Gesetz über die Befreiung des Reichspräsidenten von Hindenburg von Reichs- und Landessteuern für das Rittergut Neudeck

vom 27. August 1933.

spätestens aufgehoben mit der Übernahme der Verwaltung der deutschen Ostgebiete durch Polen

Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

§ 1. Reichspräsident von Hindenburg und seine Abkömmlinge werden für das Rittergut Neudeck von der Zahlung der Steuern des Reichs und des Landes Preußen für die Zeit befreit, in der sich das Rittergut im Eigentum des Reichspräsidenten oder eines seiner Nachkömmlinge im Mannesstamm befindet.

Welche Grundstücke zum Rittergut Neudeck gehören, bestimmt das Preußische Staatsministerium.

Das Rittergut Neudeck (heute Ogrodzieniec) lag (1933) in der Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Westpreußen, Kreis Freystadt (heute Kisielice), Gemeinde Heinrichau, nahe der damaligen polnischen Grenze; es war bereits seit 1722 durch eine Schenkung von Friedrich dem Großen Familiensitz derer von Hindenburg, die sich seit 1789 von Beneckendorff und von Hindenburg nannten (der erste Name wurde 1130, der zweite 1208 erstmals erwähnt, 1789 wurden beide Namen vereinigt). 

Das Rittergut hatte bis 1935 eine eigene Gutsverwaltung und war (1932) 780 ha groß; durch eine Schenkung des Landes Preußen an den Reichspräsidenten von 5000 Morgen Land vom 28. August 1933 wurde das Rittergut erheblich erweitert (diese Schenkung soll eine Gegenleistung für die Unterstützung des Sohnes des Reichspräsidenten zur Änderung der Haltung des Reichspräsidenten zur Regierungsübernahme Adolf Hitlers gewesen sein).

Der standesamtlich eingetragene Name des Reichspräsidenten war "Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg"; der Einfachheit halber hat er sich nur "Paul von Hindenburg" genannt. Über den (einzigen) Sohn des Reichspräsidenten von Hindenburg, Oskar konnte ich keine Lebensdaten ermitteln; deren Tochter (ob es weitere Söhne gegeben hat, konnte ich nicht ermitteln) hat es nach 1945 nach Hamburg verschlagen.

§ 2. Das Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. Juli 1933 in Kraft.

    Berlin, den 27. August 1933.

Der Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Reichsminister der Finanzen
Graf Schwerin von Krosigk.

 


Quelle: Reichsgesetzblatt 1933 I S. 595
Hinweis
© 21. Februar 2004
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