu 4 und 5 der Bestätigung der Minister des Innern und der Finanzen.

 

Durch Gesetz vom 23. April 1906 wurde in Ergänzung zum § 119 bestimmt:
"§ 33. Beschlüsse des Provinzial- (Kommunal-) Landtags bzw. des Provinzial- (Landes-) Ausschusses (§ 24 Abs. 1
des Gesetzes vom 23. April 1906), welche folgende Angelegenheiten betreffen:
1. die Festsetzung von Beiträgen (§ 24
des Gesetzes vom 23. April 1906),
2. die ausschließliche Belastung und die Mehr- und Minderbelastung einzelner Kreise (§ 27
des Gesetzes vom 23. April 1906);
dadurch (insbesondere durch § 33 Nr. 2) wurde der § 119 Nr. 2 ersetzt.

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ...";
damit wurden im § 119 die Worte "landesherrlichen Genehmigung" ersetzt durch: "Genehmigung der Staatsleitung"

Durch Gesetz vom 20. März 1919 wurde bestimmt:
"§ 5. Die Befugnisse, die nach den Gesetzen und Verordnungen dem König zustanden, übt bis auf weiteres die Staatsregierung aus ....";
dadurch wurden im § 119 die Worte "landesherrlichen Genehmigung" ersetzt durch: "Genehmigung der Staatsregierung".

Durch die Verfassung vom 30. November 1920 wurde bestimmt:
"Art. 82. Die Befugnisse, die nach den früheren Gesetzen, Verordnungen und Verträgen dem Könige zustanden, gehen auf das Staatsministerium über.";
dadurch wurden im § 119 die Worte "landesherrlichen Genehmigung" ersetzt durch: "Genehmigung des Staatsministerium".

Durch Gesetz vom 26. August 1921 wurde (als Ersatz für den bisherigen § aus dem Gesetz vom 23. April 1906) in Ergänzung zum § 119 bestimmt:
"§ 33. Beschlüsse des Provinzial- (Kommunal-) Landtags bzw. des Provinzial- (Landes-) Ausschusses (§ 24 Abs. 1
des Gesetzes vom 23. April 1906), welche folgende Angelegenheiten betreffen:
1. die Festsetzung von Verwaltungsgebühren und Beiträgen (§ 24
des Gesetzes vom 23. April 1906),
2. die ausschließliche Belastung und die Mehr- und Minderbelastung einzelner Kreise (§ 27
des Gesetzes vom 23. April 1906),
3. die Erhebung von Provinzial- (Bezirks-) Steuern in einem Betrage, welcher 25% des gemäß § 25 ihnen zugrunde zu legenden Steuersolls übersteigt,
bedürfen der Genehmigung, und zwar in den Fällen zu 1 und 2 des Ministers des Innern, in den Fällen zu 3 des Ministers des Innern und des Finanzministers. Auf die zeitliche Wirkung der Genehmigung findet § 77 Abs. 5 des Kommunalabgabengesetzes Anwendung.";
dadurch wurde der § 119 Nr. 2 ersetzt.

 

§ 120. Der Genehmigung der zuständigen Minister bedürfen ferner die von dem Provinziallandtage gemäß § 8 Nr. 2, §§ 35 und 95 für folgende Provinzialinstitute und Verwaltungszweige zu beschließenden Reglements:
1) Landarmen- und Korrigendenanstalten,
2) Irren-, Taubstummen-, Blinden- und Idiotenanstalten,
3) Hebammenlehrinstitute,
4) Provinzialhülfs- und Darlehnskassen,
5) Versicherungsanstalten.

Dieser Genehmigung unterliegen jedoch die gedachten Reglements nur insoweit, als sich die Bestimmungen derselben beziehen:
    in Betreff der zu 1 und 2 gedachten Anstalten auf die Aufnahme, die Behandlung und Entlassung der Landarmen, Korrigenden, Irren, Taubstummen, Blinden und Idioten beziehungsweise auf den Unterricht derselben,
    in Betreff der Hebammenlehrinstitute zu 3 auf die Aufnahme, den Unterricht und die Prüfung der Schülerinnen,
    in Betreff der Provinzialhülfs- und Darlehnskassen zu 4 auf die Grundsätze, nach denen die Gewährung von Darlehen zu erfolgen hat,
    in Betreff der Versicherungsanstalten zu 5 auf die Organisation und die Verwaltungsgrundsätze.

Ingleichen bedarf das im § 96 vorgeschriebene Reglement über die dienstlichen Verhältnisse der Provinzialbeamten der Genehmigung des Ministers des Innern in Betreff der Grundsätze über die Anstellung, Entlassung und Pensionirung der Beamten.

 

§ 93. Der Genehmigung der zuständigen Minister bedürfen ferner die von den Kommunallandtagen und dem Provinziallandtage gemäß § 6 Nr. 2, §§ 32 und 68 für folgende Bezirks- beziehungsweise Provinzialinstitute und Verwaltungszweige zu beschließenden Reglements:
1) Landarmen- und Korrigendenanstalten,
2) Irren-, Taubstummen-, Blinden- und Idiotenanstalten,
3) Hebammenlehrinstitute,
4) Bezirks- beziehungsweise Provinzialhülfs- und Darlehnskassen,
5) Versicherungsanstalten.

Dieser Genehmigung unterliegen jedoch die gedachten Reglements nur insoweit, als sich die Bestimmungen derselben beziehen:
    in Betreff der zu 1 und 2 gedachten Anstalten auf die Aufnahme, die Behandlung und Entlassung der Landarmen, Korrigenden, Irren, Taubstummen, Blinden und Idioten beziehungsweise auf den Unterricht derselben,
    in Betreff der Hebammenlehrinstitute zu 3 auf die Aufnahme, den Unterricht und die Prüfung der Schülerinnen,
    in Betreff der Bezirks- beziehungsweise Provinzialhülfs- und Darlehnskassen zu 4 auf die Grundsätze, nach denen die Gewährung von Darlehen zu erfolgen hat,
    in Betreff der Versicherungsanstalten zu 5 auf die Organisation und die Verwaltungsgrundsätze.

Ingleichen bedarf das im § 69 vorgeschriebene Reglement über die dienstlichen Verhältnisse der Beamten des Bezirksverbandes beziehungsweise Provinzialbeamten der Genehmigung des Ministers des Innern in Betreff der Grundsätze über die Anstellung, Entlassung und Pensionirung der Beamten.

 

Durch Reichsverordnung vom 13. Februar 1924 (Fürsorgegesetz) wurde aus den "Landarmen- und Korrigendenanstalten" im § 120 Nr. 1 dann "Landhilfsbedürftigen- und Straf-, Arbeits- Erziehungs- und sonstigen Zwangsanstalten".

Durch die Reichsversicherungsordnung in der Fassung von 1924, §§ 1381 und 1382, wurden die Rechte der Provinzen hinsichtlich der Versicherungsanstalten (§ 120 Nr. 5) eingeschränkt.

 

§ 121. Unterläßt oder verweigert ein Provinzialverband die ihm gesetzlich obliegenden, von der Behörde innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkeit festgestellten Leistungen auf den Haushaltsetat zu bringen oder außerordentlich zu genehmigen, so verfügt der Oberpräsident, unter Angabe der Gründe, die Eintragung in den Etat, beziehungsweise die Feststellung der außerordentlichen Ausgaben.

Gegen die Verfügung des Oberpräsidenten steht dem Provinzialverbande innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Zur Ausführung der Rechte des Provinzialverbandes kann der Provinziallandtag einen besonderen Vertreter bestellen.

 

§ 94. Unterläßt oder verweigert ein Bezirksverband oder ein Provinzialverband die ihm gesetzlich obliegenden, von der Behörde innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkeit festgestellten Leistungen auf den Haushalts-Etat zu bringen oder außerordentlich zu genehmigen, so verfügt der Oberpräsident, unter Angabe der Gründe, die Eintragung in den Etat, beziehungsweise die Feststellung der außerordentlichen Ausgaben.

Gegen die Verfügung des Oberpräsidenten steht dem Bezirks- beziehungsweise Provinzialverbande innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Oberverwaltungsgerichte zu. Zur Ausführung der Rechte des Provinzialverbandes kann der Kommunal- beziehungsweise Provinziallandtag einen besonderen Vertreter bestellen.

 

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 121 faktisch aufgehoben.

 

§ 122. Auflösung der Provinziallandtage. Auf den Antrag des Staatsministeriums kann der Provinziallandtag durch Königliche Verordnung aufgelöst werden. Es sind sodann Neuwahlen anzuordnen, welche innerhalb drei Monaten vom Tage der Auflösung an erfolgen müssen. Der neugewählte Landtag ist innerhalb sechs Monaten nach erfolgter Auflösung zu berufen.

Im Falle der Auflösung des Provinziallandtages bleiben die von demselben gewählten Mitglieder des Provinzialausschusses und der Provinzialkommissionen bis zum Zusammentritt des neu gebildeten Provinziallandtages in Wirksamkeit.

 

§ 95. Auflösung der Kommunallandtage und des Provinziallandtages. Auf den Antrag des Staatsministeriums können die Kommunallandtage, sowie der Provinziallandtag durch Königliche Verordnung aufgelöst werden. Es sind sodann Neuwahlen anzuordnen, welche innerhalb drei Monaten vom Tage der Auflösung an erfolgen müssen. Der neugewählte Landtag ist innerhalb sechs Monaten nach erfolgter Auflösung zu berufen.

Im Falle der Auflösung eines Kommunallandtages oder des Provinziallandtages bleiben die von demselben gewählten Mitglieder des Landes- beziehungsweise des Provinzialausschusses und der Bezirks- beziehungsweise Provinzialkommissionen bis zum Zusammentritt des neu gebildeten Kommunal- oder Provinziallandtages in Wirksamkeit.

 

Durch Verordnung vom 14. November 1918 wurde bestimmt:
"...Die Zuständigkeiten, die nach den bisherigen Bestimmungen von der Krone und vom Staatsministerium ausgeübt wurden, sind auf die Preußische Regierung übergegangen, welche nach der Bekanntmachung vom 12. November 1918 die Staatsleitung in Preußen übernommen hat. Die Zuständigkeiten aller übrigen Zentralbehörden sowie der Provinzial- und Lokalbehörden bleibt unberührt. Diese Behörden führen fortan eine den veränderten Verhältnissen angepasste Bezeichnung ...";
damit wurde im § 122 das Wort "Königliche" gestrichen.

Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurde der § 122 faktisch aufgehoben.

 

Vierter Titel.
Schluß-, Übergangs- und Ausführungsbestimmungen.

 
  § 123. bis § 130. Fallen aus

 

         
§ 123. Die gegenwärtige Provinzialordnung tritt mit dem 1. Januar 1876 in Kraft.

 

Artikel I. Die Provinzialordnung tritt in der Provinz Hannover zugleich mit der Kreisordnung für die Provinz in Kraft.

in Kraft getreten am 1. April 1885.

 
in Kraft getreten am 1. April 1887.
 
in Kraft getreten am 1. April 1888.
 
in Kraft getreten am 1. April 1889.
 
§ 96. Die gegenwärtige Provinzialordnung tritt gleichzeitig mit der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau in Kraft. Zu demselben Zeitpunkte verlieren alle mit den Vorschriften derselben in Widerspruch stehenden oder mit ihr nicht zu vereinigenden gesetzlichen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

in Kraft getreten am 1. April 1886.
 

§ 124. In allen Provinzen ist noch im Laufe des Jahres 1875 zur Wahl der Mitglieder der Provinziallandtage gemäß den Bestimmungen des gegenwärtigen Gesetzes zu schreiten.

Für diese ersten Wahlen sind die Obliegenheiten des Provinzialausschusses (§§ 12 und 13) von dem Oberpräsidenten wahrzunehmen.

 

Vergleich siehe nach Artikel II  Vergleich siehe nach § 123 Vergleich siehe nach § 123 Vergleich siehe nach § 123  
          § 97. Der vierte Abschnitt (§§ 43 bis 59) und der fünfte Abschnitt (§§ 60 bis 71) des zweiten Titels treten für den Provinzialverband der Provinz Hessen-Nassau einstweilen nicht in Kraft.

Ihre Einführung erfolgt im Ganzen oder in einzelnen Theilen nach Anhörung des Provinziallandtages im Wege Königlicher Verordnung. Bis zu diesem Zeitpunkte sind die Obliegenheiten des Provinzialausschusses und die laufenden Geschäfte der kommunalen Provinzialverwaltung mit Ausnahme der Vollziehung von Wahlen von dem Oberpräsidenten, und die erforderlichen Kassen- und Rechnungsgeschäfte von der Regierungshauptkasse zu Cassel wahrzunehmen. Insbesondere hat der Oberpräsident an Stelle des Provinzialausschusses auch darüber zu beschließen, ob einer der im §11 Absatz 2, beziehungsweise § 28 Absatz 5 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetz-Samml. S. 195) vorgesehenen Fälle eingetreten ist.

siehe hierzu die Verordnung wegen Einführung des vierten und fünften Abschnitts des zweiten Titels der Provinzialordnung vom 8. Juni 1885 (GS S. 247) für den Provinzialverband der Provinz Hessen-Nassau vom 16. Dezember 1887 (GS S. 487), womit die Bestimmungen der §§ 43 bis 71 der Provinzialordnung zum 21. Dezember 1887 (Tag der Verkündung der Verordnung in der Gesetzsammlung) in Kraft getreten sind.
 

          § 98. So lange in der Provinz Hessen-Nassau ein Provinzialausschuß nicht besteht, werden die Mitglieder des Provinzialrathes und deren Stellvertreter (§ 10 Absatz 1, § 28 Absatz 3 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 - Gesetz-Samml. S. 195 - ) von dem Provinziallandtage gewählt.

Die gewählten Mitglieder des Provinzialrathes erhalten eine ihren baaren Auslagen entsprechende Entschädigung. Über die Höhe derselben beschließt der Provinziallandtag.

 

§ 125. Von dem im § 123 gedachten Zeitpunkte ab gehen die Rechte und Pflichten der bisherigen provinzialständischen Verbände auf die nach § 1 dieses Gesetzes gebildeten Provinzialverbände über.

Die bisherigen provinzialständischen Ausschüsse und Kommissionen bleiben bis zur anderweitigen Beschlußnahme der nach diesem Gesetze gewählten Provinziallandtage über ihren Fortbestand und ihre Zusammensetzung in Wirksamkeit.

 

Artikel II. Von dem im Artikel I gedachten Zeitpunkte ab gehen die Rechte und Pflichten des bisherigen provinzialständischen Verbandes von Hannover auf den, gemäß § 1 der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875, beziehungsweise Artikel I des gegenwärtigen Gesetzes gebildeten Provinzialverband über.

Die bisherigen provinzialständischen Ausschüsse und Kommissionen bleiben in Wirksamkeit, bis über ihren Ersatz nach Maßgabe der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 durch den in Gemäßheit derselben beziehungsweise des gegenwärtigen Gesetzes gewählten Provinziallandtag Beschluß gefaßt worden ist.

 

§ 123. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gehen die Rechte und Pflichten des bisherigen provinzialständischen Verbandes von Westfalen auf den Provinzialverband über.

Die bisherigen provinzialständischen Ausschüsse und Kommissionen bleiben bis zur anderweitigen Beschlußnahme des nach diesem Gesetze gewählten Provinziallandtages über ihren Fortbestand und ihre Zusammensetzung in Wirksamkeit.

 

§ 123. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gehen die Rechte und Pflichten des bisherigen provinzialständischen Verbandes der Rheinprovinz auf den Provinzialverband über.

Die bisherigen provinzialständischen Ausschüsse und Kommissionen bleiben bis zur anderweitigen Beschlußnahme des nach diesem Gesetze gewählten Provinziallandtages über ihren Fortbestand und ihre Zusammensetzung in Wirksamkeit.

 

§ 123. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gehen die Rechte und Pflichten des bisherigen provinzialständischen Verbandes von Schleswig-Holstein auf den Provinzialverband über.

 

 
§ 124. Die bisherigen provinzialständischen Ausschüsse und Kommissionen bleiben bis zur anderweitigen Beschlußnahme des von diesem Gesetze gewählten Provinziallandtages über ihren Fortbestand und ihre Zusammensetzung in Wirksamkeit.

§ 99. Die bisherigen provinzialständischen Verwaltungsausschüsse und Kommissionen bleiben in Wirksamkeit, bis über ihren Ersatz durch die in Gemäßheit des gegenwärtigen Gesetzes gewählten Kommunallandtage Beschluß gefaßt worden ist.

 

§ 126. Fortgefallen.

 

Artikel III. Für die ersten Wahlen werden die Obliegenheiten des Provinzialausschusses (§§ 12 und 13 der Provinzialordnung) von dem Oberpräsidenten wahrgenommen. Derselbe ist befugt, im Einverständnisse mit dem gegenwärtigen provinzialständischen Verwaltungsausschuß gemäß Artikel I zu 1 des Gesetzes vom 7. Mai 1884 Landkreise für die ersten Wahlen und für die, während der ersten Wahlperiode erforderlich werdenden Ersatzwahlen zu Wahlbezirken zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen. Auf die so gebildeten Wahlbezirke findet der Schlußsatz des Artikels I Nr.  des Gesetzes vom 7. Mai 1884 Anwendung.

 

§ 124. Für die ersten Wahlen werden die Obliegenheiten des Provinzialausschusses (§§ 12 und 13) von dem Oberpräsidenten wahrgenommen.

Derselbe ist befugt, im Einverständnisse mit dem provinzialständischen Verwaltungsausschusses gemäß § 11 Landkreise für die ersten Wahlen und für die während der ersten Wahlperiode erforderlich werdenden Ersatzwahlen zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen.

 

§ 124. Für die ersten Wahlen werden die Obliegenheiten des Provinzialausschusses (§§ 12 und 13) von dem Oberpräsidenten wahrgenommen.

Derselbe ist befugt, im Einverständnisse mit dem provinzialständischen Verwaltungsausschusses gemäß § 11 Landkreise für die ersten Wahlen und für die während der ersten Wahlperiode erforderlich werdenden Ersatzwahlen zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen.

 

Für die ersten Wahlen werden die Obliegenheiten des Provinzialausschusses (§§ 12 und 13) von dem Oberpräsidenten wahrgenommen.

 

§ 100. Für die ersten Wahlen werden die Obliegenheiten der Landesausschüsse (§§ 9 und 10 der Provinzialordnung) von dem Oberpräsidenten wahrgenommen. Derselbe ist befugt, im Einverständnisse mit den gegenwärtigen provinzialständischen Verwaltungsausschüssen gemäß § 8 Landkreise für die ersten Wahlen und für die Wahlen und für die während der ersten Wahlperiode erforderlich werdenden Ersatzwahlen zu verbinden und die Wahlorte zu bestimmen.

Auf die so gebildeten Wahlbezirke findet der Schlußsatz des § 8 Anwendung.

 

§ 127. Fortgefallen.

 

       

§ 101. Die Einverleibung des bisherigen Stadtkreises Frankfurt a. M. in den Kommunalverband des Regierungsbezirks Wiesbaden erfolgt mit dem 1. April 1886. Von demselben Zeitpunkte ab werden beide Verbände zu einem Landarmenverbande vereinigt.

Die in Folge dieser Vereinigung erforderliche Regelung der Verhältnisse hat durch ein zwischen den betheiligten Verbänden unter Genehmigung des Ministers des Innern unbeschadet aller Privatrechte Dritter zu treffendes Übereinkommen zu erfolgen. Kommt ein solches Übereinkommen bis zum 1. Januar 1886 nicht zu Stande, so geschieht die beetreffende Regelung im Wege Königlicher Verordnung. Streitigkeiten, welche sich bei der Ausführung ergeben, unterliegen der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts.

 

§ 128. Die Verwaltung der zur Zeit bestehenden besonderen kommunalständischen Verbände, soweit sie die Fürsorge für Landarme, Geisteskranke, Taubstumme, Blinde und Idioten betrifft, ist spätestens bis zum 1. Januar 1878 mit allen Rechten und Pflichten auf die Provinzialverbände zu übertragen.

Soweit die betreffende Regelung in der obigen Frist nicht durch Übereinkommen zwischen den gegenwärtigen Vertretungen der kommunalständischen Verbände und der nach diesem Gesetze zu bildende Provinzialvertretung, unter Genehmigung des Ministers des Innern, zu Stande kommt, erfolgt dieselbe, unbeschadet aller Privatrechte Dritter, durch Königliche Verordnung.

Streitigkeiten, welche bei der Ausführung entstehen, unterliegen der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts.

Im Übrigen erfolgt die Umbildung beziehungsweise Aufhebung der kommunalständischen Verbände und ihrer Organe durch besondere Gesetze.

Durch Gesetz vom 22. Mai 1902 wurde der Kommunalständische Verband der Kurmark mit Wirkung vom 1. April 1902 aufgehoben.

 

         
§ 129. Mit dem Tage des Inkrafttretens des gegenwärtigen Gesetzes treten alle mit den Vorschriften desselben im Widerspruch stehenden oder damit nicht zu vereinigenden gesetzlichen Bestimmungen außer Geltung.

 

 

§ 125. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verlieren alle mit den Vorschriften desselben in Widerspruch stehenden oder damit nicht zu vereinigenden gesetzlichen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

 

§ 125. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verlieren alle mit den Vorschriften desselben in Widerspruch stehenden oder damit nicht zu vereinigenden gesetzlichen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

 

§ 125. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verlieren alle mit den Vorschriften desselben in Widerspruch stehenden oder damit nicht zu vereinigenden gesetzlichen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

 
 
§ 130. Der Minister des Innern ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Instruktionen.

 

 

§ 126. Der Minister des Innern ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Instruktionen.

 

§ 126. Der Minister des Innern ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Instruktionen.

 

§ 126. Der Minister des Innern ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Instruktionen.

 

§ 102. Der Minister des Innern ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Instruktionen.

 

Übergangsbestimmungen
in den Ergänzungsgesetzen zu den Provinzialordnungen
 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde bestimmt:
"§ 21. (1) Die bestehenden Provinziallandtage ... sind aufgelöst, sobald die Neuwahlen auf Grund dieses Gesetzes erfolgt sind.
(2) ...
§ 22. Für die ersten Wahlen zu den Provinziallandtagen erfolgt die Vereinigung benachbarter Kreise gemäß § 7 durch den Oberpräsidenten nach Anhörung des Provinzialausschusses"
;
dadurch wurden die regulär laufenden Wahlperioden der Provinziallandtage generell für alle Provinzen beendet und neue Wahlperioden eröffnet; die bisher jährlich versetzten Wahlen und alle drei Jahre stattfindenden Wahlen für die Hälfte der Provinziallandtage wurden damit beendet und die Provinziallandtage wurden in der Weimarer Zeit in ganz Preußen gleichzeitig durchgeführt.

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925 wurde bestimmt:
"§ 43. Beschlußbehörde ist für die Provinzen und die Bezirksverbände Kassel und Wiesbaden der Provinzialrat, für den Landeskommunalverband der Hohenzollernschen Lande und für die Kreise der Bezirksausschuß.


 

 

      § 44. (1) Dem Provinziallandtage der Provinz Schleswig-Holstein treten bis zur Vereinigung des Landeskommunalverbandes Kreis Herzogtum Lauenburg mit dem Provinzialverbande der Provinz Schleswig-Holstein für die im § 1a der Provinzialordnung vom 27. Mai 1888 genannten Zwecke drei von dem Kreise Herzogtum Lauenburg zu wählenden Abgeordneten hinzu.
(2) Auf die Wahl dieser Abgeordneten finden die Vorschriften des dritten Abschnitts des zweiten Teiles entsprechende Anwendung.
 

§ 45. (1) Auf Grund dieses Gesetzes sind sämtliche Provinziallandtage und Kreistage mit Ausnahme derjenigen der vom Minister des Innern zu bestimmenden Grenzkreise in Oberschlesien neu zu wählen.
(2) Die erstmaligen Wahlen auf Grund dieses Gesetzes finden am 25. November 1925 statt.
(3) Soweit die Wahlzeit der Provinzial- (Kommunal-) Landtage oder Kreistage vor diesem Zeitpunkt endigt, bleiben die Abgeordneten bis zur Bekanntmachung des Ergebnisses der Neuwahl in Tätigkeit.
(4) Die Wahlzeit der bisherigen Mitglieder der Provinzial- (Landes-) und Kreisausschüsse endigt mit den Neuwahlen. Die Ausschußmitglieder bleiben bis zur Einführung ihrer Nachfolger im Amte.
§ 46.
(1) Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
(2) Zu demselben Zeitpunkte treten die entgegenstehenden gesetzlichen Vorschriften, insbesondere die der Provinzialordnungen und der Hohenzollernschen Amts- und Landesordnung, sowie das Gesetz, betreffend die Wahlen zu den Provinziallandtagen und zu den Kreistagen, vom 3. Dezember 1920 außer Kraft.
(3) Soweit in Gesetzen oder Verordnungen auf Vorschriften hingewiesen ist, die durch dieses Gesetz außer Kraft gesetzt werden, treten an ihre Stelle die entsprechenden Vorschriften dieses Gesetzes."
§ 47. Der Minister des Innern erläßt die zur Ausführung dieses Gesetzes nötigen Bestimmungen.";
dadurch wurden alle Bestimmungen, die durch das Gesetz vom 3. Dezember 1920 erlassen wurden, formal aufgehoben.

 

 

Wahlreglement

durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde das Wahlreglement mit Ausnahme des § 11 faktisch aufgehoben und durch Bestimmungen des genannten Gesetzes ersetzt.

durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde das Wahlreglement faktisch aufgehoben und durch Bestimmungen des genannten Gesetzes ersetzt.

 

§ 1. Der Wahlvorstand besteht aus dem Vorsitzenden des Provinziallandtages beziehungsweise dem vom Oberpräsidenten ernannten Wahlkommissar, dem Landrathe, dem Bürgermeister oder deren Stellvertreter als Vorsitzenden und aus zwei oder vier Beisitzern, welche von der Wahlversammlung aus der Zahl der Wähler zu wählen sind. Der Vorsitzende ernennt einen der Beisitzer zum Protokollführer.

 

§ 1. Der Wahlvorstand besteht aus dem Vorsitzenden des Kommunal- beziehungsweise Provinziallandtages beziehungsweise dem vom Oberpräsidenten ernannten Wahlkommissar, dem Landrathe, dem Bürgermeister oder deren Stellvertreter als Vorsitzenden und aus zwei oder vier Beisitzern, welche von der Wahlversammlung aus der Zahl der Wähler zu wählen sind. Der Vorsitzende ernennt einen der Beisitzer zum Protokollführer.

 

§ 2. Während der Wahlhandlung dürfen im Wahllokale weder Diskussionen stattfinden, noch Ansprachen gehalten, noch Beschlüsse gefaßt werden.

Ausgenommen hiervon sind die Diskussionen und Beschlüsse des Wahlvorstandes, welche durch die Leitung des Wahlgeschäfts bedingt sind.

 

§ 3. Die Wahl erfolgt durch Stimmzettel.

 

§ 4. Die Wähler werden in der Reihenfolge, in welcher sie in der Wählerliste verzeichnet sind, aufgerufen.

Jeder aufgerufene Wähler legt den Stimmzettel uneröffnet in die Wahlurne.

 

§ 5. Die während des Wahlakts erscheinenden Wähler können an der nicht geschlossenen Wahl Theil nehmen.

Sind keine Stimmen mehr abzugeben, so erklärt der Wahlvorstand die Wahl für geschlossen; der Vorsitzende nimmt die Stimmzettel einzeln aus der Wahlurne und verliest die darauf verzeichneten, von einem Beisitzer, welchen der Vorsitzende ernennt, laut zu zählenden Namen.

 

§ 6. Ungültig sind:
1) Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten;
2) Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist;
3) Stimmzettel, auf welchen mehr Namen, als zu wählende Personen oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist;
4) Stimmzettel, welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten.

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde bestimmt:
"§ 5. Die Wahl erfolgt, sofern mindestens zwei Abgeordnete von einem Stadt- oder Landkreise oder einem aus zwei verbundenen Kreise gebildeten Wahlbezirke zu wählen sind, nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Ersatzwahlen finden in diesem Falle nicht statt. Die Wahlvorschläge dürfen um die Hälfte mehr Namen enthalten, als Abgeordnete zu wählen sind. Ein entstehender Bruchteil wird nach unten abgerundet. Zur Einreichung eines Wahlvorschlags sind drei Unterschriften erforderlich.
Die näheren Bestimmungen über die Durchführung der Verhältniswahl erläßt der Provinzialrat.
§ 6. Sofern von einem Stadt- oder Landkreise nur ein Abgeordneter zu wählen ist, verbleibt es bei den bisherigen Vorschriften.";
dadurch
wurde der § 6 dahingehend abgeändert, dass nicht Namen, sondern Wahlvorschläge (Listen) bezeichnet werden mussten.

 

§ 7. Alle ungültigen Stimmzettel werden als nicht abgegeben betrachtet. Über die Gültigkeit der Stimmzettel entscheidet vorläufig der Wahlvorstand. Die Stimmzettel sind dem Wahlprotokolle beizufügen und so lange aufzubewahren, bis über die gegen das Wahlverfahren erhobenen Einsprüche rechtskräftig entschieden ist.

 

§ 8. Als gewählt sind diejenigen zu betrachten, welche die absolute Stimmenmehrheit (mehr als die Hälfte der Stimmen) erhalten haben.

Ergiebt sich keine absolute Stimmenmehrheit, so wird zu einer engeren Wahl zwischen denjenigen zwei Personen geschritten, welche die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das von dem Vorsitzenden zu ziehende Loos darüber, wer auf die engere Wahl zu bringen, beziehungsweise wer als schließlich gewählt zu betrachten ist.

Durch Gesetz vom 16. Juli 1919 wurde in den §§ 5 und 6 bestimmt:
"§ 5. Die Wahl erfolgt, sofern mindestens zwei Abgeordnete von einem Stadt- oder Landkreise oder einem aus zwei verbundenen Kreise gebildeten Wahlbezirke zu wählen sind, nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Ersatzwahlen finden in diesem Falle nicht statt. Die Wahlvorschläge dürfen um die Hälfte mehr Namen enthalten, als Abgeordnete zu wählen sind. Ein entstehender Bruchteil wird nach unten abgerundet. Zur Einreichung eines Wahlvorschlags sind drei Unterschriften erforderlich.
Die näheren Bestimmungen über die Durchführung der Verhältniswahl erläßt der Provinzialrat.
§ 6. Sofern von einem Stadt- oder Landkreise nur ein Abgeordneter zu wählen ist, verbleibt es bei den bisherigen Vorschriften.";
dadurch wurde der § 8 abgeändert.

 

§ 9. Die Wahlprotokolle sind von dem Wahlvorstande zu unterzeichnen.

 

§ 10. Der Vorsitzende des Wahlvorstandes hat die Gewählten von der auf sie gefallenen Wahl mit der Aufforderung in Kenntniß zu setzen, sich über die Annahme oder Ablehnung innerhalb längstens fünf Tagen zu erklären. Wer diese Erklärung nicht abgiebt, wird als ablehnend betrachtet.

 

§ 11. Wahlen, welche auf dem Provinziallandtage selbst vorzunehmen sind, können auch durch Akklamation stattfinden, sofern Niemand Widerspruch erhebt.

 

§ 11. Wahlen, welche auf dem Kommunal- oder dem Provinziallandtage selbst vorzunehmen sind, können auch durch Akklamation stattfinden, sofern Niemand Widerspruch erhebt.

 

Durch Gesetz vom 3. Dezember 1920 wurde das Wahlreglement faktisch durch folgende Bestimmungen ersetzt:
"§ 1. Die Provinziallandtage werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Er wird durch die Staatsregierung bestimmt. In allen Provinzen soll in der Regel derselbe Wahltag festgesetzt werden.
§ 2.
(1) Wahlberechtigt ist jeder Deutsche männlichen oder weiblichen Geschlechts, der am Wahltage das zwanzigste Lebensjahr vollendet hat und in der Provinz seinen Wohnsitz hat.
(2) Wählen kann nur, wer in einer Wählerliste oder Wahlkartei eingetragen ist.
§ 3.
(1) Die Ausübung des Wahlrechts ruht für die Soldaten während der Dauer der Zugehörigkeit zur Wehrmacht.
(2) Ausgeschlossen von der Ausübung des Wahlrechts ist:
1. wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft oder wegen geistiger Gebrechen unter Pflegschaft steht;
2. wer die bürgerlichen Ehrenrechte nicht besitzt.
(3) Behindert in der Ausübung des Wahlrechts sind Personen, die wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche in einer Heil- oder Pflegeanstalt untergebracht sind, ferner Straf- und Untersuchungsgefangene sowie Personen, die infolge gerichtlicher oder polizeilicher Anordnung in Verwahrung gehalten werden. Ausgenommen sind Personen, die sich aus politischen gründen in Schutzhaft befinden.
§ 4. (1) Vor jeder Wahl ist in jedem Stimmbezirke vom Gemeindevorstande (Gutsvorsteher) eine Liste der wahlberechtigten Personen (Wählerliste, Wahlkartei) aufzustellen und spätestens vier Wochen vor dem Wahltage mindestens acht Tage lang öffentlich auszulegen. Die Gemeindebehörde gibt Ort und Zeit der Auslegung öffentlich bekannt und weist auf die Einspruchsfrist hin. In diese Liste sind alle diejenigen Personen einzutragen, denen ein Wahlrecht gemäß § 2 Abs. 1 am Wahltage zusteht.
(2) Einsprüche sind bis zum Ablaufe der Auslegungsfrist bei der Gemeindebehörde anzubringen und innerhalb der nächsten vierzehn Tage zu erledigen. Hierauf werden die Listen oder Karteien geschlossen.
...
§ 8.
Zur Ermittlung des Wahlergebnisses ist zunächst die Gesamtzahl der in dem Regierungsbezirk abgegebene gültigen Stimmen durch die Gesamtzahl der dem Regierungsbezirke zustehenden Abgeordneten (§ 6 Abs. 3) zu teilen und auf diese Weise die Verteilungszahl für den Regierungsbezirk festzustellen. Alsdann ist die Gesamtzahl der Stimmen, die in dem Regierungsbezirke für Wahlvorschläge mit einem gemeinsamen Kennwort abgegeben sind, durch die Verteilungszahl zu teilen und so die Zahl der auf die Wahlvorschläge mit diesem Kennwort in dem Regierungsbezirk entfallenden Abgeordnetensitze zu ermitteln. Die Verteilung der auf solche Art festgestellten Sitze auf die durch das Kennwort bezeichneten Wahlvorschläge in den einzelnen Wahlkreise erfolgt in der Weise, daß jedem Wahlvorschlage so viele Sitze zugeteilt werden, als sich die Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen durch die Verteilungszahl voll teilen läßt. Die in dem Regierungsbezirk übrigbleibenden Sitze werden denjenigen Wahlvorschlägen zugeteilt, welche die höchste Zahl der Reststimmen aufweisen. Weisen mehrere Wahlvorschläge die gleiche Zahl von Reststimmen auf, so entscheidet das Los.
§ 9. Auf die Durchführung der Wahl finden im übrigen die §§ 9, 10, 14, 17, 19, 20, 23, 24, 26, 27, 28, 29, 33 des Gesetzes über die Wahlen zum Preußischen Landtage sinngemäße Anwendung mit folgenden Maßgaben:
1. Zur Ermittlung des Wahlergebnisses in der ganzen Provinz bestellt der Provinzialausschuß einen Provinzialwahlleiter und einen Stellvertreter.
2. Die Bildung von Wahlkreisverbänden, die Ernennung von Verbandswahlleitern, die Bildung von Verbandswahlausschüssen und eines Landeswahlausschusses sowie die Einreichung von Landeswahlvorschlägen findet nicht statt.
3. An die Stelle des Kreiswahlleiters tritt der Wahlkommissar, der durch den Provinzialausschuß ernannt wird. Der Wahlvorsteher und sein Stellvertreter werden vom Wahlkommissar ernannt. An die Stelle des Wahlbezirkes tritt der Stimmbezirk.
4. Wahlvorschläge werden lediglich in den einzelnen Wahlkreisen eingereicht; sie brauchen nur fünfzehn Unterschriften von im Wahlkreise wahlberechtigten Personen zu tragen und sollen ein Kennwort enthalten, das auch der Namen einer Partei sein kann. Eine Verbindung von Wahlvorschlägen findet nicht statt. Im übrigen finden die für Kreiswahlvorschläge geltenden Vorschriften Anwendung, jedoch kann die Frist für die Einreichung durch Beschluß des Provinzialausschusses abgekürzt werden.
5. Im Falle der Verbindung der Wahlen zum Provinziallandtage mit anderen Wahlen oder Abstimmungen kann der Minister des Innern anordnen, in welcher Weise zur Unterscheidung von den Stimmzetteln für die anderen Wahlen oder Abstimmungen die für die Wahl zum Provinziallandtag bestimmten kenntlich zu machen sind.
§ 10. (1) Das Ergebnis der Wahl ist öffentlich bekannt zu machen.
(2) Gegen die Gültigkeit der Wahl kann jeder Wahlberechtigte binnen vier Wochen nach der Bekanntmachung Einspruch bei dem Provinzialausschuß erheben. Über den Einspruch beschließt der Provinziallandtag. Auch im übrigen prüft der Provinziallandtag die Gültigkeit der Wahlen von Amts wegen. Gegen den Beschluß des Provinziallandtags steht dem, der den Einspruch erhoben hat, und dem, dessen Wahl für ungültig erklärt ist, binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu.
(3) Die Klage hat im Falle der Ungültigkeitserklärung einer Wahl aufschiebende Wirkung. Wird ein Beschluß des Provinziallandtags, durch den die Wahl eines Wahlkreises oder die ganze Wahl für ungültig erklärt worden ist, im Verwaltungsstreitverfahren bestätigt, so findet auf Grund derselben Wählerliste binnen längstens sechs Wochen nach Rechtskraft des Urteils eine Nachwahl mit neuer Verteilung der Sitze gemäß § 8 statt.
...
§ 12. (1) Wenn ein Provinziallandtagsabgeordneter die Wahl ablehnt oder während der Dauer seiner Wahlzeit ausscheidet, tritt an seine Stelle der Bewerber, der demselben Wahlvorschlag angehört und nach den Grundsätzen der Verhältniswahl hinter dem gewählten an erster Stelle berufen ist. Ist ein solcher Bewerber nicht vorhanden, so bleibt die Stelle unbesetzt.
(2) Die erforderlichen Feststellungen erfolgen durch den Provinzialausschuß.
...
§ 25. Von den Kosten, die den Gemeinden aus den Provinziallandtagswahlen ... entstehen, werden ihnen zwei Drittel von den Provinzen ... ersetzt. Alle übrigen Wahlkosten tragen die Provinzen ... allein.
§ 26. Der Minister des Innern erläßt die zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Anordnungen (Wahlordnung für die Provinziallandtags- und Kreistagswahlen)."

siehe hierzu auch die Wahlordnung für die Provinziallandtags- und Kreistagswahlen vom 31. Dezember 1920 (GS 1921 S. 8), die durch Verordnung vom 18. Januar 1921 (GS S. 111) und 25. Juli 1929 (MinBliB. S. 667) geändert wurde.

 

Durch Gesetz vom 7. Oktober 1925  wurde das Wahlreglement faktisch durch folgende Bestimmungen ersetzt:
"     Erster Teil. Zweiter Abschnitt. Wahlberechtigung und Wählbarkeit
§ 7. (1) Alle über 20 Jahre alten reichsdeutschen Männer und Frauen, die ihren Wohnsitz im Gebiete der Provinz haben, sind wahlberechtigt und nach Vollendung des 25. Lebensjahres wählbar. Für die Voraussetzung der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit ist der Wahltag maßgebend.
(2) Wahlberechtigt und wählbar ist nicht:
1. wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft oder wegen geistiger Gebrechen unter Pflegschaft steht;
2. wer die bürgerlichen Ehrenrechte nicht besitzt.
(3) Die Ausübung der Wahlberechtigung ruht für Soldaten während der Dauer der Zugehörigkeit zur Wehrmacht.
(4) Behindert in der Ausübung ihres Wahlrechts sind Personen, die wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche in einer Heil- oder Pflegeanstalt untergebracht sind, ferner Straf- und Untersuchungsgefangene sowie Personen, die infolge gerichtlicher oder polizeiliche rAnordnungen in Verwahrung gehalten werden. Ausgenommen sind Personen, die sich aus politischen Gründen in Schutzhaft befinden.
(5) Wahlberechtigung und Wählbarkeit gehen verloren, wenn eine ihrer Voraussetzungen wegfällt.
§ 8. (1) Zur Ausübung des Wahlrechts ist die Eintragung in die rechtsgültig festgestellte Wählerliste oder die Erteilung eines Wahlscheins erforderlich.
(2) Für die Rechtsgültigkeit der Stimmabgabe ist allein die Eintragung in die Wählerliste oder der Besitz eines Wahlscheins maßgebend.
(3) In die Wählerliste ist einzutragen, wer am Wahltage gemäß § 7 wahlberechtigt ist. Die Wählerliste ist in den Jahren, in welchen die Wahl zum Provinziallandtag stattfindet, zu berichtigen und spätestens fünf Wochen vor dem Wahltage zwei Wochen lang öffentlich auszulegen. Ort und Zeit der Auslegung sind öffentlich bekanntzumachen; hierbei ist auf die Einspruchsfrist hinzuweisen. Einsprüche sind bis zum Ablaufe der Auslegungsfrist bei dem Gemeindevorstande anzubringen; erachtet er den Einspruch nicht für begründet, so hat er ihn unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche nach Ablauf der Auslegungsfrist, der für die Gemeinde zuständigen Beschlußbehörde vorzulegen, welche darüber binnen zwei Wochen endgültig beschließt. Hierauf wird die Wählerliste geschlossen.
§ 9. Einen Wahlschein erhält auf Antrag:
I. ein Wahlberechtigter, der in einer Wählerliste eingetragen ist, wenn er
    1. sich am Wahltage während der Wahlzeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Abstimmungsbezirkes aufhält,
    2. nach Ablauf der Einspruchsfrist seinen Wohnsitz in einen anderen Abstimmungsbezirk verlegt;
II. ein Wahlberechtigter, der nicht in einer Wählerliste eingetragen ist, wenn er
    1. nachweist, daß er ohne sein Verschulden die Einspruchsfrist versäumt hat,
    2. wenn er wegen Ruhens der Wahlberechtigung in der Wählerliste nicht eingetragen oder gestrichen war, falls der Behinderungsgrund nach Ablauf der Einspruchsfrist weggefallen ist.
     Erster Teil. Dritter Abschnitt. Wahlverfahren
§ 10. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts.
§ 11. (1) Für die Wahl der Provinziallandtagsabgeordneten wird die Provinz in Wahlbezirke eingeteilt.
(2) Wahlbezirke sind die Stadt- und Landkreise.
(3) Wahlbezirke, auf die nach der Einwohnerzahl nicht mindestens ein Abgeordneter entfällt, sind durch Beschluß des Provinzialausschusses mit einem benachbarten Wahlbezirke zu vereinigen.
§ 12. (1) Für jeden Wahlbezirk werden Wahlvorschläge aufgestellt (Bezirkswahlvorschläge).
(2) Bezirkswahlvorschläge, auch aus verschiedenen Wahlbezirken, können mit einem gemeinsamen Kennworte versehen werden. Bezirkswahlvorschläge mit gemeinsamem Kennworte gelten anderen Bezirkswahlvorschlägen gegenüber als verbunden (Gruppen).
(3) Bezirkswahlvorschläge müssen von mindestens zehn Wahlberechtigten unterschrieben sein.
§ 13. (1) Vor der Verteilung der Abgeordnetensitze wird zunächst die Gesamtzahl der in der Provinz abgegebenen gültigen Stimmen durch die gemäß § 3 festgestellte Zahl der Provinziallandtagsabgeordneten geteilt und auf diese Weise festgestellt, auf wieviel gültige Stimmen ein Abgeordnetensitz entfällt (Verteilungszahl).
(2) Sodann wird festgestellt, wieviel Abgeordnetensitze auf die einzelnen Gruppen von Wahlvorschlägen mit gemeinsamem Kennwort entfallen. Hierbei werden jeder Gruppe so viele Abgeordnetensitze zugeteilt, als sich die Zahl der für die Gruppe abgegebenen gültigen Stimmen durch die Verteilungszahl voll teilen läßt. Hiernach noch unverteilte Sitze werden nach der Reihenfolge der Höhe der Reststimmen verteilt. Bei gleichen Reststimmen entscheidet das Los. Reststimmen sind diejenigen Stimmen, die bei der Vollteilung durch die Verteilungszahl übrig- oder von vornherein hinter ihr zurückbleiben.
(3) Bei der Verteilung sind jedoch nur solche Gruppen zu berücksichtigen, die entweder an abgegebenen gültigen Stimmen in einem Wahlbezirke mindestens die Verteilungszahl (Abs. 1) oder insgesamt mindestens die doppelte Verteilungszahl erhalten haben.
§ 14. (1) Die Abgeordnetensitze werden nunmehr zunächst auf die einzelnen Regierungsbezirke der Provinz nach Einwohnerzahl verteilt.
(2) Innerhalb eines jeden Regierungsbezirks werden die ihm zugefallenen Abgeordnetensitze zunächst auf die Gruppen von Wahlvorschlägen mit gemeinsamem Kennworte, soweit sie nicht gemäß § 13 Abs. 3 unberücksichtigt bleiben, und sodann auf die einzelnen Bezirkswahlvorschläge verteilt. Die Verteilung geschieht auf Grund einer für die Regierungsbezirke festzustellenden Verteilungszahl, die sich auf der Teilung der Gesamtzahl der im Regierungsbezirke abgegebenen gültigen Stimmen durch die Zahl der ihm zugefallenen Sitze ergibt. § 13 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.
§ 15. Erhält eine Gruppe von Wahlvorschlägen mit gemeinsamem Kennworte bei der Verteilung gemäß § 14 Abs. 2 in allen Regierungsbezirken zusammen mehr oder weniger Sitze, al,s ihr auf Grund der Verteilung gemäß § 13 Abs. 2 zukommen, so ist der erforderliche Ausgleich in der Weise zu bewirken, daß jeder der Gruppe, die zu viel Sitze erhalten hat, die Sitze entzogen werden, die mit der geringsten Reststimmenzahl (gegebenenfalls Stimmenzahl) erworben sind. Bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los. Die entzogenen Sitze sind den Wahlvorschlägen der Gruppe, die zu wenig Sitze erhalten hat, nach der Höhe der Reststimmen (gegebenenfalls Stimmen) in der Weise zuzuteilen, daß die Gesamtzahl der Sitze für jeden Regierungsbezirk unverändert bleibt.
§ 16. (1) Die Wahl ist unmittelbar und geheim. Jeder Wähler aht eine Stimme. Die Bildung von Abstimmungsbezirken regelt die Wahlordnung. Die Stimmzettel werden amtlich hergestellt. Sie müssen alle zugelassenen Bezirkswahlvorschläge enthalten.
(2) Im übrigen ist das Wahlverfahren durch eine vom Minister des Innern zu erlassende Wahlordnung zu regeln.
§ 17. (1) Die Wahl wird vom Provinzialausschusse geleitet.
(2) Wahlleitende Behörde innerhalb des Wahlbezirks ist in Landkreisen der Kreisausschuß, in Stadtkreisen der Gemeindevorstand.
§ 18. (1) Jeder Wahlberechtigte ist verpflichtet zur Übernahme der ehrenamtlichen Tätigkeit eines Wahlvorstehers, Stellvertreters des Wahlvorstehers, Besitzers oder Schriftführers im Wahlvorstande sowie eines Beisitzers des Wahlausschusses.
(2) Die Berufung zu einem der Wahlehrenämter dürfen ablehnen:
1. die Mitglieder der Reichsregierung und der Landesregierungen;
2. die Mitglieder des Reichstags, des Reichsrats, des Reichswirtschaftsrats, der Volksvertretungen der Länder und des Staatsrats;
3. die Beamten, die amtlich mit dem Vollzuge der Wahl oder mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit betraut sind;
4. Wähler, die als Bewerber auf einem Wahlvorschlage für eine am gleichen Tage stattfindende Wahl zum Reichstage, Landtage, Provinziallandtag oder zu anderen kommunalen Vertretungskörpern benannt sind;
5. Wähler, die das sechzigste Lebensjahr vollendet haben;
6. Wählerinnen, die glaubhaft machen, daß ihnen die Fürsorge für ihre Familie die Ausübung des Amtes in besonderem Maße erschwert;
7. Wähler, die glaubhaft machen, daß sie aus dringenden beruflichen Gründen oder durch Krankheit oder durch Gebrechen verhindert sind, das Amt ordnungsmäßig zu führen;
8. Wähler, die sich am  Wahltag aus zwingenden Gründen außerhalb ihres Wohnorts aufhalten.
(3) Wähler, welche die Übernahme eines Wahlehrenamts ohne gesetzlichen Grund ablehnen, können von der für die Bestellung zuständigen Behörde in eine Ordnungsstrafe bis zum Betrage von 300 Goldmark genommen werden.
§ 19. (1) Von den Kosten, die den Kreisen und Gemeinden aus den Provinziallandtagswahlen einschließlich der Kosten für die amtlichen Stimmzettel entstehen, werden ihnen zwei Drittel von der Provinz ersetzt.
(2) Der Provinzialausschuß hat hierfür einheitliche Richtlinien aufzustellen.
     Erster Teil. Fünfter Abschnitt. Vornahme von Wahlen durch den Provinziallandtag ...
§ 23. (1) Wahlen werden, wenn niemand widerspricht, durch Zuruf, sonst durch Abgabe von Stimmzetteln vollzogen.
(2) Bei der Zettelwahl wird, wenn mehrere gleichartige unbesoldete Wahlstellen derselben Verwaltungsstelle zu besetzen sind, in einem Wahlgange nach den Grundsätzen der Verhältniswahl, in allen anderen Fällen für jeden Fall in besonderem Wahlgange nach Stimmenmehrheit abgestimmt.
(3) Im Falle nachträglicher Vermehrung oder Verringerung der Wahlstellen sind sämtliche Wahlstellen neu zu besetzen.
§ 24. (1) Wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl abgestimmt, so sind die Wahlstellen auf die Wahlvorschläge nach der Reihenfolge der Höchstzahl zu verteilen, die sich durch Vollrechnung, Halbteilung, Drittelung, Viertelung usw. der auf die Wahlvorschläge entfallenden Stimmzahlen ergeben. Über die Zuteilung der letzten Wahlstellen entscheidet bei gleichen Höchstzahlen das Los.
(2) Sind Stellvertreter zu wählen, so ist erster Stellvertreter des an erster (zweiter, dritter usw.) Stelle gewählten Mitglieds der dem gewählten Mitglied an erster (zweiter, dritter usw.) Stelle auf demselben Wahlvorschlage, zweiter usw. Stellvertreter der dem nächsten an entsprechender Stelle folgende Bewerber.
(3) Scheidet der Gewählte vor Ablauf der Wahlzeit aus oder lehnt er die Wahl ab, so tritt, soweit nicht gesetzlich anderes bestimmt ist, an seine Stelle ein Stellvertreter und an dessen Stelle- oder wenn kein Stellvertreter gewählt ist, an die Stelle des Ausscheidenden - ein Ersatzmann, welcher durch die Mehrheit der Unterzeichner des Wahlvorschlags oder, soweit sie nicht mehr Mitglieder des Provinziallandtags sind, ihrer Ersatzmänner bestimmt wird. Ist die Wahl durch Zuruf vollzogen (§ 23 Abs. 1), so ist der Ersatzmann gemäß § 23 Abs. 2 zu wählen.
(4) Der Stellvertreter ist auch in Fällen nur vorübergehender Behinderung des Gewählten zu seiner Vertretung berechtigt.
§ 25. (1) Wird nach Stimmenmehrheit abgestimmt, so ist derjenige gewählt, für den mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen abgegeben ist.
(2) Wird dieses Ergebnis im ersten Wahlgange nicht erreicht, so findet zwischen den beiden Personen, welche die meisten Stimmen erhalten haben, eine engere Wahl statt.
(3) Bei Stimmengleichheit entscheidet das vom Vorsitzenden zu ziehende Los, wer in die engere Wahl zu bringen oder im letzten Wahlgange gewählt ist.
§ 26. Bei Wahlen und Abstimmungen zählen Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen mit zur Feststellung der Beschlußfähigkeit, nicht aber zur Berechnung der Mehrheit.
§ 27. Im übrigen wird das Wahlverfahren durch die Geschäftsordnung geregelt.
§ 28. Gegen die Gültigkeit einer vom Provinziallandtage vorgenommenen Wahl kann, soweit nicht gesetzlich die Anfechtung einer solchen Wahl anderweitig geregelt ist, jeder Provinziallandtagsabgeordnete binnen zwei Wochen nach Feststellung des Wahlergebnisses bei dem Provinzialausschuß Einspruch einlegen. Über den Einspruch entscheidet die Beschlußbehörde, durch deren Entscheidung die Gültigkeit oder Ungültigkeit der Wahl endgültig festgestellt wird. Bedarf die Wahl einer Bestätigung, so wird diese erst nach Ablauf der Einspruchsfrist nach der Gültigkeitserklärung rechtswirksam.
§ 29. Eine vom Provinziallandtage vorgenommene Wahl verliert vor Ablauf der festgesetzten Wahlzeit ihre Wirksamkeit durch Wegfall einer Voraussetzung der Wählbarkeit oder durch nachträglichen Eintritt eines Ausschließungsgrundes.
§ 30. (1) Das Ausscheiden einer vom Provinziallandtage gewählten Person aus ihrem Amte wird, soweit nicht gesetzlich eine andere Stelle zuständig ist, von dem Provinzialausschusse festgestellt. In dem Beschluß ist gleichzeitig festzustellen, wer als Stellvertreter (Ersatzmann) nachrückt.
(2) Gegen den Beschluß steht demjenigen, dessen Ausscheiden festgestellt ist, binnen zwei Wochen die Klage beim Oberverwaltungsgerichte zu.
(3) Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung; während der Dauer des Verfahrens tritt der Stellvertreter (Ersatzmann) vorläufig ein.
§ 31. Die vom Provinziallandtage vorzunehmenden Wahlen erfolgen, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist oder es sich um einmalige Aufträge handelt, auf die Dauer der Wahlzeit des wählenden Provinziallandtags. Neuwahlen sind alsbald nach Zusammentritt des neugewählten Provinziallandtags vorzunehmen. Bis zum Eintritte der Nachfolger üben die bisher gewählten Personen ihre Tätigkeit weiter aus."

Durch Gesetz vom 29. Oktober 1928 wurde das Gesetz vom 7. Oktober 1925 (hinsichtlich des Wahlverfahrens) wie folgt geändert:
- der § 12 Abs. 2 erhielt folgende Fassung:
"(2) Wahlvorschläge verschiedener Parteien oder Vereinigungen dürfen nicht das gleiche Kennwort tragen. In jedem Wahlbezirke darf das Kennwort eines Wahlvorschlages von keinem anderen Wahlvorschlage getragen werden. Nur Wahlvorschläge mit dem gleichen Kennwort aus verschiedenen Wahlbezirken gelten als verbunden."
- im § 14 Abs. 2 Satz 1 und im § 15 Satz 1 wurden jeweils die Worte "mit gemeinsamem Kennworte" ersetzt durch: "mit gleichem Kennworte".

siehe hierzu auch die Verordnung zur Durchführung der Provinziallandtagswahlen vom 20. September 1925 (GS S. 115).

 

Das Wahlreglement galt insbesondere für die. von den Kreistagen und den Vertretungsorganen der Stadtkreisen vorgenommenen Wahlen des Provinziallandtages sowie für die Wahlen, die der Provinziallandtag selbst durch die Provinzialordnung vorzunehmen waren.

 

             

 


Quellen: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten Jahrgänge1875, 1881, 1884, 1885, 1886, 1887, 1888
© 18. September 2011 - 29. Mai 2015

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