Allerhöchster Erlaß
vom 18. Januar 1854
Verordnung über die Organisation der Verwaltungsbehörden der Hohenzollernschen Lande

geändert durch
Erlaß vom 28. März 1862

aufgehoben durch
Gesetz über die Hohenzollernsche Amts- und Landesordnung vom 2. April 1873 (GS S. 145)

 

Auf den Bericht des Staatsministeriums vom 12. Dezember v. J. bestimme Ich zur Ergänzung der §§ 2, 9 und 10 der Verordnung vom 7. Januar 1852, was folgt:

1) Die Hohenzollernschen Lande werden in administrativer Beziehung in sieben Oberamts-Bezirke eingetheilt, welche die Benennung
Oberamtsbezirk Hechingen,
Oberamtsbezirk Sigmaringen,
Oberamtsbezirk Gammertingen,
Oberamtsbezirk Haigerlich,
Oberamtsbezirk Wald,
Oberamtsbezirk Trochtelfingen,
Oberamtsbezirk Ostrach
beigegeben wird.

2) Die Oberamtsbezirke Hechingen, Wald, Trochtelfingen und Ostrach verbleiben in ihrer bisherigen Begrenzung.

Der Oberamtsbezirk Sigmaringen umfaßt den bisherigen Oberamtsbezirk gleichen Namens, das Obervoigteiamt Achberg und die zu dem früheren Oberamtsbezirk Straßberg gehörigen Gemeinden Ober- und Unterschmeien, sowie das Hüttenwerk Thiergarten.

Der Oberamtsbezirk Gammertingen besteht aus den bisherigen Oberamtsbezirken Gammertingen und Straßberg, ausschließlich der Gemeinden Ober- und Unterschmeien und des Hüttenwerks Thiergarten.

Der Oberamtsbezirk Haigerlich besteht aus den bisherigen Oberamtsbezirken Haigerloch und Glatt.

Die 1852 noch vorgesehene radikale Verwaltungsreform mit nur 2 Oberämtern wurde fallen gelassen und die Verwaltung der bisherigen Fürstentümer faktisch fortgesetzt. Allein das Oberamt Glatt wurde aufgelöst, da es nur aus 4 Gemeinden bestand, wovon 3 heute Stadtteile von Horb am Neckar, und eine Stadtteil von Sulz am Neckar sind).
Durch Erlaß vom 9. August 1861 wurde der Oberamtsbezirk Trochtelfingen dem Oberamtsbezirk Gammertingen zugeschlagen.
Durch Erlaß vom 27. Dezember 1861 wurde der Oberamtsbezirk Wald dem Oberamtsbezirk Sigmaringen zugeschlagen.
Durch Erlaß vom 28. März 1862 wurde der Oberamtsbezirk Ostrach dem Oberamtsbezirk Sigmaringen zugeschlagen.

Die seit 1862 bestehenden vier Oberämter der Hohenzollernschen Lande blieben unverändert bis 1925 bestehen.

3) Die Ressortverhältnisse der Oberamtmänner regeln sich nach den Bestimmungen der §§ 9 und 10 der Verordnung vom 7. Januar 1852, mit der Ausnahme, daß für den ganzen Umfang der HOhenzollernschen Lande die Militair-Ersatzgeschäfte in der bisherigen Ausdehnung den Oberamtmännern von Hechingen und Sigmaringen verbleiben.

Dieser Erlaß ist durch die Gesetzsammlung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen

    Charlottenburg, den 18. Januar 1854.

Friedrich Wilhelm

v. Manteuffel.        v. d. Heydt.        Simons.        v. Raumer.        v. Westphalen.       
v. Bodelschwingh.        v. Bonin.
 


Quellen: Gesetzsammlung für die Kgl. Preuß. Staaten Jahrgang 1852 S. 35
© 20. Februar 2011
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