Anordnungen über Einreisen von Bürgern der BRD in die DDR

vom 17. Oktober 1972

geändert durch
Anordnung Nr. 2 vom 14. Juni 1973 (GBl. I S. 269)
Anordnung Nr. 3 vom 3. Dezember 1979 (GBl. I S. 391)
Anordnung Nr. 4 vom 20. Februar 1989 (GBl. I S. 119).

aufgehoben durch
Verordnung über Reisen von Bürgern der Bundesrepublik Deutschland und Personen mit ständigem Wohnsitz in Berlin (West) in und durch die DDR vom 21. Dezember 1989 (GBl. I. S. 271)

Zum Reiseverkehr von Bürgern der BRD in die DDR wird in Durchführung der Beschlüsse des Ministerrates der DDR folgendes angeordnet:

§ 1. (1) Bürger der BRD können auf Einladung ihrer in der DDR wohnhaften Verwandten und Bekannten aus privaten Gründen oder auf Einladung der zuständigen Organe der DDR aus kommerziellen, kulturellen, sportlichen oder religiösen Gründen in die DDR einreisen.

(2) Die Einreise zum Besuch von Verwandten und Bekannten kann einmal oder mehrmals bis zu einer Dauer von insgesamt 30 Tagen im Jahr genehmigt werden.

(3) Der Aufenthalt wird in der Regel für das gesamte Gebiet der DDR erteilt.

§ 2. Bürger der BRD können auf der Grundlage entsprechender Vereinbarungen zwischen der Generaldirektion des Reisebüros der DDR und Reisebüros der BRD als Touristen in die DDR einreisen.

Durch die Anordnung vom 14. Juni 1973 erhielt der § 2 mit Wirkung vom 21. Juni 1973 folgende Fassung:
"§ 2. (1) Bürger der BRD können auf der Grundlage entsprechender Vereinbarungen zwischen der Generaldirektion des Reisebüros der DDR und Reisebüros der BRD als Touristen in die DDR einreisen.
(2) Bürger der BRD mit Wohnsitz in den in der Anlage 2 genannten Landkreisen und kreisfreien Städten der BRD können außerdem mehrmals aus touristischen Gründen innerhalb der im § 1 Abs. 2 genannten Dauer zu einem Tagesaufenthalt bis 24.00 Uhr des Aufenthaltstages (ohne Übernachtung) in die in der Anlage 1 genannten Kreise der DDR aber die dem Besuchsort nächstgelegene Grenzübergangsstelle der DDR zur BRD einreisen. In diesen Fällen ist der Aufenthalt nur in den Kreisen der DDR gestattet, die im Visum vermerkt sind.
(3) Die Einreise und der Aufenthalt in der Sperrzone und dem Schutzstreifen zur BRD entsprechend der Grenzordnung der DDR ist nicht gestattet."

§ 3. Die Einreise kann mit Pkw genehmigt werden, wenn
a) es sich um dringende Einreisen handelt oder das Reiseziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht rechtzeitig erreicht werden kann oder der Zielort verkehrsungünstig liegt,
b) die Einreise mit Kindern bis zu 3 Jahren erfolgt,
c) Einreisende wegen Körperbehinderung auf die Benutzung von Pkw angewiesen sind,
d) es sich um Einreisen aus kommerziellen, kulturellen, sportlichen oder religiösen Gründen handelt.

§ 4. Berechtigungsscheine zum Empfang von Einreisevisa für Bürger der BRD sind
a) von den in der DDR wohnhaften Bürgern bzw. den einladenden Stellen bei den dafür zuständigen staatlichen Organen (Dienststellen des Paß- und Meldewesens oder Räte der Städte und Gemeinden) und
b) im Falle der Einreise als Tourist von den Bürgern der BRD bei der Generaldirektion des Reisebüros der DDR über Reisebüros der BRD
zu beantragen.

Durch die Anordnung vom 14. Juni 1973 erhielt der § 4 mit Wirkung vom 21. Juni 1973 folgende Fassung:
"§ 4. Berechtigungsscheine zum Empfang von Einreisevisa für Bürger der BRD sind
a) von den in der DDR wohnhaften Bürgern bzw. den einladenden Stellen bei den dafür zuständigen staatlichen Organen (Dienststellen des Paß- und Meldewesens oder Räte der Städte und Gemeinden);
b) im Falle der Einreise als Tourist gemäß § 2 Abs. 1 von den Bürgern der BRD bei der Generaldirektion des Reisebüros der DDR über Reisebüros der BRD und
c) bei Einreisen aus touristischen Gründen zu einem Tagesaufenthalt gemäß § 2 Abs. 2
    - von Bürgern, die in den in der Anlage 1 genannten Kreisen der DDR wohnen, bei den dafür zuständigen staatlichen Organen (Dienststellen des Paß- und Meldewesens oder Räte der Städte und Gemeinden) oder
    - von Bürgern der BRD, die in den in der Anlage 2 genannten Landkreisen und kreisfreien Städten der BRD wohnen, bei dem für den Aufenthalt zuständigen Volkspolizei-Kreisamt schriftlich mit Vordruck zu beantragen."

§ 5. Diese Anordnung tritt am 17. Oktober 1972 in Kraft.

    Berlin, den 17. Oktober 1972

Der Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei
Dickel

Durch die Anordnung vom 14. Juni 1973 wurden der Anordnung folgende Anlagen angefügt:

Anlage 1
zur vorstehenden Anordnung

Kreise der DDR (Stadt- und Landkreise) gemäß § 2 Abs. 2 der Anordnung

1. Aschersleben
2. Auerbach
3. Bad Salzungen
4. Eisenach
5. Gadebusch
6. Gadelegen
7. Gotha
8. Greiz
9. Grevesmühlen
10. Hagenow
11. Halberstadt
12. Haldensleben
13. Heiligenstadt
14. Hildburghausen
15. Ilmenau
16. Kalbe
17. Klingenthal
18. Klötze
19. Langensalza
20. Lobenstein
21. Ludwigslust
22. Meiningen
23. Mühlhausen
24. Neuhaus
25. Nordhausen
26. Oelsnitz
27. Oschersleben
28. Osterburg
29. Parchim
30. Perleberg
31. Plauen, Stadt- und Landkreis
32. Pößneck
33. Quedlinburg
34. Reichenbach
35. Rudolstadt
36. Saalfeld
37. Salzwedel
38. Sangershausen
39. Schleiz
40. Schmalkalden
41. Schwerin, Stadt- und Landkreis
42. Sondershausen
43. Sonneberg
44. Staßfurt
45. Stendal
46. Suhl, Stadt- und Landkreis
47. Tangerhütte
48. Wanzleben
49. Wernigerode
50. Wismar, Stadt- und Landkreis
51. Wolmirstedt
52. Worbis
53. Zeulenroda

Durch Anordnung Nr. 3 vom 3. Dezember 1979 erhielt die Anlage 2 mit Wirkung vom 15. Dezember 1979 folgende Fassung:

Anlage 2
zur vorstehenden Anordnung

Landkreise und kreisfreie Städte der BRD gemäß § 2 Abs. 2 der Anordnung

1. Bad Kissingen
2. Bamberg, Stadt- und Landkreis
3. Bayreuth, Stadt- und Landkreis
4. Braunschweig, Stadt
5. Celle
6. Coburg, Stadt und Landkreis
7. Forchheim
8. Fulda
9. Gifhorn
10. Göttingen
11. Goslar
12. Hannover, Landkreis
13. Harburg, Landkreis
14. Haßberge
15. Helmstedt
16. Hersfeld-Rotenburg
17. Herzogtum Lauenburg
18. Hildesheim,
19. Hof, Stadt und Landkreis
20. Holzminden
21. Kassel, Stadt und Landkreis
22. Kronach
23. Kulmbach
24. Lichtenfels
25. Lübeck, Hansestadt
26. Lüchow-Dannenberg
27. Lüneburg
28. Main-Kinzig-Kreis
29. Marburg-Biedenkopf
30. Neumünster, Stadt
31. Northeim
32. Osterode am Harz
33. Ostholstein
34. Peine
35. Plön
36. Rhön-Grabfeld
37. Salzgitter, Stadt
38. Schwalm-Eder-Kreis
39. Schweinfurt, Stadt und Landkreis
40. Segeberg
41. Soltau-Fallingbostel
42. Stormarn
43. Tirschenreuth
44. Uelzen
45. Vogelsbergkreis
46. Werra-Meißner-Kreis
47. Wolfenbüttel
48. Wolfsburg, Stadt
49. Wunsiedel im Fichtelgebirge
sowie
der Gemeindeteil Isernhagen-NB-Süd aus der Stadt Hannover.

Durch Anordnung Nr. 4 vom 20. Februar 1989 erhielt die Anlage 2 mit Wirkung vom 15. Dezember 1979 folgende Fassung:

Anlage 2
zur vorstehenden Anordnung

Landkreise und kreisfreie Städte der BRD gemäß § 2 Abs. 2 der Anordnung

1. Bad Kissingen
2. Bamberg, Stadt und Landkreis
3. Bayreuth, Stadt und Landkreis
4. Braunschweig, Stadt
5. Celle
6. Coburg, Stadt und Landkreis
7. Forchheim
8. Fulda
9. Gifhorn
10. Göttingen
11. Goslar
12. Hannover, Landkreis
13. Harburg, Landkreis
14. Haßberge
15. Helmstedt
16. Hersfeld-Rotenburg
17. Herzogtum Lauenburg
18. Hildesheim
19. Hof, Stadt und Landkreis
20. Holzminden
21. Kassel, Stadt und Landkreis
22. Kiel
23. Kronach
24. Kulmbach
25. Lichtenfels
26. Lübeck, Hansestadt
27. Lüchow-Dannenberg
28. Lüneburg
29. Main-Kinzig-Kreis
30. Marburg-Biedenkopf
31. Neumünster, Stadt
32. Northeim
33. Osterode am Harz
34. Ostholstein
35. Peine
36. Plön
37. Rhön-Grabfeld
38. Salzgitter, Stadt
39. Schwalm-Eder-Kreis
40. Schweinfurt, Stadt und Landkreis
41. Segeberg
42. Soltau-Fallingbostel
43. Stormarn
44. Tirschenreuth
45. Uelzen
46. Vogelsbergkreis
47. Werra-Meißner-Kreis
48. Wolfenbüttel
49. Wolfsburg, Stadt
50. Wunsiedel im Fichtelgebirge
sowie
der Gemeindeteil Isernhagen-NB-Süd aus der Stadt Hannover.


Quellen: Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik 1972 Teil II S. 654
© 1. Januar 2005 - 20. Februar 2005

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