Gesetz über die Herabsetzung des Volljährigkeitsalters

vom 17. Mai 1950

Mit dem hervorragenden Anteil der Jugend am Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Ordnung ist eine gesetzliche Regelung, welche die Volljährigkeit erst mit dem einundzwanzigsten Lebensjahr eintreten läßt, nicht mehr zu vereinbaren. In der Verwaltung und Wirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik haben unzählige Männer und Frauen, die dieses Alter noch nicht erreicht haben, in verantwortlichen Funktionen ihre Reife bewiesen. Dieser Stellung der Jugend hat auch die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik Rechnung getragen, indem sie allen Bürgern mit dem vollendeten achtzehnten Lebensjahr das Wahlrecht gewährte.

Die Provisorische Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik hat dieses Gesetz beschlossen:

§ 1. Die Volljährigkeit tritt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres ein.

§ 2. Die Erlangung der Volljährigkeit hat die Ehemündigkeit zur Folge, soweit diese auf Grund anderer gesetzlicher Bestimmungen nicht früher eintritt.

§ 3. Bestimmungen, die den §§ 1 und 2 entgegenstehen, treten insoweit außer Kraft.

§ 4. Das Ministerium der Justiz wird ermächtigt, Durchführungsbestimmungen zu erlassen.

§ 5. Dieses Gesetz tritt mit seiner Verkündung in Kraft.

in Kraft getreten am 22. Mai 1950.

    Berlin, den 17. Mai 1950

Das vorstehende, vom geschäftsführenden Vizepräsidenten der Volkskammer unter dem siebzehnten Mai neunzehnhundertundfünfzig ausgefertigte Gesetz wird hiermit verkündet.

    Berlin, den 17. Mai 1950

Der Präsident der Deutschen Demokratischen Republik
in Vertretung
J. Dieckmann
Präsident der Provisorischen Volkskammer

 


Quellen: Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik 1950 S. 437
© 10. November 2004

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