Gesetz über die Landeseinteilung.

vom 25. April 1938

Um die staatliche Verwaltung in ihrem Unterbau einfacher und wirksamer zu gestalten und zugleich die auf den gemeinden sich aufbauenden Selbstverwaltungskörper noch leistungsfähiger zu machen, ist es notwendig geworden, die seit über hundert Jahren bestehende, durch die Entwicklung des Verkehrs und der Wirtschaft vielfach überholte Einteilung des Landes neu zu ordnen. Das Staatsministerium hat daher am 18. Juni 1937 / 14. Januar 1938 das folgende Gesetz beschlossen:

Art. 1. Aufhebung und Fortbestand von Kreisen und Kreisverbänden. (1) Es werden aufgehoben die 27 Kreise und Kreisverbände: Besigheim, Blaubeuren, Brackenheim, Ellwangen, Gaildorf, Geislingen, Gerabronn, Herrenberg, Kirchheim, Laupheim, Leutkirch, Marbach, Maulbronn, Nagold, Neckarsulm, Neresheim, Neuenbürg, Oberndorf, Riedlingen, Rottenburg, Schorndorf, Spaichingen, Stuttgart-Amt, Sulz, Urach, Waldsee und Welzheim.

(2) Es bleiben bestehen die 34 Kreise und Kreisverbände: Aalen, Backnang, Balingen, Biberach, Böblingen, Calw, Crailsheim, Ehingen, Eßlingen, Freudenstadt, Gmünd, Göppingen, Hall, Heidenheim, Heilbronn, Horb, Künzelsau, Leonberg, Ludwigsburg, Mergentheim, Münsingen, Nürtingen, Öhringen, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Saulgau, Tettnang (künftig Friedrichshafen), Tübingen, Tuttlingen, Ulm, Vaihingen, Waiblingen und Wangen.

Art. 2. Rechtsnachfolger der aufgehobenen Kreisverbände. Als Rechtsnachfolger werden, unbeschadet des Art. 9, bestimmt

für den Kreisverband

der Kreisverband

Besigheim Ludwigsburg;
Blaubeuren Ulm;
Brackenheim Heilbronn;
Ellwangen Aalen;
Gaildorf Backnang;
Geislingen Göppingen;
Gerabronn Crailsheim;
Herrenberg Böblingen;
Kirchheim Nürtingen;
Laupheim Biberach;
Leutkirch Wangen;
Marbach Ludwigsburg;
Maulbronn Vaihingen;
Nagold Calw;
Neckarsulm Heilbronn;
Neresheim Aalen;
Neuenbürg Calw;
Oberndorf Rottweil;
Riedlingen Saulgau;
Rottenburg Tübingen;
Schorndorf Waiblingen;
Spaichingen Tuttlingen;
Stuttgart-Amt Eßlingen;
Sulz Horb;
Urach Reutlingen;
Waldsee Ravensburg;
Welzheim Waiblingen.

Art. 3. Zugehörigkeit der Gemeinden. Mit der Neueinteilung des Landes gehören seine Gemeinden, soweit sie nicht zu den in Art. 4 genannten Stadtkreisen gehören, folgenden Kreisen und Kreisverbänden an:

1. dem Kreis und Kreisverband Aalen
    a) vom Kreis Aalen alle Gemeinden mit Ausnahme von Heuchlingen und Schechingen;
    b) vom Kreis Ellwangen alle Gemeinden mit Ausnahme von Bühlertann und Bühlerzell;
    c) vom Kreis Neresheim die Gemeinden Aufhausen, Baldern, Bopfingen, Dirgenheim, Dorfmerkingen, Ebnat, Elchingen auf dem Härtsfeld, Flochberg, Goldburghausen, Hülen, Kerkingen, Kirchheim am Ries, Kösingen Neresheim, Oberdorf am Ipf, Ohmenheim, Pflaumloch, Röttingen, Schlußberg, Schweindorf, Trochtelfingen, Unterrissingen, Utzmemmingen und Waldhausen;

2. dem Kreis und Kreisverband Backnang
    a) vom Kreis Backnang alle Gemeinden mit Ausnahme von Neufürstenhütte;
    b) vom Kreis Gaildorf die Gemeinden Gaildorf, Altersber, Eutendorf, Fichtenberg, Frickenhofen, Gschwend, Hausen an der Rot, Laufen am Kocher, Oberrot, Ottendorf, Sulzbach am Kocher und Unterrot;
    c) vom Kreis Marbach die Gemeinden Affalterbach, Allmersbach, Burdstall, Erbstetten, Kirchberg an der Murr, Kleinaspach, Nassach, Rielingshausen und Weiler zum Stein;
    d) vom Kreis Welzheim die Gemeinden Kirchenkirnberg;

3. dem Kreis und Kreisverband Balingen
    a) vom Kreis Balingen alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Rottweil die gemeinden Dautmergen, Dornmettingen, Dotternhausen, Hausen am Tann, Roßwangen, Schömberg, Täbingen und Zimmern unter der Burg;
    c) vom Kreis Spaichingen die Gemeinden Nußplingen, Oberheim, Ratshausen und Weilen unter den Rinnen;
    d) vom Kreis Sulz die Gemeinden Bickelsberg, Binsdorf, Brittheim, Isingen, Leidringen und Rosenfeld;

4. dem Kreis und Kreisverband Biderach
    a) vom Kreis Biberach alle Gemeinden mit Ausnahme von Volkersheim;
    b) vom Kreis Laupheim alle Gemeinden mit Ausnahme der dem Kreis und Kreisverband Ulm zugeteilten;
    c) vom Kreis Leutkirch die Gemeinden Berkheim, Ellwangen, Haslach, Kirchdorf, Oberopfingen, Rot an der Rot, Spindelwag und Tannheim;
    d) vom Kreis Waldsee die Gemeinden Dietmanns, Eberhardzell, Hochdorf, Ingoldingen, Mühlhausen, Oberessendorf, Otterswang, Schussenried, Schweinhausen, Steinhausen, Unteressendorf, Unterschwarzach, Winterstettendorf und Winterstettenstadt;

5. dem kreis und Kreisverband Böblingen
    a) vom Kreis Böblingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Schafhausen;
    b) vom Kreis Herrenberg die Gemeinden Herrenberg, Afstätt, Bondorf, Gärtringen, Gültstein, Haslach, Hildrizhausen, Kayh, Kuppingen, Mönchberg, Mötzingen, Nebringen, Nufringen, Oberjesingen, Oberjettingen, Öschelbronn, Rohrau, Tailfingen und Unterjettingen;
    c) vom Kreis Stuttgart-Amt die Gemeinden Leinfelden, Möhringen auf den Fildern, Musberg, Steinenbronn, Vaihingen auf den Fildern und Waldenbuch;

6. dem Kreis und Kreisverband Calw
    a) vom Kreis Calw alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Nagold alle Gemeinden mit Ausnahme von Bösingen, Fünfbronn, Garrweiler, Obertalheim Schietingen und Untertalheim;
    c) vom Kreis Neuenbürg alle Gemeinden;

7. dem Kreis und Kreisverband Crailsheim
    a) vom Kreis Crailsheim alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Gerabronn alle Gemeinden mit Ausnahme von Niederstetten, Obersteinach, Oberstetten und Wildentierbach;
    c) vom Kreis Künzelsau die Gemeinden Ettenhausen und Simprechtshausen;

8. dem Kreis und Kreisverband Ehingen
    a) vom Kreis Ehingen sämtliche Gemeinden mit Ausnahme von Erbach und Sondernach;
    b) vom Kreis Biberach die Gemeinde Volkersheim;
    c) vom Kreis Blaubeuren die Gemeinden Hausen ob Urspring, Ringingen, Schelklingen und Schmiechen;
    d) vom Kreis Münsingen die Gemeinden Emeringen und Erbstetten;
    e) vom Kreis Riedlingen die Gemeinden Bechingen, Dietelhofen, Dietershausen, Dieterskirch, Hausen am Bussen, Oberwachingen, Reutlingendorf, Sauggart, Uigendorf, Unterwachingen, Zell und Zwiefaltendorf;

9. dem Kreis und Kreisverband Eßlingen
    a) vom Kreis Eßlingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Wendlingen;
    b) vom Kreis Göppingen die Gemeinde Reichenbach an der Fils;
    c) vom Kreis Kirchheim die Gemeinde Hochdorf;
    d) vom Kreis Schorndorf die Gemeinden Aichelberg, Baltmannsweiler, Hegenlohe, Hohengehren und Thomashardt;
    e) vom Kreis Stuttgart-Amt die Gemeinden, die nicht dem Kreis und Kreisverband Böblingen zugeteilt sind;

10. dem Kreis und Kreisverband Freudenstadt
    a) vom Kreis Freudenstadt alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Horb die Gemeinde Lützenhardt;
    c) vom Kreis nagold die Gemeinden Bösingen, Fünfbronn und Garrweiler;
    d) vom Kreis Oberndorf die Gemeinden Alpirsbach, Betzweiler, Ehlenbogen, Rötenbach und Vierundzwanzig Höfe;
    e) vom Kreis Sulz die Gemeinden Busenweiler, Sterneck und Wälde;

11. dem Kreis und Kreisverband Gmünd
    a) vom Kreis Gmünd alle Gemeinden mit Ausnahme von Reichenbach unter Rechberg und Winzingen;
    b) vom Kreis Aalen die Gemeinden Heuchlingen und Schechingen;
    c) vom Kreis Gaildorf die Gemeinden Eschach, Obergröningen, Ruppertshofen, Untergröningen und Vordersteinenberg;
    d) vom Kreis Göppingen die Gemeinde Maitis;
    e) vom Kreis Welzheim die Gemeinden Alfdorf, Großdeinbach, Lorch, Pfahlbronn und Waldhausen;

12. dem Kreis und Kreisverband Göppingen
    a) vom Kreis Göppingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Maitis und Reichenbach an der Fils;
    b) vom Kreis Geislingen die Gemeinden, die nicht den Kreisen und Kreisverbänden Münsingen und Ulm zugeteilt sind;
    c) vom Kreis Gmünd die Gemeinden Reichenbach unter Rechberg und Winzingen;
    d) vom Kreis Kirchheim die Gemeinden Aichelberg, Roßwälden, Weiler und Zell unter Aichelberg;
    e) vom Kreis Schorndorf die Gemeinden Adelberg und Baiereck;
    f) vom Kreis Welzheim die Gemeinde Wäschenbeuren;

13. dem Kreis und Kreisverband Hall
    a) vom Kreis Hall alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Backnang die Gemeinden Neufürstenhütte;
    c) vom Kreis Ellwangen die Gemeinden Bühlertann und Bühlerzell;
    d) vom Kreis Gaildorf die Gemeinden Geifertshofen, Hütten, Michelbach an der Bilz, Mittelfischach, Oberfischach und Obersontheim;
    e) vom Kreis Gerabronn die Gemeinden Obersteinach;
    f) vom Kreis Künzelsauch die Gemeinden Braunsbach, Döttingen, Jungholzhausen und Steinkirchen;
    g) vom Kreis Öhringen die Gemeinden Eschental, Finsterrot, Geißelhardt, Gnadental und Goggenbach;

14. dem Kreis und Kreisverband Heidenheim
    a) vom Kreis Heidenheim alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Neresheim die Gemeinden, die nicht dem Kreis und Kreisverband Aalen zugeteilt sind;
    c) vom Kreis Ulm die Gemeinden Bissingen ob Lontal, Niederstotzingen, Oberstotzingen und Stetten ob Lontal;

15. dem Kreis und Kreisverband Heilbronn
    a) vom Kreis Heilbronn alle Gemeinden mit Ausnahme von Heilbronn, Neckargartach und Sontheim am Neckar;
    b) vom Kreis Besigheim die Gemeinden Ilsfeld, Lauffen am Neckar, Neckarwestheim und Schozach;
    c) vom Kreis Brackenheim alle Gemeinden mit Ausnahme von Häfnerhaslach, Ochesenbach und Spielberg;
    d) vom Kreis Marbach die Gemeinden Auenstein, Beilstein, Gronau und Schmidhausen;
    e) vom Kreis Neckarsulm alle Gemeinden;

16. dem Kreis und Kreisverband Horb
    a) vom Kreis Horb alle Gemeinden mit Ausnahme von Lützenhardt;
    b) vom Kreis Nagold die Gemeinden Obertalheim, Schietingen und Untertalheim;
    c) vom Kreis Rottenburg die Gemeinden Eckenweiler und Ergenzingen;
    d) vom Kreis Sulz die Gemeinden, die nicht den Kreisen und Kreisverbänden Balingen, Freudenstadt und Rottweil zugeteilt sind;

17. dem Kreis und Kreisverband Künzelsau
    alle Gemeinden des Kreises Künzelsau mit Ausnahme von Braunsbach, Döttingen, Ettenhausen, Jungholzhausen, Simprechtshausen und Steinkirchen;

18. dem Kreis und Kreisverband Leonberg
    a) vom Kreis Leonberg alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Böblingen die Gemeinde Schafhausen;
    c) vom Kreis Vaihingen die Gemeinde Weissach;

19. dem Kreis und Kreisverband Ludwigsburg
    a) vom Kreis Ludwigsburg alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Besigheim die Gemeinden, die nicht dem Kreis und Kreisverband Heilbronn zugeteilt sind;
    c) vom Kreis Marbach die Gemeinden, die nicht den Kreisen und Kreisverbänden Backnang und Heilbronn zugeteilt sind;
    d) vom Kreis Vaihingen die Gemeinden Großsachsenheim, Kleinsachsenheim, Untermberg und Unterriexingen;
    e) vom Kreis Waiblingen die Gemeinden Hochberg, Hochdorf und Neckarrems;

20. dem Kreis und Kreisverband Mergentheim
    a) vom Kreis Mergentheim alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Gerabronn die Gemeinden Niederstetten, Oberstetten und Wildentierbach;

21. dem Kreis und Kreisverband Münsingen
    a) vom Kreis Münsingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Emeringen und Erbstetten;
    b) vom Kreis Ehingen die Gemeinde Sondernach;
    c) vom Kreis Geislingen die Gemeinde Westerheim;
    d) vom Kreis Urach die Gemeinden Böhringen, Donnstetten, Gächingen, Gruorn, Hengen. Lonsingen, Rietheim, Seeburg, Sirchingen, Trailfingen, Upfingen, Wittlingen und Zainingen;

22. dem Kreis und Kreisverband Nürtingen
    a) vom Kreis Nürtingen alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Eßlingen die Gemeinde Wendlingen;
    c) vom Kreis Kirchheim alle Gemeinden mit Ausnahme von Aichelberg, Hochdorf, Roßwälden, Weiler und Zell unter Aichelberg;
    d) vom Kreis Tübingen die Gemeinde Schlaitdorf;
    e) vom Kreis Urach die Gemeinde Bempflingen;

23. dem Kreis und Kreisverband Öhringen
    vom Kreis Öhringen alle gemeinden mit Ausnahme von Eschental, Finsterrot, Geißelhardt, Gnadental und Goggenbach;

24. dem Kreis und Kreisverband Ravensburg
    a) vom Kreis Ravensburg alle Gemeinden
    b) vom Kreis Saulgau die Gemeinden Blönried und Pfrungen;
    c) vom Kreis Waldsee die gemeinden, die nicht den Kreisen und Kreisverbänden Biberach und Wangen zugeteilt sind;

25. dem Kreis und Kreisverband Reutlingen
    a) vom Kreis Reutlingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Stockach;
    b) vom Kreis Tübingen die Gemeinden Altenburg, Degerschlacht, Gönningen, Oferdingen, Rommelsbach und Sickenhausen;
    c) vom Kreis Urach die Gemeinden, die nicht den Kreisen und Kreisverbänden Münsingen und Nürtingen zugeteilt sind;

26. dem Kreis und Kreisverband Rottweil
    a) vom Kreis Rottweil alle Gemeinden mit Ausnahme von Dautmergen, Dormettingen, Dotternhausen, Hausen am Tann, Roßwangen, Schömberg, Täbingen und Zimmern unter der Burg;
    b) vom Kreis Oberndorf die Gemeinden, die nicht dem Kreis und Kreisverband Freudenstadt zugeteilt sind;
    c) vom Kreis Spaichingen die Gemeinde Schörzingen;
    d) vom Kreis Sulz die Gemeinden Aistaig, Boll, Notenzimmern und Trichtingen;
    e) vom Kreis Tuttlingen die Gemeinden Mühlhausen und Weigheim;

27. dem Kreis und Kreisverband Saulgau
    a) vom Kreis Saulgau alle Gemeinden mit Ausnahme von Blönried und Pfrungen;
    b) vom Kreis Riedlingen alle Gemeinden mit Ausnahme der Gemeinden, die dem Kreis und Kreisverband Ehingen zugeteilt sind;

28. dem Kreis und Kreisverband Tettnang (künftig Friedrichshafen)
    vom Kreis Tettnang alle Gemeinden mit Ausnahme von Schomburg;

29. dem Kreis und Kreisverband Tübingen
    a) vom Kreis Tübingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Altenburg, Degenschlacht, Gönningen, Oferdingen, Rommelsbach, Schlaitdorf und Sickenhausen;
    b) vom Kreis Herrenberg die Gemeinden Altingen, Breitenholz, Entringen, Oberndorf, Pfäffingen, Poltringen, Reusten und Unterjesingen;
    c) vom Kreis Reutlingen die Gemeinde Stockach;
    d) vom Kreis Rottenburg alle Gemeinden mit Ausnahme von Eckenweiler und Ergenzingen;

30. dem Kreis und Kreisverband Tuttlingen
    a) vom Kreis Tuttlingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Mühlhausen und Weigheim;
    b) vom Kreis Spaichingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Nusplingen, Obernheim Ratshausen, Schörzingen und Weilen unter den Rinnen;

31. dem Kreis und Kreisverband Ulm
    a) vom Kreis Ulm alle Gemeinden mit Ausnahme von Ulm, Bissingen ob Lontal, Niederstotzingen, Oberstotzingen und Stetten ob Lontal;
    b) vom Kreis Blaubeuren alle Gemeinden mit Ausnahme von Hausen ob Urspring, Ringingen, Schelklingen und Schmiechen;
    c) vom Kreis Ehingen die Gemeinde Erbach;
    d) vom Kreis Geislingen die Gemeinden Amstetten, Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Oppingen, Schalkstetten, Stubersheim, Türkheim und Waldhausen;
    e) vom Kreis Laupheim die Gemeinden Altheim, Dellmensingen, Dietenheim, Donaustetten, Dorndorf, Gögglingen, Hüttisheim, Illerrieden, Oberkirchberg, Regglisweiler, Schnürpflingen, Steinberg, Unterkirchberg, Unterweiler, Wangen und Weinstetten;

32. dem Kreis und Kreisverband Vaihingen
    a) vom Kreis Vaihingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Großsachsenheim, Kleinsachsenheim, Untermberg, Unterriexingen und Weissach;
    b) vom Kreis Brackenheim die Gemeinden Häfnerhaslach, Ochsenbach und Spielberg;
    c) vom Kreis Maulbronn alle Gemeinden;

33. dem Kreis und Kreisverband Waiblingen
    a) vom Kreis Waiblingen alle Gemeinden mit Ausnahme von Hochberg, Hochdorf und Neckarrems;
    b) vom Kreis Schorndorf alle Gemeinden mit Ausnahme von Adelberg, Aichelberg, Baicereck, Baltmannsweiler, Hegenlohe, Hohengehren und Thomashardt;
    c) vom Kreis Welzheim die Gemeinden Welzheim, Kaisersbach, Plüderhausen, Rudersberg und Unterschlechtbach;

34. dem Kreis und Kreisverband Wangen
    a) vom Kreis Wangen alle Gemeinden;
    b) vom Kreis Leutkirch alle gemeinden, soweit sie nicht dem Kreis und Kreisverband Biberach zugeteilt sind;
    c) vom Kreis Tettnang die Gemeinde Schomburg;
    d) vom Kreis Waldsee die Gemeinden Arnach, Eintürnen und Ziegelbach.

Art. 4. Stadtkreise. (1) Der Stadtkreis Stuttgart wird durch dieses Gesetz nicht berührt.

(2) Es werden folgende neue Stadtkreise gebildet:
1. der Stadtkreis Ulm. Er umfaßt das Gebiet der Stadt Ulm;
2. der Stadtkreis Heilbronn. Er umfaßt das Gebiet der Stadt Heilbronn, sowie der Gemeinden Neckargartach und Sontheim am Neckar. Diese Gemeinden werden in die Stadt Heilbronn eingegliedert.

(3) Für die Stadtkreise Ulm und Heilbronn gelten die für den Stadtkreis Stuttgart bestehenden Vorschriften. Das Nähere wird durch Verordnung geregelt; in dieser können für die neuen Stadtkreise abweichende Bestimmungen getroffen werden.

Art. 5. Kreistag und Kreisrat. (1) Die Neubildung des Kreistags und des Kreisrats regelt der Innenminister. Er kann anordnen, daß bis zur Neubildung diese Organe durch Berufung von Personen ergänzt werden, die den Organen eines wegfallenden Kreisverbands angehört haben. Die Vorschriften hierüber sind den Grundsätzen der Württ. Kreisordnung vom 29. Januar 1934 (RegBl. S. 51) anzupassen.

(2) In staatlichen Angelegenheiten wirkt der Kreisrat nicht mehr mit. Soweit ihm Zuständigkeiten übertragen worden sind, gehen sie auf den Landrat, in Stuttgart auf den Polizeipräsidenten über. Die dem Kreisrat auf Grund der §§ 20 und 21 der Reichsgewerbeordnung übertragene Zuständigkeit bleibt unberührt.

Art. 6. Kreisrecht. Mit der Aufhebung der Kreise treten die für sie erlassenen Kreissatzungen und kreispolizeilichen Vorschriften außer Kraft. Das Kreisrecht des Aufnahmekreises erstreckt sich auf die neu zugeteilten Gemeinden.

Art. 7. Beteiligung an Zweckverbänden. Der Innenminister kann die Beteiligung von Kreisverbänden und Gemeinden an Zweckverbänden neu regeln, soweit dies durch die Neuzuteilung von Gemeinden nach Art. 3 oder durch die Bildung von Stadtkreisen nach Art. 4 geboten ist.

Art. 8. Vermögensrechtliche Auseinandersetzung. (1) Werden die Gemeinden eines wegfallenden Kreisverbands verschiedenen Kreisverbänden zugeteilt, so findet zwischen diesen eine Auseinandersetzung über das Vermögen des wegfallenden Kreisverbands statt. Ebenso kann eine Auseinandersetzung über Teile des Kreisverbandsvermögens stattfinden, wenn Gemeinden eines bestehenbleibenden Kreisverbands einem anderen Kreisverband zugeteilt werden; dies gilt sinngemäß bei der Bildung von Stadtkreisen.

(2) Die Auseinandersetzung soll durch die Kreisverbände und die Stadtkreise unverzüglich eingeleitet werden und durch Vereinbarung erfolgen, Diese bedarf der Genehmigung durch den Innenminister.

(3) Kommt bis zu einem vom Innenminister festzusetzenden Zeitpunkt keine Vereinbarung über die Auseinandersetzung zustande, so entscheidet der Innenminister endgültig. Seine Entscheidung unterliegt nicht der Nachprüfung im ordentlichen Rechtsweg oder im verwaltungsgerichtlichen Verfahren.

(4) Der Innenminister kann Richtlinien für die Auseinandersetzung aufstellen.

Art. 9. Unmittelbarer Übergang von Rechten und Verbindlichkeiten. Grundstücke. (1) Wird die Entschließung des Innenministers nach Art. 8 Abs. 2 oder Abs. 3 vor dem 1. Oktober 1938 gefaßt, so gehen die Rechte und Verbindlichkeiten, über die Bestimmung getroffen ist, am 1. Oktober 1938 unmittelbar auf den in der Vereinbarung oder Entscheidung bestimmten Kreisverband oder Stadtkreis über.

(2) Kreisverbandseigene Grundstücke, die in einer einem anderen Kreisverband zugeteilten Gemeinde liegen, gehen mit ihrem Zubehör am 1. Oktober 1938 auf den aufnehmenden Kreisverband über, auch wenn eine Entschließung des Innenministers noch nicht vorliegt.

Art. 10. Lastenausgleich bei der Bildung von Stadtkreisen. Der Innenminister kann anordnen, daß die Stadtkreise - äußerstenfalls auf die Dauer von 15 Jahren - einen jährlichen Beitrag an den Kreisverband leisten, aus dem sie herausgenommen wurden.

Art. 11. Kreissparkassen. (1) Die Kreissparkassen der aufgehobenen Kreisverbände werden mit den Kreissparkassen der in Art. 2 als Rechtsnachfolger aufgeführten Kreisverbände vereinigt.

(2) Unabhängig hiervon wird eine Sparkassenzweigstelle oder -annahmestelle in einer Gemeinde, die einem anderen Kreisverband zugeteilt wird, Zweigstelle oder Annahmestelle der Kreissparkasse dieses Kreisverbands.

(3) Auf eine vermögensrechtliche Auseinandersetzung sind die Art. 8 und 9 sinngemäß anzuwenden.

Art. 12. Sparkassen in Stadtkreisen. Solange die Stadtkreise nicht eigene Sparkassen errichten, wirken sie bei der Vertretung und Verwaltung der Kreissparkasse mit. Das Nähere regelt der Innenminister. Für die Verbindlichkeiten der Kreissparkasse haften diese Stadtkreise neben dem Kreisverband als Gesamtschuldner. Über die Verteilung der Haftung im Innenverhältnis zwischen dem Kreisverband und dem Stadtkreis erläßt der Innenminister die erforderlichen Bestimmungen.

Art. 13. Versetzung von Beamten der Kreisverbände und Kreissparkassen in den Wartestand. (1) Versetzt ein Kreisverband aus Anlaß der Neueinteilung einen Beamten in den  Wartestand, so hat er das Wartegeld zu tragen.

(2) Das Gleiche gilt für das Tragen des Ruhegehalts, wenn ein nach Abs.1 in den Wartestand versetzter Beamter in den Ruhestand versetzt wird. Von dem Zeitpunkt an, in dem der Beamte wegen Erreichens der Altersgrenze oder wegen Ablaufs der Zeit, für die er ernannt ist, oder wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand träte oder versetzt werden könnte, hat die Pensionskasse für Körperschaftsbeamte im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen das Ruhegehalt zu tragen.

(3) Die Abs. 1 und 2 gelten entsprechend bei Sparkassenbeamten.

Art. 14. Umzugskostenvergütung. Beamte, die im Zusammenhang mit der Neueinteilung versetzt werden, erhalten Umzugskostenvergütung nach den Umzugskostenbestimmungen für die württembergischen Beamten vom 6. August 1935 (RegBl. S. 149). Teil III Nr. 3 Abs. 2 dieser Bestimmungen findet keine Anwendung.

Art. 15. Vollzugsvorschriften. (1) Das Staatsministerium kann ergänzende Vorschriften erlassen.

(2) Der Innenminister erläßt die zum Vollzuge dieses Gesetzes erforderlichen Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften.

Art. 16. Inkrafttreten. Dieses Gesetz tritt am 1. Oktober 1938 in Kraft mit Ausnahme des Art. 5 Abs. 1, der Art. 7, 8, 10, 11 Abs. 3, des Art. 12 Satz 2 und Satz 4 und der Art. 14 und 15, die sofort in Kraft treten.

Das Staatsministerium:
Mergenthaler.            Dr. Dehlinger.
Dr. Schmid.

Im Namen des Reichs verkünde ich das vorstehende Gesetz, dem die Reichsregierung ihre Zustimmung erteilt hat.

    Stuttgart, den 25. April 1938

Der Reichsstatthalter in Württemberg:
Murr

Vorstehendes Gesetz, das neben Gesetzen in anderen deutschen Ländern zur selben Zeit die nationalsozialistische Verwaltungsreform darstellt, schuf anstelle der zuerst 63, zuletzt 61 Oberämter in Württemberg die, den preußischen Landkreisen nachgebildeten 34 Kreise. Diese Kreiseinteilung bestand auch nach 1945 unverändert fort und wurde erst mit dem Ersten Gesetz zur Verwaltungsreform (Kreisreformgesetz) vom 26. Juli 1971 (GBl. S. 314) radikal verändert.


Quelle: Regierungsblatt für Württemberg 1938 S. 155
© 21. August 2004

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